Akte E elektrolok.de
Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn



Akte E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn

Fall L28 - Unbekannter E-Triebwagen im Eisenbahn Museum St. Petersburg

Hallo!
Vor einiger Zeit erhielt ich eine Anfrage des Lettischen Eisenbahn Museums in Riga über ein unbekanntes Fahrzeug, das auf dem Areal des Eisenbahnmuseums in St Petersburg abgestellt ist. Meine lettischen Freunde haben ihrerseits die Fotos aus Russland erhalten und keiner weiß eigentlich, was das für ein Fahrzeug ist. Der Triebwagen sieht eindeutig nach DRG aus, wie eine Hälfte des 25 kV 50 Hz ET255. Auf einem Drehgestell befindet sich ein Fabrikschild mit der Nummer, Waggonbau Görlitz, 43064/1949. Ob das ein Beutefahrzeug ist oder, eine Neulieferung an Russland? Ob nur die Drehgestelle neueren Datums sind? Interessanterweise haben die Lagerbüchsen an den Drehgestellen die typisch russische Variante, während die DRG schon Rollenlager benutzte. Obwohl die Fotos das nicht beweisen, da die entsprechenden Einrichtungen fehlen, heißt es schließlich, es soll mal ein E-Tw gewesen sein. Leider konnte niemand bist jetzt was herausfinden, nicht mal das Stromsystem unter dem das Fahrzeug gefahren ist. Wie es weiter heißt, soll die Wagenhälfte demnächst restauriert werden, jedoch nur äußerlich. Das ist dem Museum in St Petersburg eigen, sie restaurieren und stellen aus nicht nur russische Fahrzeuge sondern, auch solche aus Fremdproduktionen. Neulich wurde sogar ein alter rumänischer Vorkriegs-Diesel Tw im neuem Lack dem Publikum vorgestellt!
Weiß jemand etwas über dieses Fahrzeug? Was sagen die Statistiker und Fabriknummern Sammler?


Noch ein Hinweis, die Fotos unterliegen dem Copy Right, trotz mittelmäßiger Qualität, und ich habe die ausdrückliche Genehmigung zu ihrer Veröffentlichung nur auf elektrolok.de.
Vielen Dank im voraus,
Gottfried Wild



Beitrag von Markus Ladewig

Hallo,
nach dem ersten Eindruck könnte es sich um den a-Teil eines ET 31 handeln. Von den 13 Triebzügen waren nach dem Krieg nur noch 4 Züge in Deutschland (DB) im Einsatz. Der Rest ist verschollen. Die ET 31 fuhren mit 15 kV /16,7 Hz. Die SZD hatte eine Strecke mit diesem System ausgerüstet (siehe auch E 94). Es ist aber auch möglich, das dieser Triebzug (1949 in Görlitz ?) auf Gleichstrom, oder 50Hz Wechselstrom umgebaut wurde. Das Fabrikschild von 1949 kann aber auch von der Umspurung auf 1520 mm Breitspur stammen.

Markus Ladewig




Beitrag von Robert Laux

Bei dem Bild in der Akte E vom 17.12.2007 handelt es sich um den Nachfolger des ET 25 um den Elektrischer Triebwagen ET 31 der in Schlesien im Einsatz war. Sie verkehrten u.a. in Dreifachtraktion auf der Strecke Breslau-Hirschberg, wo die Zugeinheiten geteilt wurden und als Flügelzüge weiter nach Görlitz, Polaun und Krummhübel liefen. Je nach Beförderungsaufkommen fuhren die ET 31 auch als vierteilige Einheiten mit zwei Mittelwagen. 1945 und mit Näherrücken der Ostfront wurden drei Einheiten nach Westen abgefahren. Die anderen drei Triebzüge sind entweder zerstört oder als Beutegut in die Sowjetunion abtransportiert worden.

Robert Laux


Beitrag von Detlef Winkler

Hallo,
auch ich schließe mich der These an, dass es ein Endteil eines ET 31 sein könnte, dann allerdings der b-Teil, der a-Teil hatte noch Gepäckraumtüren. Trotzdem ist alles recht rätselhaft, scheinbar weiß man über die Drehgestelle in Görlitz auch nichts, das EK-Buch über den Waggonbau Görlitz schweigt sich darüber jedenfalls aus. Vorstellbar ist allerdings, dass die Drehgestelle zwar aus Görlitz stammen, aber zu einem anderen Fahrzeug gehörten und erst später unter den Triebwagen kamen. Auch die Kopfform scheint verändert zu sein, der ET 31 hatte ja nur zwei Fenster und die waren leicht nach hinten geneigt, das hier sieht aus, wie drei Fenster an gerader Stirnfront. Möglicherweise ist da aber auch nachträglich dran gearbeitet worden, der Wagen macht zumindest nicht den Eindruck als ET gelaufen zu sein, sicher war es ein Bahndienstwagen. Die Russen haben zwar viel umgebaut (sogar E 44 in Gleichstrom), aber das waren meist Einzelfahrzeuge zu Versuchszwecken. Ich denke, auf (und neben) Abstellgleisen (gerade im Westen der ehemaligen UdSSR) kann man da noch vieles aus der Heimat entdecken, aber meistens eben nur noch als Bahndienstfahrzeug oder schlichtweg als Lagerschuppen oder Baubude.
Viele Grüße
Detlef Winkler


