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Datum: 14.04.2026 Uhrzeit: 08:08

Endspurt der Generalsanierung am Niederrhein


(DB InfraGo)

80-wöchiger Baumarathon zwischen Emmerich und Oberhausen steht kurz vor dem Abschluss
Projektteam hat in den vergangenen 17 Monaten ein anspruchsvolles Bauprogramm absolviert • Korridorsanierung im nördlichen Teil der Strecke erfolgreich abgeschlossen • Finale Vollsperrung ab 20. April • Züge zwischen Dinslaken und Voerde ab Mai 2026 erstmals auf drei Gleisen unterwegs

Die heiße Phase beginnt: Die DB InfraGO steht kurz vor der finalen Vollsperrung im 80-wöchigen Baumarathon zwischen Emmerich und Oberhausen. Seit November 2024 hat das Projektteam für den dreigleisigen Ausbau ein auf dieser Strecke noch nie da gewesenes Bauvolumen gebündelt. Dabei haben die Bauleute bisher 17,5 Kilometer Gleis neu gebaut, 25,5 Kilometer neue Oberleitung installiert, vier neue Bahnsteige in Betrieb genommen und auf neun Kilometern neue Schallschutzwände aufgestellt. Hinzu kommt die Erweiterung beziehungsweise der Neubau von 21 Brücken und die Beseitigung von fünf Bahnübergängen. Kurz vor dem Ende der intensiven Bauphase liegen die Bauarbeiten damit weiterhin voll im Plan.

Stefan Ventzke, Projektleiter für den dreigleisigen Ausbau zwischen Emmerich und Oberhausen: „Hinter meinem Team und mir liegen intensive, ereignisreiche und erfolgreiche 17 Monate. Ich bin sehr stolz auf die Leistung aller Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Einsatz, Herzblut und Engagement den Ausbau tagtäglich vorangetrieben haben. So kurz vor Schluss ist die Anspannung nochmal groß, denn wir wollen die Strecke für die Fahrgäste natürlich pünktlich in Betrieb nehmen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die letzte Vollsperrung in dieser Bauphase gut meistern werden und die Züge am 18. Mai wieder rollen können.“

Wichtige Meilensteine der vergangenen 17 Monate im Überblick

Insbesondere im Fokusabschnitt zwischen Voerde-Friedrichsfeld und Wesel sind die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten sichtbar vorangekommen. Erst im Februar 2026 haben die Bauteams mit Hilfe von Spezialfahrzeugen und einem Schwimmponton die beiden tonnenschweren Bauwerke in Zeitlupe über den Kanal bewegt. Außerdem konnten die Fachleute die Arbeiten an den Eisenbahnüberführungen an der Emmelsumer Straße sowie an der Kurt-Kräcker-Straße erfolgreich abschließen. Darüber hinaus hat das Team auf einer Länge von 5,5 Kilometern bereits das neue dritte Gleis zwischen Voerde-Friedrichsfeld und Wesel verlegt und zusätzlich die Arbeiten an der Spellener Straße, der Poststraße und am Haltepunkt Friedrichsfeld weiter vorangetrieben.
Um die vorhandenen Sperrzeiten bestmöglich zu nutzen, sind die Fachleute auch in allen anderen Bauabschnitten entlang der Strecke aktiv: In Oberhausen hat das Team beispielsweise die Bauarbeiten an der Sternstraße und der Hühnerstraße ein großes Stück vorangebracht. In Dinslaken hat das Team mehrere neue Brücken eingeschoben und den Neubau der Eisenbahnbrücke an der Brinkstraße forciert. In Voerde schreitet der barrierefreie Umbau des Haltepunkts in großen Schritten voran. Außerdem haben die Fachleute zwischen Voerde und Dinslaken bereits sechs Kilometer des neuen dritten Gleises und neun Kilometer Schallschutzwände gebaut. In Haldern liegt der Fokus weiterhin auf dem Neubau der Eisenbahnüberführung an der Bahnhofstraße: Die Unterwasserarbeiten für den Aushub der Baugrube und die Betonage der Baugrubensohle stehen hier kurz vor dem Abschluss.

Zusätzliches Bauvolumen: Korridorsanierung des nördlichen Streckenabschnitts

Neben den intensiven Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau, hat die DB InfraGO auf der Strecke auch umfangreiche Instandhaltungsarbeiten in Form einer Korridorsanierung umgesetzt. Für mehr Qualität, Pünktlichkeit und deutlich weniger Störungen an der Infrastruktur bündelt die DB in den kommenden Jahren bundesweit im hochbelasteten Streckennetz das Baugeschehen und führt Instandhaltungs- und Investitionsmaßnahmen im Rahmen von mehrmonatigen Korridorsanierungen durch.
Zwischen Emmerich und Oberhausen hat das Team dabei im letzten Jahr an der Modernisierung von etwa 30 Kilometern Gleis zwischen der niederländischen Grenze und dem Bahnhof Wesel gearbeitet. Mit Hilfe eines Gleisumbauzugs wurden hier in kürzester Zeit die alten Schienen und Schwellen ausgebaut und die Neuen verlegt. Die Gleisarbeiten sowie die Erneuerung von vier Weichen hat das Team im Spätsommer 2025 abgeschlossen und ist hierbei auch deutlich unter dem angesetzten Kostenrahmen geblieben. Bis zum Ende des 80-wöchigen Baumarathons stehen im Zuge der Korridorsanierung noch Einschub und Inbetriebnahme der Eisenbahnbrücke über die Brinkstraße in Dinslaken auf dem Programm.

