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| Datum: 03.02.2026 Uhrzeit: 08:55 | ![]() |
Erster Akkuzug fahrplanmäßig in Sachsen im Einsatz
Chemnitz/Leipzig – Elektrisch unterwegs auch ohne Fahrdraht: Das sind die neuen Akkuzüge von Alstom. Die ersten Züge mit dieser Technologie in Sachsen fahren fahrplanmäßig seit heute auf der Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig (RE 6). Die Akkuzüge (eine Version des Typs Coradia Continental) waren bereits ab Dezember 2023 zwischen beiden Städten eingeplant, Lieferschwierigkeiten führten aber zum verzögerten fahrplanmäßigen Einsatz auf der 81 km langen Bahnstrecke. Bis Mitte Juni 2026 sollen die elf vom VMS bestellten Akkuzüge die zurzeit verkehrenden Diesel-Doppelstockzüge aus den 1990er Jahren komplett ersetzen. Die neuen Züge laden ihre auf dem Dach befindlichen Akkumulatoren (Kapazität: 840 kWh) während des Halts am Bahnhof über die Oberleitung mit ihren Stromabnehmern auf. Sie fahren preiswert, leise, bequem und umweltfreundlich. Die Reichweite beträgt bis zu 120 Kilometer, die Nachladung erfolgt jeweils in Chemnitz Hauptbahnhof und Leipzig Hauptbahnhof. Die Bahnen sind als dreiteilige Triebzüge ausgeführt und verkehren in der Regel in Doppeltraktion mit 300 Sitzplätzen. Sie verfügen über Rollstuhlplätze, Fahrradstellplätze, behindertengerechte WC, Steckdosen und Tische. Die Akkuzüge unterscheiden sich von den bereits auf elektrifizierten Strecken im Einsatz befindlichen Coradia Continental (RE 3 Dresden – Chemnitz – Hof, RB 30 Dresden – Zwickau und RB 45 Chemnitz – Elsterwerda) für den Fahrgast nur durch die Akkus auf dem Dach. Im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ist die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB, Transdev-Gruppe) mit der Betriebsführung der Akkuzüge auf RE 6 beauftragt. Finanziert werden die Fahrzeuge von der VMS GmbH und dem ZVNL. Beschaffung und Finanzierung erfolgen in lokaler Eigenverantwortung. Auftragswert: rund 70 Mio. Euro, Eigentümer: VMS GmbH. Mit Einsatz der Akkuzüge zwischen der größten und drittgrößten Stadt Sachsens wird sich die Beförderungsqualität auf der Strecke verbessern. Die Zuverlässigkeit der Verbindungen zwischen Dresden, Chemnitz und Hof (RE 3, RB 30) werden die Akkuzüge auf RE6 jedoch trotz Spitzentechnologie nicht erreichen können: Dies liegt an der eingleisigen Bahnstrecke, die für Störungen anfällig ist und deren zweigleisiger Ausbau samt Elektrifizierung noch Jahre dauern wird. Der Streckenausbau ist ebenfalls Voraussetzung für den Einsatz längerer Züge und einen 30-Minuten-Takt. Quelle:/Fotos: VMS | |