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E-Stories
Oktober 2010SaarLorLux reloadedThomas Förster
Reisen

In der zweiten Herbstferienwoche war ein einwöchiger Ausflug zu den Nachbarn im Saarland, in Lothringen und Luxemburg angesagt. Natürlich gab es auch die eine oder andere Gelegenheit, sich an den Eisenbahnen der Nachbarn zu ergötzen.
Am Sonntag, dem 17.10. ging es traditionell bei Saarbrücken über die Grenze und in Forbach erstmal auf den Bahnhof. In der Sonntagsruhe standen dort einige Diesel von ECR und Europorte abgestellt, im Einzelnen:

Zwei G2000BB eine Class 66 und eine Class 77.

Die SNCF hat sich mit BB37026 und...

BB37016 sowie Triebzügen präsentiert.

Ein ICE 3 zieht unerkannt und ohne Halt durch den Bahnhof.

Am Montag ging es dann durch das Warndt, das saarländische Kohle- und Hüttenrevier, nach Völklingen, „Kulturprogramm“ absolvieren. Ziel war das „Weltkulturerbe Völklinger Hütte“. Die 1986 stillgelegte Anlage ist in ihrer Komplexität auf kleinem Raum einzigartig, alles, was zur Erzverhüttung nötig ist, ist hier vorhanden gewesen. Und mächtig viel Eisenbahn drum herum. Nach Osten der Bahnhof Völklingen mit seinen Gütergleisen, nach Süden ein Betriebsteil der Saarstahl. Und immer Verkehr mit Werksloks oder DB AG-V90, vom Durchgangsverkehr ganz abgesehen. Die Kirsche auf der Sahne sind dann die Roheisentransporte mit den „Suppenzügen“ oder Glühwürmchen“.
Aber der Reihe nach…


Am Eingang der Hütte empfängt die Besucher eine kleine Henschellok mit zwei Selbstentladern, die auf dem ehemaligen Kohlengleis über den Bunkern aufgestellt sind. Als Spielgerät dient noch eine Schmalspurdampflok mit einem Schlackenwagen…

Imponierend dann die Anlagen selbst. Ein Blick entlang eines der Erzentladegleise zeigt die doch schon ansprechenden Dimensionen dieses eher kleinen Werkes. Interessant die abgenutzten Holzbohlen an den seitlichen „Geländern“, die das Aufschlagen der Wagenklappen begrenzten.

Der Rundgang führt übrigens über eine Länge von etwa 6 Kilometern, man sollte sich Zeit mitbringen. Auch Klettern ist angesagt, es geht über etliche Stahltreppen bis hoch über die Gichtbühne hinaus, wo eine gute Aussicht über die ganze Anlage besteht.

Von oben erkennt man auch die nördlich angeschlossene werkseigene Kokerei mit ihren Gleisen zur Kohleanlieferung in Tiefbunker links, der Kohlemisch- und mahlanlge im Turm in der Mitte und den Koksbatterien rechts. Der Koloss dazwischen ist die Stopfmaschine zur Beschickung und Entleerung der Kokskammern.



Immer wieder ergeben sich Ausblicke auf die Bahnanlagen und Loks und Züge, die vorbeifahren oder auch durch das Gelände mit Stahlzügen rollen. 294 955 war überall anzutreffen. 185 311 zog einen Güterzug vorbei, und die omnipräsenten Quietschies 425 + 426 untermalten das Ganze mit ihren „Gesangskünsten“.

Unterhalb der Abstichbühne waren dann noch die Loks 21 und 46 mit Schlackenpfannen abgestellt.

Das Gleis für die Abfuhr des Roheisens zeigte sich recht gut bewachsen, die Natur holt sich hier Terrain zurück. Man riecht zwar noch die Schwerindustrie, aber es fällt mittlerweile schwer, sich in dieser Kulisse Betrieb vorzustellen. Das wird durch einige Videovorführungen mit Szenen aus der aktiven zeit der Hütte aber sehr erleichtert.



