Aktuell Statistik Historie Lok-Vogel Shop Abonnenten Verlag
News Sichtungen E-Stories News-Archiv Rezensionen elektrolok.de-NEWS Verlagsnews Neuerscheinungen

  Länder:
  Neueste Nachrichten
  Deutschland
  Österreich
  Schweiz
  Sonstiges Europa
  Rubriken:
  Farbgebung
  Verschrottungen/Schrottloks
  Lokindustrie
  SPNV/SPFV
  Private EVU
  Statistik-News
  Aus unserem Sortiment:
elektrolok.de-Bahn-Führer

Private Elektroloks in Deutschland
und Österreich 2016
  Sichtungen:
  Neueste Sichtungen
  Deutschland
  Österreich
  Schweiz
  Europa
Der Lok-Vogel
Jetzt Abo abschließen!
  E-Stories
  News-Archiv
  elektrolok.de-NEWS
  Verlags-News
Anzeige
E-Stories
Juni 2006Die Aufarbeitung der 1020.47Gerold Ennsmann
Baureihen

Nachdem am 1. August 2005 die 1670.09 im Heizhaus Saalfelden wegen Erreichens des Betriebsgrenzmaßes an einem Rad einer Laufachse abgestellt werden musste (ihre letzten Einsätze waren der "Gastein-Express" nach Jesenice am 30. Juli,der "Osttirol-Express" von Lienz nach Jesenice am 31. Juli und die LP-Überführung von Lienz nach Schwarzach und Lz nach Saalfelden am 1. August), wurde dringend eine Ersatzlok hiefür in Saalfelden benötigt, welche in Form der 1020.47 bereits am 8. August 2006 als Lokzug 95 651 von Wien Nord über den Semmering, den Schoberpass und das Ennstal in ihre neue Heimat nach Saalfelden überstellt wurde. Schon am nächsten Tag bespannte sie den bekannten "Giselazug".

Da bereits in Wien Nord beabsichtigt war, dieses Nostalgie-Triebfahrzeug wegen des schlechten Erhaltungszustandes aufzuarbeiten und neu zu lackieren, bot sich hiefür die Saalfeldner Betreuergruppe der Erlebnisbahn an. Immerhin hat man dort bereits einige Erfahrung und seit dem Umbau der 1245.04 im Jahre 1997 schon zwei weitere Nostalgielokomotiven reaktiviert bzw. rückgebaut und neu lackiert (1670.09 und 1020.44).

Es wurden noch einige Sonderfahrten mit der 1020.47 durchgeführt, bevor man sie am 9. November 2006 ausser Betrieb nahm.

Die folgenden sieben Monate befand sich die alte Dame im Remisenstand 2 des Saalfeldner Rundschuppens, um dort generalsaniert zu werden. Diese Arbeiten umfassten erst einmal die Aufarbeitung des elektrischen und mechanischen Teils wie z.B. Erneuerung eines Luftbalges, tw. Erneuerung der el. Dachleitung, umfangreiche Motorrevisionen, Isolatoren-Tausch, Tausch einer gebrochenen Stirnscheibe oder das Ersetzen beschädigter Lüfterlamellen. Danach entfernte man die Nummernschilder und die beiden Fabriksschilder. Auch die Scheinwerfer wurden entfernt. Die nun folgenden Arbeiten waren: Drehgestellrahmen dampfstrahlen, Stromabnehmer und Dachleitung aufschleifen, Lokkasten entrosten, Türbleche ausnieten, neue Fabriksschilder anfertigen usw.....

Am 28. November konnte man bereits mit dem Lackieren der beiden Stromabnehmer und der Dachleitung beginnen, wozu die Stromabnehmer diesmal am Dach verblieben (nur einige Teile der Leitung wurden "eine Etage tiefer" behandelt).

Ende Jänner konnte mit der Neulackierung des Lokdaches begonnen werden.
Gleichzeitig wurde der Lokkasten nach erfolgter Entrostung teilweise geschweißt und anschließend verkittet. Nach dem Kitt bzw. Lack aufschleifen wurde der Lokkasten und beide Vorbauten grundiert. Parallel dazu arbeitete man die sechs Scheinwerfer auf, wobei auch die jeweils linken Scheinwerfer originalgetreu rückgebaut wurden. Eine neue Verkabelung für diese wurde ebenfalls hergestellt.

Die Scheibenwischer-Antriebe mussten neu gelagert und fixiert werden. Mittels Silikon wurden viele Ecken und Kanten verfugt. Während am Dach sämtliche Isolatoren poliert wurden, konnte man bereits den Lokrahmen und die Drehgestellrahmen schwarz lackieren. Die Scheinwerfer wurden nach dem Grundieren ebenfalls schwarz lackiert. An den Drehgestellrahmen konnten nun die vielen Schmierstellen und Luftwechsel rot hervorgehoben werden. Der vorne befindliche Hemmschuhhalter aus den 70er-Jahren wurde entfernt.

