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E-Stories
August 2013 Caravelle und NebenbahnromantikMircea Dorobantzu
Reisen

Folgende Aufnahmen entstanden im August des Jahres 2013 im westlichsten Teil Rumäniens, dem Banat der Donauschwaben. Genau genommen, an der Strecke Arad - Sinnicolau Mare, zu deutsch, Großsanktnikolaus. Die Stadt besitzt immer noch einen Bahnanschluß, auch wenn Rumänien ebenso wie Europa von einem Rückgang des Nebenbahnbetriebs betroffen ist. Doch gerade dieser Rückbau der Technik vermittelt einen einmaligen Eindruck. Die Gleise, das Bahnhofsgebäude, die Bahnsteige befinden sich schon längst jenseits aller Renovierungs- oder Erneuerungstermine und dennoch, es herrscht ziemlich reger Betrieb und die Gleise sind gut besetzt mit interessanten Fahrzeugen. Gleichzeitig fehlt in diesen Bildern jede Spur von Eile oder gar Hektik. Die Welt, die Zeit scheinen stehen geblieben zu sein. Da fehlt eigentlich noch ein alter Lokalbahnzug mit dunkelgrün gestrichenen Zweiachsern im Bilde, bespannt mit einer kleinen Dampflok. Leider nicht aber, die ehemaligen Triebwagen der SNCF, die unter den Namen Caravelle bekannte Baureihe X4300 schaffen es, eine originelle Stimmung zu erzeugen. Sind doch diese Triebwagen heute auch schon Eisenbahngeschichte… Der Ausgleich zur Vergangenheit ist perfekt, auch wenn mitten in der Moderne. Oder doch, etwas abseits von ihr?

In den letzten Jahren haben sich einige privaten Unternehmen in Rumänien etabliert, die einen Teil des Personenverkehrs auf manchen Nebenbahnen des CFR Netzes übernommen haben, einige sogar mit gutem Erfolg. Da Rumänien infolge von EU Bestimmungen nach 1990 seine Industriestandorte massiv abbauen mußte und heute keine eigene Fabriken für die Herstellung von Lokomotiven und Triebwagen mehr besitzt, sehen sich die privaten Anbieter gezwungen, gebrauchtes Rollmaterial aus dem Ausland zu kaufen. Es fahren heute in Rumänien ehemalige französische Elektrolokomotiven und Triebwagen, sowie S-Bahnzüge, letztere sogar im Schnellzugdienst! Des Weiteren, Triebwagen aus Dänemark oder Deutschland, man denke nur an die berühmten Ferkeltaxen aus der DDR!

Eine gewisse Beliebtheit haben die ehemaligen Dieseltriebwagen X4300 mit mechanischem Antrieb erreicht, die dank ihrer sehr gelungenen aber auch robusten Konstruktion ihrer Drehgestelle die manchmal etwas rauhen Bedingungen auf den rumänischen Nebenbahnstrecken gut meistern. Einige dieser Fahrzeuge haben das alte französische Farbschema behalten, bloß die Aufschriften wurden der Gegenwart angepaßt. Andere wiederum erhalten nach und nach ein neues Farbschema, andere wiederum werden umgebaut und erhalten eine etwas schnittigere Frontpartie. Wir bleiben hier bei der Originalausgabe dieser bemerkenswerten Fahrzeugfamilie. Ebenso erscheint in den Bildern eine B´B´ Diesellokomotive der Baureihe 80 mit hydraulischer Kraftübertragung, die seit den 1960ern in großer Stückzahl nach Schweizer Plänen von den heute nicht mehr existierenden FAUR Werken, ehemalige und berühmte Malaxa in Bukarest in großer Stückzahl gebaut wurde. Viele dieser Lokomotiven gingen auch ins Ausland, eine schaffte es sogar bis in die USA! Die abgebildete Lokomotive gehört ebenfalls dem rumänischen Privatbetreiber RT, aus zweiter Hand von der CFR gekauft und glänzt in neuer Farbgebung frisch lackiert.

Die folgende Bilderreihe des leidenschaftlichen Eisenbahnfreundes und Fotografs Mircea Dorobantzu aus Bukarest vermittelt überzeugend den täglichen Ablauf des Betriebs auf obenerwähnter Strecke. Dabei bedarf es keiner Raffinesse, die Zusammensetzung einfacher Motive vor Ort spricht Bände. Eine Gruppe Menschen, die sich jenseits von Zeit und Eile spontan und dennoch gemütlich unterhalten; wer weiß, vielleicht tun sie es immer noch? Eine paar vom Gras überwucherte Gleise, eine abbröckelnde Bahnhofsfassade, ein alte, museumsreife handbetätigte Weiche, ein Sonnenuntergang, ein auf Fahrgästen wartender Triebwagen inmitten alter Formsignale. Was braucht man mehr, um Atmosphäre und Romantik zu schaffen?
















Text: Gottfried Wild / Bilder: Mircea Dorobantzu
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