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E-Stories
Oktober 2006Internationaler Verkehr in LuxembourgThomas Förster
Reisen

28./29.10.2005:
Am 28. und 29. Oktober konnte ich in Luxembourg einige Filme "durchziehen" und dabei einige interessante Begebenheiten festhalten:

Den Einstieg bildete der Besuch des Bahnhofs Kleinbettingen im Westen Luxembourgs. Zur Erinnerung: für den Verkehr mit Belgien ist die Hauptstrecke von Luxembourg Hauptbahnhof über Kleinbettingen nach Belgien mit 3000 Volt Gleichstrom elektrifiziert. So kann die SNCB ohne Probleme bis in die Hauptstadt des Großherzogtums fahren. Als wir am 28.10. mittags in Kleinbettingen eintrafen, kamen gerade die SNCB 2359 und 2358 als Lz-Doppel aus Luxemburg zurück. Der Pendelverkehr zwischen Kleinbettingen und Luxembourg wurde in der Vergangenheit mit etwas älteren belgischen Gleichstrom-Triebwagen besorgt. Jetzt pendeln dort DB-628! Aktuell am 28./29. im Einsatz war 628 455.

Später in Luxembourg stand der 628 dann auch im Stumpfgleis für die Pendeldienste auf Gleis 2. Auf Gleis 1 stehen jetzt immer die "Gumminasen" Reihe 500 der SNCB als IC-Triebwagen, der 502 wurde von der CFL 1101 flankiert, die "Bereitschaft" für Abstelldienste schob.

Im Hintergrund das Gerüst mit den Schalteinrichtungen für das Wechseln der Fahrleitungsspannung u.a. von Gleis 3.

In diesem Gleis laufen die durchgehenden Schnellzüge ein, so der "Vauban" oder "Iris" mit Laufweg Bruxelles-Midi - Brig und zurück. An diesem Wochenende hatte die SNCB 2004 die Beförderung im Gleichstromteil zu übernehmen, im Wechsel mit BB 15000 der SNCF. Dabei läuft ein aus Belgien kommender Zug im Gleis 3AB ein. Die SNCB-Lok schaltet ab und senkt den Stromabnehmer, wird abgekuppelt, und dann wird die Fahrleitungsspannung gewechselt. Anschließend kann die SNCF-Lok aus der Bereitstellung an das andere Ende des Zuges setzen und dann mit ihm abfahren, nachdem eventuell noch Verstärkungswagen beigestellt wurden. Ist das Gleis wieder frei, dann wird der Fahrdraht wieder umgeschaltet und die SNCB-Lok zieht vor, bis in ein umfahrbares Gleisstück vor dem Bahnsteig, in dem sie die Ankunft des IC aus Brig abwartet, den sie dann wieder, nach umgekehrtem Prozedere, weiter nach Bruxelles-Midi befördert:

2204 zieht ihren IC nach Gleis 3AB. BB 15060 übernimmt die Beförderung des IC nach Süden durch Ostfrankreich bis Basel

SNCB 2004 steht in einem Abschnitt von Gleis 3, der restliche Verkehr läuft um sie herum

BB 15024 kommt mit dem IC nach Bruxelles auf Gleis 3AB an, sie umfährt die wartende 2204 am Bahnsteigende

jetzt hat sich 2204 an das andere Ende gesetzt und fährt den Zug weiter

BB 15024 kann jetzt in die Abstellanlage abrücken. Da sie mit dem üblichen Stromsystem Luxemburgs arbeitet, kann sie ins Depot.

Der Verkehr zwischen Luxemburg und Frankreich wird mit Triebwagen der Reihen CFL 2200 und SNCF Z 24500 abgewickelt. Diese Züge sind baugleiche Doppelstock-ET. Und einige Z 6300 sind auch noch unterwegs, am 28.10. war es der Z 6315 aus Thionville. Seine luxemburgischen Pendants der Reihe 260 und die kleineren Verwandten der Reihe 250 sind ausgemustert und nach Rumänien überführt:

SNCF Zx 24520 trifft aus Nancy ein SNCF Z 6315 steht zur Rückkehr nach Lothringen bereit CFL 2204 ist ebenfalls als "RB" nach Nancy eingeteilt. Die französischen Z2-Triebwagen scheinen nicht mehr nach Luxemburg zu kommen.

