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Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn



Akte E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn

F06 - Schnelles Verblassen des Außenlacks

Hallo,
habe folgende Frage. Es ist mir jetzt schon des öfteren aufgefallen, dass die Neubauloks(Br 145 185,152) nach nur ein paar Jahren bezüglich der Aussenfarbe total verblasst und alt aussehen. Woran liegt das? Schlechte Qualität der Farbe, oder schlechte Wartung? Billigprodukte durch die Bahn AG eingekauft?
Gruss und Danke
Günter Dutreux


Beitrag von Frank Z.
Hallo Günter,
die von Dir geschilderte Problematik bezieht sich grundsätzlich nicht unbedingt auf die von Dir genannten Baureihen, sondern ist auch bei anderen Baureihen zu beobachten. So wirst Du vor allem bei 218ern und 628ern eine starke Verfärbung des grauen Rahmens feststellen, die schon etwas ins bläuliche geht. Im Gegensatz zu den Lacken, die bei der Deutschen Bundesbahn verwendet wurden, sind die heutigen Lacke alle aus Wasserbasis. Das hat umweltpolitische Gründe, die auch durchaus gerechtfertigt sind. Allerdings sind diese Lacke gegenüber ihren Vorgängern nicht ganz so alterungsbeständig. Ein ähnliches Phänomen kannst Du übrigens auch beobachten, wenn Du die sehr schädlichen Pflanzenschutzmittel der 70er Jahre mit den heutigen vergleichst. Zum anderen ist auch, das klingt vielleicht paradox, ist aber so, auch die Pflege Schuld an der verwaschenen Lackierung. Die Waschmittel, die verwendet werden, sind relativ scharf, sie müssen schließlich den Bremsstaub und den Betriebsschmutz bekämpfen. Nach jeder Wäsche verschlechtert sich so der LAckzustand ein wenig. Bei den ersten Lacken auf Wasserbasis (orientrot) konnte bei der ersten Wäsche eine regelrechte rote Verfärbung des Waschwassers festgestellt werden. Allerdings, auch das muss vielleicht angeführt werden, verwendete man früher auch Mittel, die die Loks besonders schön glänzen ließen. Eines davon hieß "Lavipol". Die Loks glänzten danach wie "frisch aus dem AW". Solche Mittel werden heute nicht mehr verwendet. Viele Grüße
Frank


Beitrag von Thomas Förster Neu!

Hallo,
ich kann mich einfach nicht beherrschen und schicke mal ein Foto ein. Es zeigt die 151 026, die am 13.09.1999 in Süd-Nord-Richtung durch Bebra rollt. Für mich war der damalige Zustand des Lackes allemal ein Grund, die Lok zu fotografieren! Ich meine, daß es sich dabei aber noch um eine Lackierung aus der Anfangszeit handelt, als die ersten Versuche mit Lacken auf Wasserbasis im Bahnbetrieb gemacht wurden. Ich glaube, daß diese Lacke damals noch viel empfindlicher gegen Umwelteinflüsse waren und damals Loks mit starken Verblassungen oder in diesem Fall besser, restlichen Farbpigmenten viel häufiger waren als heute. Mit Einführung der verkehrsroten Farbgebung hat sich das meiner Meinung nach sehr gebessert. Franks Ausführung, daß sich bei derartigen Kandidaten das Waschwasser rot färbt, kann ich mir anhand der 151 026 lebhaft vorstellen.

Übrigens: nebenbei habe ich immer wieder mit Teilausbesserungen der Lackierung meines Autos zu tun. Auch in dem Bereich gibt es inzwischen Lacke auf Wasserbasis, die jedoch teilweise mit Klarlacküberzug zum Schutz vor Auswaschung oder UV-Einwirkung versehen werden. Ist das bei Eisenbahnfahrzeugen ähnlich?

Grüße vom Förster


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