Akte E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn
Fall L35 - Deutsche Beute-Elloks in Rußland
Schon seit längerer Zeit versuche ich etwas über das Dasein deutscher Beute E-Loks in Rußland zu erfahren. Es gibt Gerüchte über eine E44 die dort auf GS umgebaut worden sei. Nun, mehr durch Zufall habe ich folgenden
Link entdeckt: http://www.1520mm.ru/locomotives/lok-55/39.phtml
Ich kann aber mit Russisch nicht helfen! Hast Du da Beziehungen oder vielleicht jemand im Forum?
Grüße,
Gottfried Wild Anmerkung der elektrolok.de-Redaktion:
Wir nutzen diese Frage um einen neuen Fall zu den deutschen Beuteloks in Rußland anzufangen. Im Folgenden sollen hier Fragen zum Verbleib, Einsatz, Abstellorte, Rückkehr usw. zu den nach dem Krieg in die UdSSR abgefahrenen Loks geklärt werden. Dazu interessant ist auch ein Beitrag von Markus Huber, den wir bereits im E94er-Portrait veröffentlicht hatten:
1)Die E 94 074 befand sich nachweislich nicht in der Sowjetunion. Was die Daten aus Herrn Ulrich Walluhns "Lemberger Ellok-Liste" betrifft, gibt es unter den Eisenbahnfreunden einen teils erbitterten Streit. Ich selber habe mittlerweile auch gewisse Zweifel.
2) Die Russen wollten einen 15kV 16 2/3 Hz-Betrieb in Kasachstan aufbauen, davon berichtet Rakow im Buch "Russische und Sowjetische Lokomotiven", 1955.So gingen nachweislich, durch Transportpapiere belegt, Masten aus Demontagegebieten der SBZ nach Akmola in Kasachstan.Hans-Joachim Lange, der ab 1951 im RAW Dessau taetig war, berichtet von kyrillischen Aufschriften "Karaganda" an einzelnen E 94. Ich erklaere mir das so, dass einzelne E 94 in Kasachstan ankamen und dort herumstanden. Auch laut Rakow kam der Betrieb nicht zustande.
3) Die meisten E 94 und E 44 fuhren 1948-51 auf der Strecke Koshwa-Workuta, mit dem deutschen System elektrifiziert.Auganzeugen belegen dies, zB. Mitarbeiter des KW Muldenstein, die deportiert waren. Herrn Baezold, DDR-Elllokkenner, wurde gleiches inder UDSSR berichtet.Auf Grund des Zustandes muessen die Loks auch wirklich gelaufen sein.
Am Tag der Kapitulation befanden sich auf dem Gebiet der wiedererstandenen CSR drei E 94:
E 94 017, E 94 074 und E 94 078.
Die E 94 017 befand sich in einem Lokzug im Bahnhof Polaun/Polubny.Am 24.9.1946 wurde sie in die SBZ gefahren und spaeter in die UDSSR.
E 94 074 befand bei Kriegsende in Svoboda und E 94 078 in Pilnikov. Letztere wurde dann in die UDSSR abgefahren und kehrte 1952/53 in die DDR zurueck. Beide Loks gehoerten zum BW Trautenau/Trutnov.Am 32.12.50 befand sich die E 94 074 in Martinice. Sie wurde 1952 in Nymburk verschrottet.
Quellen:
-Bestand des BW Trautenau/Trutnov, erhalten von Herrn Hans-Juergen Wenzel aus Koblenz
-andere Daten aus Bestaenden von CSD-Dokumenten des Staatsarchivs Prag
Markus Huber
Beitrag von Thomas Rose
Hallo,
zu diesem Thema wird diese russische Seite aufgeführt:
http://www.1520mm.ru/locomotives/lok-55/39.phtml
Diese Seite habe ich mal automatisch übersetzen lassen. Das Ergebnis
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Rose
Beitrag von Gottfried Wild Neu!
Was die auf Gleichstrom 1500 Volt umgebauten Loks betrifft, gibt es nun scheinbar eine zufriedenstellende Antwort. Ein Freund aus dem Baltikum hat mir eine kurze Übersetzung des russischen Textes eingereicht:
"...According to locomotive E44-047 it is clear that this locomotive after rebuilding to 1500 V DC was used till 1958 and after that sent to Dnepropetrovsk railway engineers institute (university)."
Ob auch andere ex-DRG Loks umgebaut wurden, geht aus dem Text nicht hervor, bleibt also noch unter Fragezeichen. Persönlich glaube ich es nicht aber, es ist nur meine persönliche Meinung dazu.
Grüße,
Gottfried Wild