Beitrag von Peter Glanert

Hallo Freunde,
bei dem gezeigten Fahrzeug handelt es sich eindeutig um einen ehemals deutschen Triebwagen. Die vordere, runde Stirnseite mit gerader Sirnwand und vier Fenstern und die hintere glatte Stirnwand mit schmaler Tür lassen auf einen Triebwagenteil der Baureihe ET 25 schließen. Die Anzahl der Fenster sowie Ausführung und Anordnung der Türen in der Seitenwand sprechen für den a-Teil des ET 25. Die Schürzen der Bodenwanne wurden entfernt, da sie offensichtlich den breiteren Drehgestellen im Wege waren. Die dahinter untergebrachte elektrische Ausrüstung wurde nicht benötigt, da die deportierten deutschen elektrischen Triebwagen bei den SZD als "normale" Personenwagen verkehrten. Aus Mitteldeutschland gelangten 1946/47 die ET 25 005, 009 und 011 in betriebsfähigem Zustand in die UdSSR, während die Deportation des einzigen, zum Kriegsende noch in Schlesien vorhandenen ET 25 023 (mit Standort in Trautenau) wahrscheinlich, aber bisher noch nicht eindeutig geklärt ist.
Peter Glanert


Beitrag von Detlef Winkler

Hallo,
ich möchte zu Herrn Glanerts Beitrag noch einige Bemerkungen machen: Für den ET 25 würde die Stirnfront sprechen, dann stimmt aber die mittlere Tür nicht, da hatte der ET 25 Doppelschiebetüren, aber vielleicht ist die auch umgebaut worden. Für den a-Teil (der auch beim ET 25 den Gepäckraum beinhaltete) sprechen die schmalen Fenster im vorderen Teil, der b-Teil hatte dort breitere Fenster (2. Klasse), dann müsste aber die Gepäckraumtür zugesetzt worden sein.
Insofern muss ich meine These zum ET 31 revidieren, da hatte ich mich von der Einfachschiebetür leiten lassen. Geht man aber davon aus, dass die Fenster noch die Originalmaße haben, so scheint der ET 25 wahrscheinlicher zu sein, denn der ET 31 hatte breitere Fenster.

Viele Grüße
Detlef Winkler




Beitrag von Helmut Linke

Hallo guten Tag,

ich habe mit viel Aufmerksamkeit die einzelnen Beiträge zu diesem Fall gelesen und dabei eine Menge Fotos und Bücher gewälzt. Nun es ist schwer eine richtige Aussage zu treffen um welchen Ursprungstyp es sich hier handelt.

Ich bin der Ansicht handelt sich bei dem Triebwagen um die Reste eines ET 51 aus der zweiten Bauserie, oder noch wahrscheinlicher um einen Steuerwagen BC4i elS-37.

Diese eT/elS hatten drei Stirnfenster, und nach dem Führerstand das schmale Fenster sowie drei größere Abteilfenster, dann die Einstiegsschiebetür.

ET 25 schließe ich aus, warum?

Sämtliche ET 25 besaßen vier Fenster in der Stirnfront sowie eine Übergangsdrehtür, keine Schiebetür wie in einem Beitrag geschrieben wurde,
In der Seitewand als Fahrgasteinstiege in der Fahrzeugmitte immer eine Doppelschiebetür mit darüber liegenden Lüfteinlässen im Dachbereich. Am Kurzkuppelende wieder eine Einfachschiebetür.

Es stellen sich folgende Fragen;

warum sollten die Russen die komplette Stirnfront umbauen? Wenn es sich um einen ehemaligen Steuerwagen handelt dann wurde nur die mittlere Übergangsdrehtür verschlossen.

warum erfolgte ein Umbau von einer Doppelschiebetür auf eine einfache Schiebetür? Der Fahrgastwechsel geht dadurch nicht zügig von statten.

