Akte E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn
L10 - Französische Privatelloks der HBL
Thomas Förster schickte folgenden Fall:
In Lothringen gab es eine Kohlenbahn namens HBL (Houllières du Bassin Lorraine), die heute von der SNCF in einer Tochtergesellschaft betrieben werden, die VFLI heißt. Aufgabe dieser Bahn war es, die Kohlengruben des Lothringer Beckens zu verbinden, den Transport der Kohle zur SNCF und zu Kokereien zu bewerkstelligen und Materialtransporte für die Gruben sowie Abraumzüge zu fahren. Das wurde mit Diesel und Dampf gemacht. Aber für den Streckenabschnitt Faulquemont - Folschviller soll es auch elektrische Lokomotiven für die französische Betriebsspannung 25 kV 50 Hz gegeben haben. Dazu suche ich Informationen:
Was waren das für Lokomotiven?
Gibt es Bilder von Ihnen? Sind es wirklich Maschinen der HBL oder SNCF-Loks gewesen?
Ist die Strecke von Faulquemont nach Folschviller eine HBL-Strecke gewesen oder wurde die SNCF-Strecke benutzt?
Wann war das?
Ich bin schon dort in der Gegend gewesen, aber habe keine Spuren gefunden. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sich trotz der ÖBB-Vorliebe des Hausherren dieser Homepage ;-) eine ziemliche Offenheit in Bezug auf die Elektrolok bei elektrolok.de herrscht und auch Themen aus Frankreich und Benelux durchaus Gehör und Lösung finden. Es wäre schön, wenn jemand mir weiterhelfen könnte, Danke im Voraus! Bleibt ja nur zu sagen: Bügel ab und mit Schwung durch! Grüße vom Förster
Beitrag von Michael Schneider:
Hallo,
Zu Fall 35 "Französische Privatloks" habe ich mal im www gesucht und bin da auf eine Seite gestossen, die vielleicht für den Fragesteller Thomas Förster von Interesse sein könnte, weil dort auch Fotos von E-Loks mit 25 KV / 50 Hz für die Beförderung bei HBL mit entsprechender Erklärung zu finden sind. http://www.rail.lu/materiel/siemensbmaglorraine.html
Ich weiß natürlich nicht, ob es zur "Aufklärung" dieses Falls beiträgt, weil mein Wissen auf dem Gebiet der Eisenbahn eher begrenzt ist, aber vielleicht hilfts.
Viele Grüße aus dem Saarland
Michael
Beitrag von Georg Schwach Neu!
Hierzu wird in dem unten notierten Titel S. 45 ausgeführt, daß kurz nach dem Congrès d'Annecy, bei dem die SNCF 1951 ihren elektrischen Versuchsbetrieb in Savoyen mit 1AC 20 kV 50 Hz vorgestellt hatte, die Houillères de Lorraine zwei Anschlußgleise mit 1AC 25 kV 50 Hz elektrifiziert haben. Die auf dem Anschlußgleis von Faulquemont eingesetzte Elektrolokomotive war nicht nur die erste für diese Primärspannung geeignete Elektrolokomotive Frankreichs, sondern hier auch die erste, bei der als Gleichrichter Ignitrons eingebaut worden sind.
Quelle:
Yves Machefert Tassin, Fernand Nouvion et Jean Woimant: Histoire de la
traction électrique - Tome 2: De 1940 à nos jours / Paris: La Vie du Rail,
1986.