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Datum: 24.09.2026 Uhrzeit: 08:57

EURO DuFour nur zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung präsentiert


Vom Konzept zur Realität: EURO DuFour nur zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung präsentiert

Zwei Jahre nach der Vertragsunterzeichnung an der InnoTrans 2024 präsentieren Stadler und SBB Cargo Schweiz die erste EURO DuFour. Die Lokomotive wurde entwickelt, um die Infrastrukturkosten um 20 % zu senken, den Energieverbrauch um bis zu 15 % zu reduzieren und die Digitalisierung des Schienengüterverkehrs voranzutreiben.

Manche Lokomotiven prägen eine Ära. In der Schweiz steht die Re 460, im Volksmund als Lok 2000 bekannt, seit mehr als drei Jahrzehnten für die Modernisierung des Schienenpersonenverkehrs. Heute haben Stadler und SBB Cargo Schweiz an der InnoTrans 2026 die Lokomotive präsentiert, die im Güterverkehr eine vergleichbare Rolle spielen soll: die neue EURO DuFour.

Die Geschichte der EURO DuFour ist eng mit Berlin verbunden. An der InnoTrans im September 2024 unterzeichnete SBB Cargo Schweiz mit Stadler den Vertrag über eine neue Generation von Streckenlokomotiven. SBB Cargo Schweiz bestellte zunächst 36 Elektrolokomotiven mit Optionen auf insgesamt bis zu 129 Fahrzeuge. Nur zwei Jahre später präsentieren Stadler und SBB gemeinsam die erste fertiggestellte Lokomotive. Die EURO DuFour wird die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs grundlegend verändern.

Die Lokomotivplattform ist nach Guillaume Henri Dufour benannt, Ingenieur, Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der modernen Schweizer Geschichte. Der Name steht für Innovation, Weitsicht und Vernetzung, Werte, die auch diese neue Lokomotivplattform prägen.

EURO DuFour: 20 % geringere Trassennutzungskosten

Die bedeutendste Innovation der EURO DuFour ist ihr neu entwickeltes Drehgestell mit passiver Selbststeuerung. Diese Technologie optimiert das Zusammenspiel von Rad und Schiene und reduziert dadurch den Verschleiss der Bahninfrastruktur sowie die damit verbundenen Trassennutzungskosten um rund 20 % gegenüber konventionellen Güterlokomotiven.
Die Lokomotive verfügt zudem über ein Traktionssystem der nächsten Generation auf Basis einer 3-Level-Stromrichtertechnologie. Es bietet eine hohe Traktionsleistung und kombiniert diese mit Rekuperationsbremsung und einem fortschrittlichen Energiemanagement. Diese Kombination ermöglicht eine herausragende Leistung und Zugkraft und reduziert gleichzeitig den Stromverbrauch um bis zu 15 % gegenüber der heutigen Flotte.

«Die EURO DuFour entspricht genau dem, was der Markt heute sucht: eine Lokomotive, die Betriebskosten senkt, die Effizienz steigert und eine Plattform bietet, die sich über Jahrzehnte weiterentwickeln lässt. Sie ist nicht einfach eine neue Lokomotive, sondern eine neue technologische Generation für den Schienengüterverkehr», sagt Dr. Ansgar Brockmeyer, Executive Vice President Marketing & Sales bei Stadler.
Betriebliche Flexibilität für eine effizientere Logistik
Mit einem Gewicht von rund 80 Tonnen verbindet die EURO DuFour hohe Leistung mit aussergewöhnlicher betrieblicher Flexibilität. Dank ihrer geringen Achslast kann sie auf Infrastrukturen der Kategorien C2, C3 und C4 eingesetzt werden. Dadurch erweitert sich die Netzzugänglichkeit erheblich und die Lokomotive kann auf einer Vielzahl von Güterverkehrskorridoren und Schienennetzen eingesetzt werden.
Von den 36 von SBB Cargo Schweiz bestellten Lokomotiven werden 22 mit Last-Mile-Batterietechnologie ausgestattet. Diese ermöglicht einen durchgängigen Betrieb bis zum Ziel und den Zugang zu nicht elektrifizierten Terminals, Anschlussgleisen und Industrieanlagen, ohne dass zusätzliche Rangierlokomotiven erforderlich sind. Dadurch werden die Abläufe vereinfacht und die Produktivität gesteigert.
«Die EURO DuFour vereint einige der fortschrittlichsten Innovationen, die Stadler in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wir haben eine Lokomotive geschaffen, die effizienter, intelligenter und flexibler ist und bereit ist, die Anforderungen des europäischen Schienengüterverkehrs über Jahrzehnte hinweg zu erfüllen», sagt Iñigo Parra, Executive Vice President Division Spain bei Stadler.

Lokomotive gemeinsam mit Lokführerinnen und Lokführern entwickelt

Die EURO DuFour wurde in enger Zusammenarbeit mit Lokführerinnen und Lokführern entwickelt. Der neue Führerstand und das neue Bedienkonzept wurden so gestaltet, dass Ergonomie, Sichtverhältnisse und Bedienfreundlichkeit verbessert werden. Dies erhöht den Komfort für das Fahrpersonal und reduziert gleichzeitig die Vorbereitungszeit und den Arbeitsaufwand im täglichen Betrieb.
Die Lokomotive verfügt zudem über fortschrittliche Fernüberwachungs- und Diagnosesysteme, Funktionen für vorausschauende Instandhaltung sowie eine digitale Architektur, die für zukünftige Anwendungen ausgelegt ist. Darüber hinaus ist sie für die künftige Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) und von FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) vorbereitet, dem Bahnkommunikationsstandard der nächsten Generation, der GSM-R in Europa schrittweise ablösen wird. Damit ist die EURO DuFour bereit, die fortschreitende digitale Transformation des Schienengüterverkehrs über Jahrzehnte hinweg zu unterstützen.
«Die EURO DuFour ist mehr als eine Lokomotive. Sie ist ein Symbol für die Zukunft des Schienengüterverkehrs in der Schweiz. Sie verbindet Effizienz, betriebliche Flexibilität und langfristige Anpassungsfähigkeit und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit von SBB Güterverkehr», sagt Alexander Muhm, Leiter SBB Güterverkehr.
Mit der Enthüllung der EURO DuFour an der InnoTrans 2026 schliessen Stadler und SBB Cargo Schweiz eine Reise ab, die vor nur zwei Jahren an derselben Messe begann. Vom Vertrag zur Lokomotive. Vom Konzept zur Realität. Ein neuer Massstab für den Schienengüterverkehr in der Schweiz und in ganz Europa.


Quelle:/Fotos: Stadler Rail