Betrachtet man das Bild von der Rückansicht des Russen TW so kommt ein Steuerwagen elS 51 eher in Betracht, da der hintere Einstieg in unmittelbarer Nähe der Stirnwand liegt.

Die eT 25 besaßen neben der Übergangstür den verkleideten Schacht von der Hochspannungseinführung- Dachleitung zum Hauptschalter. Dadurch war die Seitenwand in dem Bereich auch länger, immer nur eine Wagenseite.

Die Drehgestelle entsprechen der Bauart Görlitz, bis auf die Achslager, die sehen russisch aus. Allerdings handelt es sich dabei um Laufdrehgestelle, keine Maschinendrehgestelle was auf das vorhanden sein von Fahrmotoren hätte hinweisen können.

Die eingeschlagene Zahl 1949 ?? kann das Jahr des Umbaues bei den Russen sein.

Die hintere gerundete Rückwand haben die Russen einfach abgeschnitten, der Pufferträger für die Zug und Stosseinrichtung bleibt somit unverändert erhalten.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen ehemaligen Steuerwagen. Im Buch Die elektrischen Einheitstriebwagen der Deutschen Reichsbahn Band 1: die Wegbereiter ET 51 und 65 ist ein Foto des ET 5113 und Steuerwagen elS 2357 abgedruckt. Des weiteren enthält das Buch ein Faltblatt mit der Grundrisszeichnung des BC 4i elS-37.

Um eine endgültige Aussage machen zu können, wären weitere Seitenansichten von großer Hilfe denn dann kann die Akte geschlossen werden.

Helmut Linke


Beitrag von Thomas Scherrans

Hallo,
zur Diskussion um den ET hier ein Fotos eines elS 37 aus dem Nachlaß von Alfred Kniffler, aufgenommen 1939 in Halbstadt. Bei der Betrachtung der Front wird für mich klar, daß der Petersburger Wagen nicht aus der 51er Serie stammen kann. Ein Foto eines ET 25 kann ich leider nicht beisteuern, aber da gibt es ja genügend Veröffentlichungen.

Aufgrund der Ausrundung der Stirnfront des Petersburger Wagens wird es sich sehr wahrscheinlich um einen ET 25 handeln, vgl. Beitrag Peter Glanert.
Gruß Thomas Scherrans


Beitrag von Peter Glanert

Der ET 25 besaß 4 Stirnwandfenster. 1 Fenster davon befand sich in der Stirnwandtür (bei Blick von vorn auf den ET das zweite von rechts). Die Oberkante der Tür - und das ist ein entscheidendes Merkmal für den ET 25 (und auch den ET/ES 51.0) - befand sich direkt unter der Dachkante, ragte also in den oberen Zierstreifen hinein. Die Perspektive und die Qualität des Fotos zeigen zwar nicht eindeutig alle 4 Fenster, doch alle anderen Einheits-ET und ES mit Stirnwandtüren (auch nicht die ES 25!), die in Schlesien und Mitteldeutschland beheimatet waren, besitzen nicht diese charakteristische Oberkante der Stirnwandtür.
Als mögliche Fahrzeuge, die in die SU deportiert wurden, kämen hier infrage: ET 25, ET 31, ET 51.0, ET 51.1, ES 25, ES 51.0, ES 51.1 und EB 51.0.

Beim Vergleichen von Fotos und Typenblättern fallen beim ET 25 kleine Unterschiede auf:
elT 1801-1807, 1815-1827 (ET 25 015-021, 001-010, 022-023):
Türtaschen der Doppelschiebetür an der Türunterkante am Übergang der Bodenwanne zur Seitenwand schräg. Ebenso sind auch ausgeführt elT 1808-1814 (ET 25 101-107), die uns hier nicht weiter interessieren.
elT 1832-1838 (ET 25 011-014, 025-027)
Türtaschen der Doppelschiebetür an der Türunterkante am Übergang der Bodenwanne zur Seitenwand eckig. Ebenso sind auch ausgeführt elT 1828-1831 (ET 25 108-111), die uns hier ebenso nicht weiter interessieren.

Alle diese Fahrzeuge besitzen jedoch ein gemeinsames Merkmal: Die Unterkanten der Doppelschiebetüren befinden sich weit unterhalb des Wagenfußbodens im Bereich der Bodenwanne.
Auf dem Akte-E-Foto ist meiner Meinung nach nicht eindeutig ersichtlich, ob es sich um eine Doppel- oder Einfachschiebetür handelt, aber es ist die eckige Ausführung der beiden Türtaschen eindeutig zu sehen. Das lässt zumindest auf eine Doppelschiebetür im Ursprungszustand schlussfolgern.

