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E-Stories
Juni 2010Ein Tag in die VergangenheitSascha und Heiner Prochazka
Reisen

Ein Tag in die Vergangenheit

Anlässlich des Jubiläums "175 Jahre Deutsche Eisenbahn" veranstaltete das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn am 19. und 20. Juni 2010 ein Schnellzugloktreffen. Leider mussten einige Loks ihre Teilnahme absagen. Trotzdem wurde es eine gelungene Veranstaltung.

Zu Beginn unserer Fahrt begegneten uns im Einstiegsbahnhof München-Pasing 185 518 (TXLogistik - Transped) und ...

...vom BW Pasing kommend 120 104 auf dem Weg zum Hbf. München



In Heilbronn angekommen präsentierte sich vor dem Eingang als Empfangsdame 44 1489


Im Eingangsbereich fühlt man sich gleich in die Vergangenheit versetzt - stand doch hier eine alte Gepäckwaage mit historischen Gepäckstücken. In einem Nebenraum befand sich eine historische Fahrkartendruckmaschine.

Das Museum verfügt über einen 1893 erbauten Ringlokschuppen und ist der letzte in Originalzustand aus der Zeit der "Königlich Württembergischen Staatseisenbahn", in dem sich auch die Werkstatt befindet, wo die Loks wieder aufbereitet werden. Zwischenzeitlich verfügt das Museum über 20 aufgearbeitete Maschinen und 10 Fahrzeuge sind in Arbeit. So auch die 001 173-4

Im Gelände wurden ein paar Loks zur genaueren Betrachtung auf der 1943 erbauten sogenannten Einheits-Gelenkdrehscheibe präsentiert -sie hat eine Tragkraft von 350 Tonnen und ist heute ein einzigartiges Technikdenkmal in der Region. Die erste war die Französische Dampflok 231 K22 der SNCF, diese wurde 1916 als zweite Lok dieser Baureihe gebaut. Die zunächst die PLM-Betriebsnummer 6222 erhielt. Im Januar 1925 bekam die Bezeichnung 231-C-22 . Abgestellt wurde die Lok am 1.4.69 und wurde im Anschluss auch ausgemustert. 1970 fand sie im 2. größten Eisenbahnmuseum "Steamtown" in Carnforth / Grafschaft Lancashire ihre neue Heimat, bis nach ca. 25 Jahren das Museum aufgelöstwurde. Nach zähen Verhandlungen kam sie wieder nach Deutschland. Seit 2001 befindet sie sich in ihrem Altersruhesitz, in Heilbronn. Davor war sie noch in Nördlingen abgestellt.


Die bei der großen Brandkatastrophe am 18.10.2005 in Nürnberg-Gostenhofen schwer in Mitleidenschaft gezogenen 23 105 wurde in liebevoller Kleinarbeit wieder aufgearbeitet und die frisch restaurierte Lok konnte das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die im Jahr 1959 gebaute Lok wurde am 4/5.Mai 2006 mit 86 457 nach Heilbronn überführt.

Ebenfalls war ausgestellt die Stromliniendampflok 01 1102 Baujahr 1940. Die Lok erreichte bei einem Gesamtgewicht von 188 t immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Sie wurde rund um München vor Schnell- und Regierungssonderzügen eingesetzt. Im Jahr 1944 kam sie ins BW Kassel um repariert zu werden. Dort verrichtete Sie ihren Dienst ca. einem Monat und wurde anschließend auf Grund Kriegswirren im Bahnhof Marburg/Lahn abgestellt. Im September 1950 ersetzte man die Stromlinienverkleidung durch normale Windleitbleche. 1953 erhielt sie einen neuen Tender und ein Jahr später einen Hochleistungskessel. Abgestellt im BW Rheine und am 12.04.1973 ausgemustert. Im Februar 1995 wurde sie nach Meiningen überführt und abgearbeitet. Bereits am 24.Okrober 1995 war ihre erste Probefahrt bei der sie 150 km/h erreichte. 1. Februar 1996 bekam sie auch wieder ihre Stromlinienverkleidung und der Abnahmetag war am 1.März 1996. Nachdem im Februar 2010 die Räder abgedreht wurden, steht ihren nächsten Ausfahrten nichts mehr im Wege.



Neben 012 104 und 44 1616 (Baujahr 1943) war auch 44 1378 im Lokschuppen abgestellt, diese wurde am 21.10.1942 von der Firma Krupp in Essen ausgeliefert. Ihre aktive Karriere beendete sie am 20.07.1991 im BW Nordhausen. Nachdem sie ausgemustert worden war, erwarb die Lok ein westdeutscher Eisenbahnfreund und wurde im BW Strassfurt hinter- stellt. Seit Sommer 1999 ist die Lok in Heilbronn.


Neben den großen Schlepptenderloks durften auch ein paar kleine Dampfloks nicht fehlen. Neben ihren großen Schwestern stand 80 014 vorm Lokschuppe. Die Lok wurde von der R. Wolf AG, Abteilung Lokfabrik Hagans in Erfurt unter der Fabriknummer 1228 im Jahre 1927 gebaut. Am 27.Juli war 1959 erfolgte ihre Abstellung. Anschließend wurde die Lok nach Aufarbeitung von einer Bergwerksbahn verkauft. Nachdem die Lok bei mehreren Eisenbahnmuseen (Unter anderem Steamtown in Carnforth bei England ) abgestellt war, ist sie seit 2002 in Heilbronn.