Da wir uns eh gerade unter der Abstichbühne herumtrieben, nun zu dem Thema Roheisentransport: Kaum den Eintritt bezahlt und das Gelände betreten, erspähe ich einen Torpedopfannenwagen, besser bekannt als Suppenwagen oder Glühwürmchen, der leicht vor sich hin dampft. 185 155 hat einen beladenen Wagen gebracht, der gerade von der Werkslok abgeholt wird, und soll mit zwei leeren Wagen wieder nach Dillingen zurückkehren, „Nachschlag“ holen. Der Rangierer ist noch damit beschäftigt, gnadenlos mit seinem Hammer auf die Mechanik einzuprügeln. Dann hat er endlich ein Einsehen oder sein Ziel erreicht, und die 185 kann die leeren Suppentassen in den Bahnhof zurückdrücken und anschließend abfahren.

Nach dem Ende der Besichtigung steht wieder etwas „Warmes“ im Bahnhof, mittlerweile ist es dämmerig, unter dem Verschlußdeckel glüht es hervor…

Am nächsten Tag wieder ein Abstecher nach Völklingen, allein, das Wetter ist hundsmiserabel mit kaltem Regen und Wind. Und keine Roheisentransporte zum Aufwärmen, nur die „üblichen Verdächtigen“ in Form von V90 und 143ern sowie der Quietschies.

143 568
294er Treffen
425 052

Also geht es weiter nach Lothringen, wo wir uns auch noch mal kräftig nassregnen lassen, und nach einer klammen Übernachtung auf einem aufgeweichten Campingplatz nach Luxemburg, und nun kommt auch besseres Wetter.

So steht am 21.10. denn der Hauptbahnhof Luxembourg an. Unser Stammparkplatz ist einem windigen Parkhaus gewichen, Durchfahrtshöhe 2,1 m, da passt der VW gerade so durch.

Und von der 3. Ebene kann man dann die SNCB 2002 auch mal von oben fotografieren.

Im Bahnhof herrscht buntes Treiben, die Bauarbeiten sind immer noch im Gang, allerdings nimmt das Projekt langsam Formen an. Teilweise sind auch schon die neuen Bahnsteigdächer aufgebaut. Ich mache erstmal eine kurze fotografische Bestandsaufnahme, bevor ich mich auf den angekündigten IC aus Norddeich konzentriere. Mehrere 4000er der CFL sonnen sich an den Bahnsteigen, die Gumminasen der SNCB sind durch den 521 vertreten.


CFL 4007 und CFL 4006


SNCB 521


Die luxemburgischen ZII-Triebwagen sind ebenfalls noch kräftig unterwegs, obwohl im westlichen Bahnhofskopf schon länger einige „gerupfte“ Garnituren stehen.

Kurz vor Einlaufen des IC ist natürlich der Film voll, meine Frau assistiert mir dankenswerterweise, sodaß ich wieder einsatzbereit bin als die 181² aus dem Tunnel kommt.



Oh, das hat sie nicht verdient. 181 215 sieht aus, als wenn jemand ihr die Nase mit Waschbenzin abgerieben hat. Die orientrote Farbe ist teilweise so ausgewaschen, dass sie nahtlos in das Lätzchen übergeht. Hättet ihr doch lieber wieder Blau genommen!!! Aus eigener Kraft umfährt das ausgeblichene Wunder dann den IC und setzt an das hintere Ende. Abgebügelt wird sie sich mit der Wagengarnitur dann von einem Rangierdiesel in die Abstellgruppe ziehen lassen.