In den Führerständen sowie im Maschinenraum wurde mit der Restaurierung begonnen. Hiezu wurden einige neue Schildchen angefertigt und einige Lackierarbeiten durchgeführt.

Nun folgte die Neulackierung des Lokkastens und beider Vorbauten in tannengrün. Diese Arbeiten dauerten fünf Wochen, da der Lack wie bei den drei anderen Maschinen (1245.04, 1670.09 und 1020.44) aufgerollt und nicht gespritzt wurde, was den seidenmatten Halbglanz zum Vorschein bringt. Damit kann man auch einige "Unebenheiten" des Blechkastens gut überspielen.

Zur selben Zeit fertigte man neue Lokschilder und die Schablonen für diverse Beschriftungen. Die neu gegossenen Fabriksschilder wurden rot ausgelegt und silber bemalt. Für die kleineren gelben Blitzpfeile wurde eigens eine Schablone gefertigt, da auch Kleinigkeiten wie der gespaltene obere Teil des Pfeiles den Betreuern wichtig erscheint.

Inzwischen wurden beidseitig neue Flügelräder auflackiert und die goldgelbe Zierlinie angebracht, diesmal im originalen Auslieferungszustand.

Die neuen Lokschilder wurden diebstahlsicher montiert, ebenso die Scheinwerfer. Nun fehlten noch die Bremsanschriften, die mittels Schablonen auflackiert wurden. Abschließend wurden noch zwei neue Fahrplanhalter in beide Führerstände eingebaut sowie viele kleine Ergänzungen bzw. Reparaturen durchgeführt.

Eigentlich hätte am 16. Mai 2006 die § 15-Untersuchung für die Neuzulassung dieses Triebfahrzeuges über die Bühne gehen sollen, was aber leider wegen vieler Mißverständnisse und Kommunikationsprobleme innerhalb der Erlebnisbahn kurzfristig abgeblasen wurde. Leider hat man es auch verhindert, dass die 1020.47 für bereits eingefädelte Sonderfahrten nach Berchtesgaden mit der PZB 90 ausgerüstet wird, da dies für Fahrten nach Deutschland vorgeschrieben ist. Dadurch ist der Erlebnisbahn leider ein ausbaufähiges "Geschäft" durch die Lappen gegangen.

Mit einmonatiger Verspätung, genau am 16. Juni 2006 wurde dann die § 15-Untersuchung mit anschließender Probefahrt in der Relation Saalfelden - Hochfilzen - Salzburg Hbf durchgeführt und positiv abgeschlossen. Am Folgetag konnte sie beim Freilassinger Bahnhofsfest präsentiert werden.

Nach diesem ersten Einsatz kehrte sie am 19. Juni wieder nach Saalfelden zurück. Seither bespannt sie die Giselazüge sowie die meisten anderen Sonderfahrten im Raum Saalfelden.

An der Aufarbeitung der 1020.47 waren beteiligt:
Bernhard Ennsmann
Gerold Ennsmann

Ein herzliches Dankeschön für die Mithilfe ergeht an:
Markus Ahrer
Rudolf Wimmer
Hannes Grill
Anton Felhofer
Richard Salomon
Hans Peter Kern
Roland Alber
und Klaus Ladinig samt den Lienzer Eisenbahnfreunden

Der Stromabnehmer 1 mit Neulack

Der verkittete Lokkasten


Fast grundierfertig im Remisenstand 2

...ausgebaute Stirnscheibe...

Auch die beiden bisher beige lackierten Schalthandräder wurden abgebeizt, geschliffen und neu farblos bzw. schwarz lackiert.

Die Scheinwerfer warten im Öllager auf die weitere Behandlung

Der Luftbalg für den Fahrmotor 1 musste erneuert werden.

Der Lackiermeister beim Grundieren

Der Lokkasten ist nun lackierfertig

Die grundierten Scheinwerfer trocknen

Die Lüftergitter wurden nach innen gespritzt, da man mit der Rolle hier nicht hineinkommt

1020.47 mit neuem Flügelrad, aber noch ohne Zierstreifen

Der goldgelbe Zierstreifen entsteht gerade

Auf die goldgelb lackierten neuen Lokschilder wurden die Schablonen aufgeklebt, danach rot darüberlackiert und die Schablone wieder entfernt.....

.....um vier nagelneue Lokschilder zu erhalten

Das offizielle "Roll-out"-Foto der 1020.47: So wie im Jahre 1953 verließ sie die Werkstätte Saalfelden mit nur zwei Scheinwerfern. Danach wurden die Scheinwerfer diebstahlsicher angebracht.

1020.47 und 194 158 beim Bahnhofsfest in Freilassing am 17. Juni 2006

1020.47 als Zugpferd vor dem Giselazug 18801 in Kitzbühel Hahnenkamm am 20. Juni 2006

Text und Bilder: Gerold Ennsmann
Zum Seitenanfang
   FAQs | Versandkosten | AGB | Widerrufsformular | Disclaimer | Buchhandel | Impressum | Kontakt |   
© 2000-2016 elektrolok.de/xyania internet verlag optimiert für 1024 x 768 Pixel