Ausblick: Weiteres Bauprogramm auf der Strecke

Während der vierwöchigen Vollsperrung der Strecke ab dem 20. April setzt das Projektteam noch Arbeiten an diversen Punkten entlang der Strecke um. Dazu zählen neben weiteren Gleisbauarbeiten, um nach Mai 2026 wieder zweigleisig zwischen Voerde-Friedrichsfeld und Wesel fahren zu können, beispielsweise auch das Ausschwimmen der letzten Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal und die Inbetriebnahme der Eisenbahnüberführung an der Emmelsumer Straße in Wesel. Zusätzlich setzen die Fachleute auch in Oberhausen den Einschub von vier Brückenbauwerken um, schließen die Arbeiten an mehreren Personenunterführungen in Dinslaken ab und bauen die Bahnsteige am Haltepunkt Voerde fertig. In Rees-Haldern steht der Abschluss der Arbeiten am Bahnsteig 2 auf dem Programm, in Emmerich finden Kampfmittelsondierungen statt.
Der Abschluss des 80-wöchigen Baumarathons im Mai 2026 markiert eine wichtige Zwischenetappe im Ausbauprojekt: Seit dem Spatenstich im Jahr 2017 wird die DB dann 52 Kilometer Gleise neu bzw. umgebaut haben. Außerdem stehen zu diesem Zeitpunkt bereits knapp zwölf Kilometer der neuen Schallschutzwände und 38 Kilometer der neuen Oberleitungsanlage. Zusätzlich werden auch insgesamt 62 Weichen erneuert und 45 Brücken entlang der Strecke erweitert bzw. neu gebaut sein. Zwischen Voerde und Dinslaken werden die Züge ab diesem Zeitpunkt erstmals auf drei Gleisen rollen. Zudem werden rund 60 Prozent der Ausbauarbeiten zwischen Voerde-Friedrichsfeld und Wesel zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein.
Auch nach dem Ende der intensiven Bauphase laufen die Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau weiter. Im November 2026 werden die Bauleute während einer einwöchigen Sperrpause u.a. den neuen Brückenträger über die Weierstraße in Oberhausen einheben, die Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung an der Lippe abschließen und die Bahnübergänge Kerstenstraße und Schwarzer Weg in Emmerich zurückbauen.
Ab 2027 werden die Bauarbeiten vorerst „unter rollendem Rad“, also außerhalb von Sperrungen der Bahnstrecke weitergeführt. Auch ohne Sperrzeiten wird das Team zahlreiche wichtige Meilensteine für den Ausbau erreichen. Dazu zählen beispielsweise die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes in Voerde-Friedrichsfeld, der Neubau des dritten Gleises zwischen Grenzstraße und dem Weseler Bahnhof sowie der Abschluss der Arbeiten an der Straßenüberführung Weierstraße und der „HOAG-Brücke“ in Oberhausen. Die sperrpausenrelevanten Arbeiten werden aktuell neu eingetaktet.

Allgemeines zur Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen

Die rund 73 Kilometer lange Strecke Emmerich–Oberhausen ist ein Teilstück des wichtigen europäischen Güterverkehrskorridors von Rotterdam nach Genua. Durch den stetig wachsenden Güter- und Personenverkehr hat die zweigleisige Strecke ihre Leistungsgrenze erreicht. Ziel des durchgehenden dreigleisigen Ausbaus ist es, die Streckenkapazität zu erweitern und die betrieblichen Abläufe zu optimieren. Damit wird die Qualität des gesamten Schienenverkehrs der Region, auch des Nahverkehrs, langfristig gesteigert und die wirtschaftliche Bedeutung des Ruhrgebiets gestärkt. Zeitgleich profitieren Anwohner von Schallschutzmaßnahmen entlang der Strecke. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag für das erklärte Ziel der DB-Strategie Starke Schiene: Mit attraktiven Verbindungen und Fahrtzeiten noch mehr Menschen und Güterverkehrskunden für die klimafreundliche Bahn zu gewinnen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.emmerich-oberhausen.de.
Die Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen ist ein Projekt für den Deutschlandtakt. Weitere Informationen zum Deutschlandtakt unter: https://www.deutschlandtakt.de/


Quelle:/Fotos: DB AG