Nun ein kleiner Gedankensprung zu dem von Helmut Linke favorisierten ET/ES 51.1:
Sowohl der Trieb-, als auch der Steuerwagen verfügen über weniger ausgerundete Stirnwände als der ET 25;
Die Oberkante der Stirnwandtür befindet sich unterhalb des roten Zierstreifens (das ist auf dem von Th. Scherrans beigesteuerten Foto sehr gut zu erkennen);
Die Unterkanten der Einfachschiebetüren schließen mit der Unterkante der Seitenwand ab; es sind hier keine schrägen oder eckigen Anpassungen an die beim ET/ES 51.1 ohnehin nicht vorhandenen Bodenwannen er- forderlich und demzufolge auch nicht vorhanden.
Vom Führerstandsende des ES 51.1 aus gesehen schließen sich auf der im Akte-Foto gezeigten Perspektive folgende Seitenfenster an: 1 schmales vom Führerstand, 3 breite Abteilfenster, 1 schmales im Einstiegraum und dann die Einfachschiebetür. Dieses schmale Fenster im Einstiegraum fehlt auf dem Petersburger Foto.

Zum besseren Verständnis zuvor eine kurze Klärung: Der a-Wagen, im Typenblatt links und mit "H" gekennzeichnet, besitzt hinter dem Führerstand 3 geschlossene 2.-Klasse-Abteile und dahinter den Einstiegraum mit Doppelschiebetüren. In diesem Bereich verfügen die Seitenwände (von der Stirnwand aus gesehen) einheitlich über folgende Fensteranordnungen: 1 schmales Führerstandsfenster, zwei 1200 mm breite Gang- bzw. Abteilfenster, ein 930 mm breites Gang- bzw. Abteilfenster und daran anschließend die Doppelschiebetüren.
Der Gepäckraum befand sich im b-Teil. Hier stimmt die Fensterteilung überhaupt nicht mit der des Fotos überein und scheidet bei unseren weiteren Betrachtungen aus.

Der am Kurzkupplungsende befindliche Hochspannungsschacht war nur bei den Ausführungen des ET 25 mit "eckigen" Türtaschen vorhanden.
ET 25 mit "schrägen" Türtaschen besaßen diesen Schacht nicht. Da es sich hier um ein Fahrzeug mit "eckigen " Türtaschen handelt, könnte dieser Schacht, da ebenfalls nicht mehr erforderlich, abgebaut worden sein. Es blieb danach ja die normale Stirnwand übrig. Da zwischen beiden Fahrzeugen einseitig angeordnete Druckpuffer mit gegenüberliegenden Druckplatten vorhanden waren, ließen sich hierauf ohne größere Probleme Puffer montieren. Aber wozu? Die SZD haben doch Mittelpufferkupplung. Aber wozu brauchten die Russen Puffer und Schraubenkupplung? Hat Jemand da eine Idee? Das könnte das Einsatzgebiet lokalisieren.

Zusammenfassend komme ich zu folgendem Schluss:
1) Das abgebildete Fahrzeug ist ein a-Teil eines elT 18. Das schränke ich auf Grund der "eckigen" Doppeltürtaschen ein auf die Fahrzeuge elT 1832-1838 und 1828-1831, also die späteren ET 25 011-014, 025-027 und 108-111.
Welche Fahrzeuge davon gelangten in die UdSSR? Von den in Mitteldeutschland beheimateten ET 25 brannten die ET 25 013 und 014 aus, der ET 25 011 war bis März 1946 in Betrieb und kam Ende 1946/Anfang 1947 in die SU. Damit wäre der ET 25 011 auch der einzige aller in Frage kommenden Triebzüge dieser Gattung mit den "eckigen" Türtaschen. Der aus Schlesien in die SU verschleppte letzte ET 25 023 besaß, ebenso wie die mitteldeutschen ET 25 005 und 009, die schrägen Türtaschen.
2) Das Fahrzeug in Akte-E verfügt über eine runde und eine glatte Stirnwand, ein Hinweis auf einen ET 25.
3) Beim genauen Betrachten des Fotos sind auf der Führerstands-Stirnwand auch vier Fenster auszumachen, schade, dass das alles im Weiß untergeht. Nur der ET 25 besaß vier Stirnwandfenster.
4) Die Oberkante der Stirnwandtür ragt in den Zierstreifen bis unmittelbar unter die Dachkante hinein. So ausgeführt nur beim ET 25 sowie ET/ES/EB 51.0 (aber nicht beim ET/ES 51.1!).
5) Fenster- und Türaufteilungen in der Seitenwand entsprechen dem ET 25, passen jedoch nicht zum ET/ES/EB 51.0, die außerdem an beiden Wagenenden abgerundete Stirnwände besaßen.
6) ET/ES 51.1 schließe ich aus wegen der vom Foto abweichenden Höhe der Türunterkanten.