Die Schnellzüge von Paris nach Luxembourg werden ebenfalls nicht mehr lokbespannt mit SNCF BB 15000 gefahren, sondern man hat - Vorgriff auf Juni 2007 - den TGV eingesetzt. Am 28.10. gab es daher für mich ein Wiedersehen mit TGV 28007 und TGV 28008 mit ihrer Folienbeklebung, die ich zuletzt am 25.August in Paris gesehen hatte (siehe hier).



Zwischen Deutschland und Luxemburg fahren mittlerweile auch die DoSto-Züge der CFL mit den 4000ern. Sie kommen über Trier bis nach Schweich, speziell im Pendlerverkehr. Man macht auf 4006 sogar Werbung dafür!

Natürlich sind die bekannten Intercities Norddeich-Luxembourg zwischen Koblenz und Luxembourg noch fest in der Hand der 181². Die lassen sich den Zug selbst in der Abstellanlage nicht nehmen und werden abgebügelt mitsamt der Zuggarnitur weggestellt, wie am 28.10. die 181 212 "Luxembourg". Am 29.10. verlässt 181 201 mit IC 434 pünktlich um 10:24 den Bahnhof Luxembourg. Und dann sind da noch die omnipräsenten DB-628, die auch hier wieder "herumwuseln".



Gute Überleitung zum Binnenverkehr - auch hier sind die 628 wieder zu finden…aber natürlich auch CFL-Fahrzeuge. Augenscheinlichst sind die neuen 4000er mit ihren DoSto-Zügen.

Die CFL nutzt ihre 4000er als Aushängeschilder daher auch für unterschiedlichste Werbungen - die 4010 fordert so zum Beispiel auf letzebuergesch zum Klimaschutz auf.

Daneben sind die CFL-Z2 der Reihe 2000 im ganzen Herzogtum unterwegs, der CFL 2016 steht am 28.10. gerade mit einem Kopf über dem großen Tunnel in der "Großbaustelle" Bahnhof.

Apropos Baustelle: Die Maßnahmen dienen der Herrichtung des Bahnhofs an die neuen Anforderungen, die unter anderem durch die Einführung des TGV Est ab Juni 2007 entstehen. Man hat vom Bahnhofsvorplatz, am Rande des Busbahnhofes, quer unter dem Bahnhofsgebäude und den Gleisen hindurch einen Tunnel gegraben, in dem Bagger und Radlader herumwuseln. Das soll wohl der neue Zugang zum Bahnhof werden. Jedenfalls ruhen alle Gleise in diesem Bereich jetzt auf Brücken, und das dritte Gleis ohne Bahnsteig in Bahnhofsmitte ist entfernt, die verbliebenen Gleise 5 und 6 in die Mitte gerückt und die Bahnsteige zunächst provisorisch verbreitert worden. Auch die 181 212 ist beim Umsetzen durch den Baustellenbereich gefahren, am äußersten Bahnhofsrand.

Auf allen Fahrplänen sind die Züge ohne Gleis aufgeführt, man ist zur zeit sehr flexibel und verlegt die Züge dorthin, wo es am besten passt - bis auf die Belgier natürlich, die ja ihren Gleichstrom brauchen. Aber wir waren ja beim Binnenverkehr: Etwas überrascht war ich durch eine absolut "belgienkompatible" Garnitur auf Gleis 3BC, die aus der CFL 3016 und 4 belgischen Wagen bestand.

Vielleicht wird damit die Nordstrecke bedient? Neckisch fand ich auch den Umstand, dass die 3016 neben einem DoSto-Zug vor der Kulisse der alten Formsignale stand. Die Form des Hauptsignalflügels kennt man ja, aber was aus der Scheibe des Vorsignales geworden ist? In der eckigen Form konnte sie nicht mit schon bestehenden Signalen anderer Bedeutung verwechselt werden, wozu das Ur-"Spiegelei" schon mal Veranlassung bot…

Soweit die Kurzschilderung meiner Erlebnisse des letzten Oktoberwochendes. Vielleicht fühlt sich ja der eine oder andere jetzt "genötigt", auch mal unserem kleinen Nachbarn mit seiner großen Eisenbahn einen Besuch abzustatten…

Fotos und Text: Thomas Förster
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