Etwas versteckt im Freigelände war 64 289 (Baujahr 1934, Abstellung 21.12.1973) und 89 7531 (ehemalige Lok 13 der BLE). Diese Lok wurde 1898 von der Maschinenfabrik in Esslingen gebaut und somit die älteste Dame im SEH. Bei der Verstaatlichung der BLE am 1. Januar 1938 wurde die Lok gemäß dem Nummernschema der Deutschen Reichsbahn in 89 7531 umgezeichnet. Ihre Heimat BW´s waren unter anderem Braunschweig Nord, BW Börßum, Halberstadt, Hannover Hbf, Braunschweig, Oberhausen-Osterfeld Süd, Duisburg-Ruhrort Hafen und zuletzt Rbd Essen, dort wurde sie auch abgestellt. Danach kam die Lok allerdings wieder als Werklok 3 des Ausbesserungswerks Schwerte in Dienst. Nachdem die Lok als Denkmal ausgestellt war, ist sie seit 2003 in Heilbronn.


Doch was wäre ein Schnellzugtreffen ohne unsere E-Loks? Hier konnte das Eisenbahnmuseum Koblenz die Ausstellung komplettieren: Die noch betriebsfähige E18 047 wurde von der Firma AEG gebaut und am 12.08.1939 von der DRB in Dienst gestellt. U. A. gewann diese Serie 1939 sogar den Grand Prix in Paris - hier erreichte sie die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Am 31.07.1984 wurde die Lok bei der DB ausgemustert und ging am 07.01.1985 in den Museumsbestand über. Davor bekam die Lok noch im AW München Freimann eine Hauptuntersuchung.


Natürlich durfte die bis dato schnellste E-Lok Deutschland´s die "Rheingold"- farbene 103 113 nicht fehlen. In den ersten der 70er Jahre wurde die BR 103 noch vor D Zügen eingesetzt ging aber bald in das neue IC Netz über. In den ersten Jahren beförderte die 103 vor allem TEE/EC/IC und IR Züge. Im Jahr 1988 gingen die Leistungen durch die neu Gebauten BR 120 erstmals zurück. Nach Einführung der neuen ICE-Triebzüge (1991) verloren die 103 immer mehr an Bedeutung. Die Loks wurden fast nur noch vor IR Züger, aber auch gelegentlich im Güterverkehr eingesetzt. 1997 wurden die Loks bei der DB nach und nach ausgemustert und durch die neue BR 101 ersetzt. 103 113 wurde am 29.5.2005 im BW Frankfurt z-gestellt. Nach ihren Fristablauf ging sie in den Bestand des DB Museums über. Daneben stand 113 311 als E10 1311 Jan. 1964 in Dienst gestellt (ehemals BR 112 - 1991 umgezeichnet in BR 113)

Auch der Vorgänger der BR 103 war anzutreffen: die blaue 110 348 (Baujahr 1964)

Auch E40 128 war vom DB Museum Koblenz da, sie brachte 103 113 und 110 348 zum Fest. Die Baureihe E40 (ab 1968 BR 140) gehört zu den so genannten Einheitsloks und waren ziemlich Baugleich mit der BR 110 und 139. Die BR 140 wurde ab 1957 gebaut und brachte bei einem Gewicht von 86t eine Geschwindigkeit von 110km/h. E40 128 wurde am 26.06.1959 in Dienst gestellt und wurde vor Güterzügen, aber auch gelegentlich vor Nahverkehrszügen eingesetzt. Am 01.04.2005 wurde die Lok ausgemustert und ging anschließend in den Bestand des DB Museums über. Ihre letzte Revision hatte die Lok am 21.05.2001. Noch sind einige Loks der BR 140 im Güterverkehr nicht ganz weg zu denken.

150 186 (Indienststellung 15.11.1972) war leider in der Halle abgestellt. Von dieser BR (Baujahr 1957) wurden insgesamt 194 Loks gebaut und überwiegend im schweren Güterverkehr eingesetzt. Nach der Einführung der Loks der Baureihe 151 und später der BR 152 wurden die Loks Stück für Stück ausgemustert. Zum Jahresende 2003 waren alle Loks ausgemustert.

V20 101 (Anfang der 40er Jahre Wehrmachtslokomotive gebaut) und eine KÖF brachten die verschiedenen Maschinen punktgenau auf die Drehscheibe, um uns Betrachtern diese von allen Seiten betrachten zu können.

Auch zu sehen waren einige Kleinfahrzeuge, u. A. eine Draisine Klv1 2 4681

Im oberen Teil des Betriebsgebäudes befand sich eine imposante Anlage in Spur 1 - hier hatte man einen guten Einblick in die Welt der Modellbahn…

Zum Abschluss möchten wir dem Organisator und seinen vielen ehrenamtlichen Helfern (sichtbar und unsichtbar) sowie allen Mitgliedern, die an der Aufarbeitung der verschiedenen Maschinen mitwirkten, unseren herzlichen Dank aussprechen - denn nur mit diesem Enthusiasmus ist es möglich, die Vergangenheit aufleben zu lassen.

Bei der Heimfahrt noch einen Blick auf die Stadtbahn Mannheim, die hier in Heilbronn den S-Bahnverkehr betreibt.


Im Umsteigebahnhof Stuttgart machten wir noch die Sichtung der 101 047 "Sicherheit im Blick" Versuchslok mit LED Zugspitzenbeleuchtung.


Einen Zwischenstopp machten wir in Geislingen um die dort abgestellte or 151 134 (derzeit Schublok auf der Geislinger Steige) abzulichten.

Bis zur Weiterfahrt hatten wir noch etwas Zeit, so kamen wir in den Genuss, 2143 21 der SVG (Staudenbahn) mit 2 Dieselloks im Schlepp, ...


...sowie den TGV 9575 (Paris-München) mit Zug 4407 abzulichten.

Text und Bilder: Heiner und Sascha Prochazka
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