Nicht für solche Dienste eingeteilt ist der „Hofhund“ 1023, der hinter einem Zaun die Sonne genießt. Wie es Hofhunde eben tun, wenn sie Gelegenheit haben…

So, wie diesen Tag die Sonne schien, präsentiert sich der Abend sternenklar und am nächsten Morgen ist Lothringen von einer Reifschicht bedeckt. In Audun-le-Roman ist das Anschlußgleis zur ehemaligen Mine in Tucquenieux arg übergefroren, ...

und die belgischen 10xx + 10xx müssen auf der Hauptstrecke schon ganz schön kratzen, um an den Strom im Fahrdraht zu kommen.

In Conflans steht das Krokodil CC 14161 immer noch auf dem Supermarktparkplatz, wo sollte es auch hin?

Am frühen Nachmittag erreichen wir dann wieder den Bahnhof von Völklingen. 185 024 steht abfahrbereit mit leeren Pfannenwagen im Bahnhof, also schnell den Bus parken, ein Bild und dann simultan auf den Bahnsteig sprinten und den Film wechseln. Geschafft! Die 185 zieht los und weg ist die Fuhre.



Nun dauert es mal so kleine 2 Stunden, bis neuer Nachschub eintrifft, und die wollen überbrückt werden. Es ist zwar immer etwas los, aber ehrlich, ob die unendlich vielen 425/426 wie der 426 521 oder 425 127 nun nach Saarbrücken, Kaiserslautern oder Timbuktu fahren, ist doch nicht so relevant, wenn man Güterzüge sehen will…


143 114

Auch die Legosteine werden dann irgendwann langweilig.

Interessanter ist dann schon die 151 169, die eine Erzleergarnitur saarabwärts schleppt. Speziell auch wegen des Zwischenwagens, der den Übergang von normaler Zug-/Stoßeinrichtung auf AK (und damit z. Bsp. Nachschub im Spessart [grins]) ermöglicht.


Als es zu arg wird, ziehen wir uns in den Bus zurück. Am Bahnsteig entgegen kommt uns dabei 140 368 mit leeren Autotransportern.

Nachdem wir eine Packung Backwerk dezimiert haben, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie 185 024 mit zwei vollen Suppenschüsseln in den Bahnhof rollt. Schnell bin ich wieder auf dem Bahnsteig und harre der Dinge, die da kommen sollen.



185 024 drückt die beiden Wagen jetzt erstmal in das Übergabegleis vor der Hütte und hängt ab. Dann setzt sie in das Gleis dahinter um, und es passiert erstmal gar nichts mehr.


Außer den dauernden Quietschies und 294 955, die undurchsichtigen Aufgaben nachgeht.

Etwas Abwechslung kommt durch das Gastspiel von 612 053/553 und 111
612 053

111 127

Als ich schon Angst um die Fliessfähigkeit des Roheisens habe, tut sich etwas bei der Saarstahl. Ein Henschel-Vierachser macht sich auf und sammelt zwei leere Pfannenwagen ein, um sie aus dem Werksanschluß zum Übergabeplatz zu drücken und an 185 024 zu stellen.



Dann wird umgesetzt zu den beladenen Wagen, diese angehängt und ab geht es ins Werk.

Jetzt kann 185 024 auch wieder in den Bahnhof zurückdrücken, um sich wieder auf nach Dillingen zu machen. Und wir machen uns auf, Schlafplatz suchen.

Am nächsten Tag steht die Rückreise an, und letztes bahntechnisches Ziel ist wieder Forbach. Dort wieder das übliche Bild:
Zwei SNCF-Triebwagen, vorne der 27949,...

Class 77 77048 und...

G 2000BB 2008 von ECR warten auf Arbeit,...

daneben steht die 75074. Sie ist unverkennbar aus der bekannten Ellokreihe abgeleitet…


Als die Europorte E37 507 daneben zieht, wird das augenfällig.

Im Güterbahnhof stehen drei Lokomotiven vor Zügen, von denen nur eine ECR-Class 77 abfahren wird.

Sonst finden nur Rangierbewegungen statt, und 185 025 setzt auf das Streckengleis um, um nach Deutschland zu fahren. Das tun wir nun auch.

Fotos und Text: Thomas Förster

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