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Datum: 25.09.2026 Uhrzeit: 09:21

InnoTrans: Stadler präsentiert weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug


Im Bereich alternativer Antriebe präsentiert Stadler an der InnoTrans 2026 gemeinsam mit drei süditalienischen Verkehrsunternehmen den weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug. Massgeschneidert für einen nachhaltigen Bahnbetrieb auf Sardinien, Kalabrien und Sizilien sparen zehn Wasserstoffzüge im Vergleich zu bisherigen Dieselzügen jährlich über 2'100 Tonnen CO2 ein.
Sie werden am Hauptsitz in Bussnang in der Ostschweiz gebaut und werden bald klimaneutral unter der Sonne Italiens fahren. Stadler fertigt derzeit 21 neue Wasserstoffzüge für die sardische Azienda Regionale Sarda Trasporti (ARST), Ferrovie della Calabria (FdC) sowie die sizilianische Ferrovia Circumetnea (FCE). Der erste Zug wurde für ARST in Sardinien hergestellt. Der entsprechende Rahmenvertrag umfasst zehn Fahrzeuge. Zusätzlich baut Stadler aktuell neun Züge für FdC sowie zwei Fahrzeuge für FCE. Künftig werden alle Fahrzeuge im Regional- sowie Nahverkehr eingesetzt.

Massgeschneidertes Fahrzeug für jede Region

Ob die Küstenstrecken Sardiniens, die bergigen Tunnel Kalabriens oder die anspruchsvollen Steigungen des Ätna-Naturparks auf Sizilien: Jeder Zug ist gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Strecke ausgelegt.

«Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium und den Verkehrsunternehmen ARST, FdC und FCE hat Stadler eine modulare Lösung entwickelt, die sich an die unterschiedlichen Anforderungen des italienischen Schmalspur-Eisenbahnnetzes anpassen lässt. Alle Züge basieren auf derselben technologischen Plattform und vereinen ein kompaktes Profil, leichte Bauweise und ein innovatives Wasserstoffantriebssystem. Dies gewährleistet hohe Standards in Bezug auf Leistung, Innovation, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit.», sagt Maurizio Oberti, Verkaufsleiter Italien bei Stadler.
Aristide Vercillo Martino, Geschäftsführer der kalabrischen Bahngesellschaft FdC: «Die Partnerschaft zwischen Stadler und Ferrovie della Calabria besteht seit rund 20 Jahren. Sie begann mit dem ersten für italienische Schmalspurbahnen entwickelten Fahrzeug, das speziell für FdC gebaut wurde, und wurde durch die erfolgreiche Inbetriebnahme verschiedener Triebwagen-Generationen kontinuierlich gestärkt. Diese langjährige Zusammenarbeit bildet die Grundlage für eine neue Zuggeneration, die sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den Erwartungen der Fahrgäste in Kalabrien gerecht wird. Sie ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms in die Bahninfrastruktur und die digitale Transformation, das gemeinsam mit der Region Kalabrien vorangetrieben wird».
Dekarbonisierung von über 2'100 Tonnen CO2
Die Schmalspur-Wasserstoffzüge zeichnen sich durch ein umweltfreundliches Antriebssystem mit Wasserstoff-Brennstoffzellen im Mittelwagen sowie Batterie aus. Die aus dem Wasserstoff produzierte Energie lädt die Batterien auf. Dank dieses Systems ermöglichen die neuen Züge einen zuverlässigen und kontinuierlichen Zugbetrieb auf nicht-elektrifizierten Strecken. Im Vergleich zu Dieselfahrzeugen werden die zehn von ARST bestellten Wasserstoffzüge jährlich bis zu 2’100 Tonnen CO2 einsparen. Dies entspricht etwa 450 Weltumrundungen mit dem Auto.

Wasserstoff aus Solarenergie

Die Züge werden ausserdem mit nachhaltigem Wasserstoff betankt. Alle drei Verkehrsunternehmen setzen auf Sonnenenergie, um den benötigten Wasserstoff zu erzeugen.
«Die mit Stadler entwickelten Fahrzeuge sind ein zentraler Bestandteil der Strategie zur Dekarbonisierung des Schmalspurnetzes. Wir sind sehr stolz darauf, den ersten Schmalspur-Wasserstoffzug auf unseren Strecken einzusetzen.», erklärt Carlo Poledrini, Zentraldirektor von ARST. «Für ARST ist dies der erste Schritt auf dem Weg von einem Verkehrsunternehmen zu einem Energieunternehmen».

Verbessertes Reiseerlebnis

Ein weiterer Vorteil für Anwohner und Fahrgäste: Im Vergleich zu Dieselzügen fahren die Wasserstoffzüge deutlich leiser. Die Fahrgäste profitieren zudem von einer hellen Innenausstattung sowie grosszügigen Panoramafenstern. Dank des Niederflureinstiegs ist zudem ein bequemes Ein- und Aussteigen für alle Fahrgäste möglich – auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
«Die Fahrt rund um den Ätna zählt zu den schönsten Reiseerlebnissen Siziliens. Unser Ziel ist es, unseren Fahrgästen jede Reise so angenehm wie möglich anzubieten. Mit den neuen Wasserstoffzügen können wir den Komfort steigern und zugleich einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität leisten. Wir freuen uns, Stadler als bewährten Partner an unserer Seite zu haben und diese aussergewöhnliche Strecke für unsere Fahrgäste noch attraktiver zu gestalten», sagt Salvatore Fiore, Generaldirektor von FCE.
Der weltweit erste Schmalspur-Wasserstoffzug von Stadler zeigt, wie Nachhaltigkeit, massgeschneiderte Technologie und Fahrgastkomfort erfolgreich Hand in Hand gehen.


Quelle:/Fotos: Stadler Rail