Also meine ganz spezielle Vermutung: Der dargestellte Wagen ist der ehemalige ET 25 011a des BW Magdeburg Hbf, der noch im März 1946 zum BW Leipzig West umstationiert wurde.

Viele Grüße von Peter Glanert




Beitrag von Thomas Scherrans

Hallo,
im HiFo bei Drehscheibe online wurde folgender Link für weitere Fotos angegeben.
http://www.railfanclub.spb.ru/forum/viewtopic.php?f=21&t=59

Vielleicht hilft er, die eine oder andere Unklarheit auszuräumen.

Im Beitrag wird der Wagen quasi zum Verkauf angeboten, aber wenn sich in Deutschand nicht mal jemand findet, den ET25 aus Haltingen wieder betriebsfähig herzurichten, was soll man dann mit dem Schrott?

http://www.et25-foerderverein.de/

Gruß Thomas Scherrans




Beitrag von Peter Glanert

Hallo, meinen Beitrag über den ET im St. Petersburger Eisenbahnmuseum möchte ich berichtigen. Zwar handelt es sich nach meiner Ansicht nach wie vor um einen Triebwagen des ehemaligen ET 25 011, jedoch nicht um den Wagen a, sondern um den Wagen b.
Begründung: Auf dem DRG-Typenblatt 528e der Fahrzeuge elT 1832ab bis elT 1838ab (spätere ET 25 011-014, 025-027) sowie auch auf den Typenblättern der anderen ET 25 hat sich ein gravierender Fehler eingeschlichen. Hie wird der Wagen mit den Abteilen der 2. Klasse als Wagen a bezeichnet, der Wagen mit Traglasten- und Gepäckraum (mit zusätzlicher Schiebetür in beiden Seitenwänden) als Wagen b. Das Typenblatt des elT 1801ab .... zeigt in der Seitenansicht neben diesen Angaben auf dem 2./3.-Klassewagen die Beschriftung "H", der andere 2.-Klassewagen mit dem Traglasten-/Gepäckraum die Beschriftung "V". Hier sind die in meinem letzten Beitrag erwähnten Widersprüche erkennbar: Wagen a mit Bezeichnung "H" ist der Wagen mit 2.-Klasseabteilen, Wagen b mit Bezeichnung "V" ist der Wagen mit Traglasten- und Gepäckraum, äußerlich erkennbar an der Schiebetür für den Gepäckraum.

Betrachtet man Fotos des elT 18/ET 25, so fällt folgendes auf:
Der Wagen elT 18xx/ET 25 a trägt die Bezeichnung "V" und besitzt die Gepäckraumtür und
der Wagen elT 18xx/ET 25 b trägt die Bezeichnung "H" und besitzt keine Gepäckraumtür.


elT 1835 (ET 25 014) LeW000040 RBD Halle (Bildstelle RBD Halle, Sammlung Peter Glanert)

Dies ist gut zu erkennen auf dem Foto (Bildstelle RBD Halle) des elT 1835ab, dem späteren ET 25 014 ab. Der linke Wagen zeigt eindeutig unter dem seitlichen Führerstandsfenster den Buchstaben "H". An der Seitenwand befindet sich der Schriftzug "1835 b Halle". Über eine Gepäckraumtür verfügt dieser Wagen nicht, sondern nur der hintere "1835 a Halle". Das Foto zeigt den Triebzug in der gleichen Ansicht wie das in diesem Fall eingangs eingestellte Bild aus St. Petersburg.

Schlussfolgerungen:
Auf den Typenblättern der DRG wurden der Zeichnung die Bezeichnungen "Wagen a" und "Wagen b" falsch zugeordnet. Richtig ist also Wagen a = "Vorn" mit Traglasten- und Gepäckraum und Wagen b = "Hinten" mit Abteilen 2. Klasse. Demzufolge befindet sich im St. Petersburger Eisenbahnmuseum der ehemalige ET 25 011 b ohne Gepäckraumtür mit Abteilen 2. Klasse und mit "H" bezeichnet.

Viele Grüße
Peter Glanert


Beitrag von Thomas Beller Neu!

Hier ist eine gegenseitige Info:
Lediglich der ET 25 011 b blieb als Bahndienstfahrzeug erhalten und steht heute im Eisenbahnmuseum St.Petersburg.
Viele Grüße
Thomas Beller



e-mail: info@elektrolok.de
© elektrolok.de