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E-Stories
Februar 2019 Fandi a Bojuj Markus Lohneisen
Reisen

Da ging es letzte Woche erst durch die digitalen Gazetten. Und erwartet hatte ich längst auch mal wieder eine neue Werbelokomotive, die Zeit war reif.

362 161 kurvt jetzt umher!

Und warten damit? Lieber nicht. Und da kein Stress daheim am Schreibtisch oder in Haus und Hof (Garten) war, konnte Samstag 6.32 Uhr mit dem Pendolino von Cheb abgefahren werden.


Ich bin in Cheb nicht gestartet!, sondern abgefahren. Und ich war Fahrgast!, und nicht Passagier.

Zur Nutzung des Zuges verwendete ich die „celodenni sitova“, eine jizdenka, bzw. Fahrkarte, auch Fahrschein genannt. Tickets! gibt es am Flughafen. Zur Entwertung dieser kam das Zugpersonal, und keine Zugbesatzung!

Der Zug endete in Praha hlavni nadrazi. Er stoppte! dort nicht, er hielt an.

Nur mal so am Rande zur Formulierung in dt. Sprache. Nicht wie andernorts diese Flugsprache bei einer Eisenbahn sich eingeschlichen hat…

Nach einigen Bahnsteigrunden im Hauptbahnhof, bei der sich nichts weiter ergab, und dem Kaffee drunten in der Unterführung, wählte ich einen Cityelefanten um 10.50 Uhr raus auf Smichov.Da Zeit war ging ich rauf in die Schwemme.




Restaurace? Nun ja, pivnice wäre besser…




Die Eingangstüre von innen “gute alte tschechoslowakische Schlosserskunst“. Klapprig aufeinander scheppernder Stahl aus Vierkant, Winkel und Flacheisen fabriziert.




Kaffee und Bier treibt zumindest bei mir das Wasser, die Nieren auf Hochleistung gestellt. Runter zur Bahnhofshalle, Rundgang machen, und zum WC, das Pissoir zu 5 Kc in der Nutzung gebucht.

Tristesse hier? Einfach vergessene Republik von vor 1993. Nur wenige Zutaten der Neuzeit. Die Installationen für Strom, Wasser der Heizung zweckgerecht. Es hängt halt herum.

Freilich, man könnte ja “was schöneres” anschauen. Z.B. was touristisches! Was “historisches”. Aber das Zeug steht in Jahren noch.

Doch ich behaupte, das Smichov den Status Denkmal schon reserviert hat. Eine Entkernung wird hier mal so behutsam stattfinden wie vor wenigen Jahren in der Schalterhalle von Cheb oder As.

Und ob in Smichov diese Renovierung unter Gesichtspunkten eines Brandschutzes vereinbar ist? Der treibt daheim in D seltsame Blüten der Übertreibung...



Papír! Analog. Ein wunder, das der hier noch so vor sich hin wurstelt. Doch irgendwann werden die Konzerne rufen ob weiterer Flächen.

Sie sitzen ja auch schon drin in Überzahl in diesem Gebäude.

Das Zeug da drinnen in dem Altpapierlager zig mal getauscht, angekauft und verkauft. Abgegriffen! Einem Museum gleich.




Der Ladeninhaber links war beständig am Sortieren und auswechseln seiner Ware. Auffüllen oder vorbereiten für die neue Arbeitswoche.

Und die Kundschaft ganz klar, älteren Semesters. Irgendwas findet sich an Lektüre. Für Unterwegs, sahen sie doch aus nach kleinem Ausflug hinaus an die Berounka oder in den Brdy.

Das wird die Demografie bald gezeitigt haben.



Monströs auf ganzer Länge der Halle. C.Wiesner 1954 ist rechts unten im Gemälde zu lesen.

Da isser: cs.wikipedia.org/wiki/Richard_Wiesner Cesky malir, ein böhmischer Maler.



Wichtig sind die drei Damen rechts. Beschäftigen sie sich doch mit der Hopfenernte.



Nebst neuen SKODA-Zügen rumpeln hier ausreichend Tatras. Die komischen Hauben rechts stellen die Lüftung zur U-Bahn unten drunter her.



