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Datum: 30.01.2026 Uhrzeit: 07:31

DB und Alstom testen ferngesteuerten S-Bahn-Betrieb in Depotumgebung


S-Bahn rangiert ferngesteuert (Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning)

  • Deutsche Bahn und Alstom haben erstmals eine S Bahn auf einem Werksgleis testweise ferngesteuert.
  • Mit dieser Lösung wird eine weitere Digitalisierung der Depotabläufe ermöglicht.
  • Technologie könnte sowohl auf Bestandsflotten als auch auf Neubaufahrzeugen eingesetzt werden.

    Alstom, ein weltweit führender Anbieter für intelligente und nachhaltige Mobilität, hat am 29. Januar 2026 in einem Projekt der Deutschen Bahn (DB) in München gezeigt, wie die Zukunft des ferngesteuerten Rangierbetriebs aussehen kann: Eine S-Bahn wurde von einem „Remote Operation Center“ im Gebäude auf einem Werksgleis ferngesteuert – dies markiert den ersten kundenseitigen Testeinsatz des ferngesteuerten Zugbetriebs in einer Depotumgebung in Deutschland.

    „Diese Technologie bringt den Führerstand zum Betreiber in der Leitzentrale und vereinfacht jede einzelne Bewegung im Depot“, sagt Aymeric Sarrazin, President Digital & Integrated Systems, Alstom. „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und ihr Vertrauen, diesen ersten Testeinsatz mit uns umzusetzen.“

    Harmen van Zijderveld, DB-Konzernvorstand Regionalverkehr: „Züge per Fernsteuerung zu rangieren, kann unsere Mitarbeitenden entlasten und die Abläufe in unseren Werken erheblich beschleunigen. In nur vier Monaten haben wir das Testsystem auf die Schiene gebracht: vom lokalen 5G?Netz bis zum Bedienplatz und der Technik im Zug. Damit beweisen wir, dass technische Innovationen auch mit bestehenden Fahrzeugen realisierbar sind.“

    Die mit industrieller Perspektive entwickelte Lösung ist mit einem Fern-Arbeitsplatz über eine generische Fahrzeugschnittstelle angebunden, die auf verschiedene Fahrzeugtypen übertragbar ist. Sie ermöglicht eine weitere Digitalisierung der Depotabläufe und nutzt für den Testbetrieb in München ein 5G Campusnetz der DB. Mit ferngesteuertem Zugbetrieb können lange Laufwege für Rangierpersonal reduziert werden und die Rangierbewegungen effizienter erfolgen. Die Lösung kann technisch gesehen sowohl auf bestehenden Flotten als auch auf zukünftigen Neubaufahrzeugen eingesetzt werden und erlaubt es Betreibern, ihre heutigen Flotten zu digitalisieren und aufzuwerten, während sie sich auf die Anforderungen von morgen vorbereiten.

    Zur Anbindung des Zuges an das Remote Operation Center nutzt Alstom eine hochgradig anpassungsfähige Architektur, die bestehende Zugsteuerungssysteme (TCMS) mit einer modernen, standardisierten Schnittstelle für den Fernbetrieb verbindet. Dieses Gateway passt das vorhandene TCMS an – gewissermaßen wie eine kleine Zeitkapsel für ältere Fahrzeuge – und stellt die erforderliche Steuerung und Statusinformationen harmonisiert für das Remote Operation Center bereit. Kameras und zusätzliche Sensoren am Zug ermöglichen im Münchner Testbetrieb die notwendige Situationsübersicht für die Fernbedienenden. Der Ansatz ist auf zahlreiche Alstom-Baureihen übertragbar, darunter BR423, BR430, BR442, BR490 und BR1440, die gemeinsam mehrere hundert Fahrzeuge in Deutschland umfassen.

    Die Demonstration stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur möglichen Entwicklung eines künftigen Prototyps dar und markiert einen Meilenstein für einen effizienten und digital unterstützten Betrieb in Depotumgebungen. Ferngesteuerter Betrieb hat das Potenzial, Depotabläufe schneller und effizienter zu machen, indem die digitale Steuerung direkt zum Bediener gebracht wird.


    Quelle:/Fotos: ALSTOM Transportation