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E-Stories
Juli 2011Der besondere Bahnübergang – eine Stunde in EnglandThomas Förster
Reisen

Während unseres Englandurlaubes führte mich meine Frau auch nach Canterbury/Kent. Auf dem Weg dorthin erspähte ich aus dem Augenwinkel (trotz Konzentration auf den Linksverkehr) eine Art Gartentor quer über eine Nebenstraße. Nix Besonderes, wir sind ja in England, dachte ich, und just in dem Moment huschte ein Zug dahinter vorbei.
Nun war ich neugierig geworden. Abends auf dem Campingplatz nahm ich mir die Landkarte und bastelte einen Plan für den nächsten Tag…
So ging es am 21. Juli 2011 morgens nach Chatham, einem kleinen Dorf westlich von Canterbury, mit einer Papierfabrik und …einem Bahnübergang mit Schwenktoren.
Die Situation stellt sich wie folgt dar:
Eine zweigleisige mit Stromschienen elektrifizierte Strecke läuft durch den Ort und schneidet auch zwei Strassen. An einer stehen normale Einrichtungen, wie wir sie auch als Schranke kennen. Die zweite Strasse ist mit einem Wärterhäuschen und zwei Schwenktoren ausgerüstet. Letztere reichen komplett über die Strassenbreite beziehungsweise über die Gleisanlagen und werden manuell bedient. Gleich östlich des BÜ ist der Haltepunkt Chatham.
Das Prozedere muss man sich nun so vorstellen:
Im Wärterhäuschen läutet das telefon, ein Zug wird angekündigt. Der Wärter springt nun aus seiner Hütte, eilt die Treppe herunter, entriegelt ein Tor und schwenkt es über die Strasse, dann das zweite, geht wieder die Treppe hinauf in seinen Posten und meldet die Schließung des BÜ. Der Zug passiert, dann (sofern keine weitere Meldung vorliegt) verlässt der Wärter wieder seinen Posten, öffnet beide Tore wieder und verriegelt sie über den Gleisen, geht zurück und meldet die Öffnung. Alsbald läutet das Telefon wieder und alles beginnt von vorn…
Die Strecke wird von Elektrotriebwagen befahren, ich sah Regionalzüge der Reihe 375 und Schnellzüge der Reihe 395. Um eine ältere Veröffentlichung im EK zu zitieren, „und alles hat eine gelbe Nase“. Die Zugdichte ist ansprechend hoch, in einer Stunde sahen wir etwa 8 Züge, wobei die Schnellzüge nicht in Chatham halten.
Der junge Mann im Dienst machte einen gut trainierten, aber keinen unmotivierten Eindruck!

Nun noch ein paar Bilder zum Geschehen, viel Spaß beim Betrachten wünsche ich!


Der erste Eindruck: Schnellzug Class 795– Gartentor –zweistöckiges Wärterhäuschen


Situation bei (für die Strasse) geöffneter „Schranke“


Der Meister im Dienst: das linke Tor ist geschlossen, an der anderen Seite fehlt nicht viel…


…und schon kann der Schnellzug passieren! Man beachte den (gesenkten) Dachstromabnehmer auf Höhe des Wärterhäuschens.


Ein Triebwagen Class 375 hält und sammelt Reiselustige ein. Im Dach die Aussparung mit dem Stromabnehmer…


…der hier nicht gebraucht wird, denn hier nehmen die Schleifer an den Drehgestellen den Dienst wahr…


Das Tor wird wieder geöffnet, die Autofahrer sehen geduldig und britisch gelassen dem Schauspiel zu.


Ein weiterer Class 375 läuft ein, der schon sehnsüchtig von den „Chicks“ auf dem Bahnsteig erwartet wird.


Im Nachschuß ist noch einmal der Dachstromabnehmer zu sehen.


Zum Kontrast noch mal ein Blick auf einen uns eher konventionell erscheinenden BÜ, einige km entfernt von obiger Lokalität…fast schon gewöhnlich!


Ein Detail, das vielleicht einigen auf den vorherigen Bildern schon aufgefallen ist: diese hübsch fußbrecherisch montierten langen Keilbretter sollen Einfaltspinsel davon abhalten, vom BÜ auf die Gleise und an die Stromschienen zu laufen, damit keinem ein Leid geschieht…


Und so sieht ein Class 375 aus, wenn er auf dem Land unterwegs ist.

Fotos und Text: Thomas Förster

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