Noch ist etwas Zeit auf den gewünschten Zug mit gewünschter Lok. Erst zum Sonntag Mittag/Nachmittag hin wird der Betrieb hier wieder anziehen.

An Arbeitstagen zu Stoßzeiten? Da geht noch was um. Zwar sinds nur mehr drei Kassen.



Und die zukünftige, hier Schalterfenster „7“ (in Form der Werbetafel) ist präsent!

„Muj vlak“, die Applikation für das smarte Phon eines jeden Bürgers.



Und dann rauf um 12.08 Uhr auf den Bahnsteig. Da isse!

Im sledovani https://sledovanihv.blogspot.com/ und unter „CD OCÚ Východ (Brno)“ im Turnus 301 wird man fündig. 362 161 http://sledovani.55p.cz/brno_301_2019/

-So- steht für Sobota, das Datum sieht jeder, demnach mit Zug R986 angekommen. Man fahre mit der Maus in die Kopfzeile auf die Nummern. Per Hyperlink springt die Information zum Lokeinsatz auf.

Bei der DieBahn sind derlei Betriebsgeheimnisse...



Ein erstes Porträt, analog und digital. Kann sein, es klappt heuer andernorts in Sonne, dann da nochmal.

Nach entkuppeln entschwand die Lok zur Umfahrung ihrer Zuggarnitur. Die rote Seite hatte ich freilich auch mit eingesackt.



Regiojets dritte, und meine auch. 386 203. Die werden sich bestimmt bald weitere TRAXXe zulegen/müssen. Ob Vectrons auch noch kommen?

Jedenfalls hat CeskeDrahy mit den gelben Zügen arge Konkurrenz ins Haus bekommen.

Es ist 12:30 Uhr, ich entschwinde auf den Bahnhofsvorplatz ins “U Perónu”. Böhmen modern, mit geschafften Spagat ins Heute.

Mit einem Schnellzug aus Richtung Bayrisch Eisenstein fuhr ich zum Hauptbahnhof zurück. Noch etwas Wandeln in der Halle, bevor mit 14.45 Uhr Rückfahrt auf Cheb.

Schon klar, das ich auch in Smichov hätte einsteigen können. Nur ist es am Hauptbahnhof halt doch abwechslungsreicher.



Das Wesen “Sazava”Tal ist mir bis dato weitgehend unbekannt. Und das wird auch so bleiben. Der Blubber 754 051 hier war am Heizen seiner zwei Wägelchen für die Fahrt auf Cercany.



Mir hinterdrein aus Smichov nochmals Fandi a Jakolev.

http://www.jakolev.cz/

Das kann hier eruiert werden. Der Tschechen Heiligtum ist Hockey. Und das ganzjährig. Warum Bundesligavereine keine Loks der DieBahn bekleben lassen?



Retro-Bügeleisen 111 011 am östlichen Ende wartend, da wo der Autoverlad ist.



Östlich das Najbrt-II-Vieh am Arbeiten, 111 031.

Brütet die DieBahn über elektrische Rangierloks für Stuttgart oder München usw. ob einer kranken Feinstaub-Diskussion, und obwohl schon zu DRG-Zeiten im Reich als E63 z.B. existent, hatte die CSD das in den 70er entwickeln lassen.

cs.wikipedia.org/wiki/Lokomotiva_110

Mit Unterbaureihen 111, 113, 114 und den 210. Selbst Hybride mit einem kleinen Dieselmotor entstanden, diese jedoch nicht mit dem Gedanken des “last-mile”, sondern mehr der Bedienung von Randgleisen in Bahnhöfen.

Erwähnt sei hier auch der Einsatz der reinen Ellok 210 und Mitnahme von Batteriewagen...



Kurz vor Heimfahrt ein “arriva-vlaky” mit Fahrtrichtung Nitra/Sk. Ob man es 2019 mal schafft, in Prag einzusteigen, und sich den Hintern wund zu sitzen bis runter über den Vlara-Pass in die Slowakei?

Ein fulminanter Abend in einem guten Hotel in Nitra, Sonntags wieder heim...

Schauen wir mal was kommt.

17.27 Uhr war ich wohlbehalten in Cheb zurück.







Text und Bilder: Markus Lohneisen