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E-Stories
April 2005650 Kilometer durch Bayern - Auf der Jagd nach den Münchner Kasten-110ernHans Sölch
Baureihen

von Hans Sölch
Nachdem am Samstag schönes Wetter vorhergesagt worden war und ich ausnahmsweise mal uneingeschränkt Zeit zur Verfügung hatte , stand einer Eisenbahn-Tour durch Bayern eigentlich nichts mehr im Weg. Doch an welchen Orten boten sich geeignete Motive? Zum einen war für Samstag eine Dampfzugfahrt von München Ost nach Innsbruck angesetzt. Daneben sollte es wegen Bauarbeiten auf der Strecke Prien - Traunstein zu Umleiterverkehr einiger Züge über die Mühldorfer Strecke kommen. Es bot sich also an, das Ganze mit einer Jagd auf die letzten Kasten 110er zu verbinden. Immerhin waren in München zu diesem Zeitpunkt noch 14 "Flachnasen" (110 114, 175, 178, 191, 198, 209, 210, 211, 223, 224, 230, 231, 233, 272), 6 "Bügelfalten" (110 292, 343, 244, 345, 347, 351, 352) und natürlich die drei letzten 113er (113 267, 268, 309) im Einsatz. Leider waren die meisten Loks unter der Woche unterwegs, so dass es am Wochenende schwerer sein würde die begehrten Maschinen vor die Linse zu bekommen.

Ausgestattet mit einem Fahrplan und dem aktuellen 110er-Umlauf legte ich mir dann eine Route zurecht, die mich - dank des Bayern-Tickets - in 15 Stunden von Rosenheim bis nach Regensburg und Augsburg führen sollte und einige Besonderheiten des 110er-Umlaufs beinhaltete. Der Nachteil: Um das Pensum zu schaffen, musste ich um 5:58 Uhr ab Rosenheim losfahren...
Der Frühzug nach München war am 16. April von 111 057 (r.) bespannt, die bereits um 5:30 Uhr auf Gleis 1 im Rosenheimer Bahnhof rangiert worden war.

Eigentlich wollte ich ja zum Hauptbahnhof, doch es kommt ja immer alles anders als man denkt. Zeitgleich mit unserem Personenzug für auf den hinteren Gleisen eine orientrote Kastenlok mit einem Autozug ein. Beim zweiten Blick entpuppte sich die Lok als die letzte orientrote Kasten-110er, die 110 276 (l.)! Das ging ja gut los! - es ist kaum zu glauben, wie schnell man einen Zug verlassen kann, wenn man nur will! Die Lok beförderte den AZ 1427 nach Innsbruck und machte im Ostbahnhof Halt um ein paar Autowagen abzuhängen - mein Glück, denn so konnte ich die Lok in Ruhe erwischen. Erst anschließend ging es dann wie geplant zum Hauptbahnhof - oder besser gesagt zur Donnersberger Brücke, um dort ein paar Züge bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof zu fotografieren. Immerhin war eine flache 110 im Abstelldienst eingesetzt, während eine andere im Vorfeld auf ihren nächsten Einsatz wartete. Ansonsten viele ICEs aller Arten, so wie der 403 025 und 403 007 (r.), der in den Hauptbahnhof bereitgestellt wird.



Der nächste Programmpunkt sah die 01 066 mit ihrem Sonderzug von München Ost nach Innsbruck vor. Also zurück zum Ostbahnhof. Dort war der Bahnsteig auch schon brechend voll mit Leuten. Mit etwas Verspätung traf die Lok dann auch im Ostbahnhof ein (l.) und war alsbald von einer Schar an Fotografen umringt. Doch der Spuk war so schnell vorbei wie er gekommen war. 10 Minuten nach Abfahrt des Zuges war ich wieder der einzige Fotograf, der die Leerfahrt der 120 127 (r.) auf Platte bannte. Die Lok hatte zur den Autozug 1485 aus Hamburg in den Süden gebracht.



Zurück zum Hauptbahnhof und dort zum Holzkirchner Flügelbahnhof, wo der Zug nach Mühldorf auf mich wartete. Mittlerweile war es 9 Uhr und in der Halle stand schon der EC 63 mit der 101 041 bereit. Von den zwei Dieselloks noch keine Spur. Dafür ruhte sich am Holzkirchner Bahnhof im besten Licht die 218 354 (l.) aus. Erst als ich im Zug war, sah ich die 218 437 und 218 405, die sich vor die 101 setzten. Um einen geeigneten Fotoplatz für die Durchfahrt des EC zu erhalten, wollte ich unbedingt auf die stromlose Strecke hinter Markt Schwaben. Gleichzeitig lies mein Plan aber keine großen Zeitreserven zu, so dass ich mich für Hörlkofen als Aufnahmeort entschieden hatte. Mit einem satten Polster von fast 50 Minuten wagte ich mich rund einen Kilometer vom Bahnhof entfernt an die Strecke vor - schließlich sollte der EC ja kurz nach meiner Regionalbahn kommen. Sollte! Zunächst kam aber ein Güterzug mit 217 und 225 und die Zeit wurde immer knapper. Erst um 10:10 war es dann soweit - ich stand schon auf Kohlen, da mein Rückfahrt nach München um 10:23 in Hörlkofen abfahren sollte. Zum Glück war die Anreise nicht vergebens wie das Bild der 218 437 + 218 405 + 101 041 + EC 63 (r.) beweist:



Wieder mal im Hauptbahnhof - der scheint ja fast magnetische Anziehungskraft zu besitzen. Wieder hatte ich Glück - die 110 116 (sollte eigentlich in Dortmund beheimatet sein) war im Abstellzugdienst eingesetzt und hatte gerade die italienische Garnitur des EC 87 in die Halle gebracht (l.).
Über einen kleinen Abstecher nach Landshut - wo mir die Vampir-111 durch eine kleine Verspätung durch die Lappen ging - ging es weiter nach Regensburg, wo kurz nach der Ankunft ein schwerer Erzzug mit 151 164 und 151 107 zu sehen war (r.).


Der eigentliche Grund dieses Abstechers hieß aber RE 5606 - seines Zeichens ein internationaler Schnellzug von Prag nach München mit tschechischen Wagen im Range eines Regional-Express, der am Samstag und Sonntag planmäßig mit 110 bespannt wird. Hier lachte Fortuna dann wieder, denn die flache 110 209 sollte diesmal den Zug nach München weiterbefördern. Auf dem Bild (l.) ist der RE 5606 neben dem Triebwagen VT 23 der Vogtlandbahn zu sehen. Für Südlichter eine Seltenheit sind die Loks der Baureihe 143, die sich zwar noch bis nach München verirren, aber schon dort eher zu den Exoten zählen. Deshalb war auch die 143 160 (r.), die den RB 26620 aus Eggmühl nach Regensburg brachte ein Foto wert.


Auffallend war der rege Güterverkehr auf der Strecke, so konnten u.a. die WLB ES 64 U2 024 und die 185 059 mit langen Güterzügen bei der Durchfahrt durch Regensburg beobachtet werden. Es war übrigens das erste Mal, dass ich einen WLB-Taurus vor die Linse bekam.


Fest in Hand der 111 ist die Donautalbahn zwischen Regensburg und Ulm. Am jenem Samstag war u.a. die Vorserienlok 111 002 auf dieser Relation eingesetzt, die um 14:45 den RB 11388 zu befördern hatte (l.). Für die Dispolok-Freunde kam dann auch der BoxXpress-Taurus in Form der ES 64 U2 015 (r.) durch Regensburg. Die Lok hatte ich am Morgen bereits bei der Einfahrt in den Münchner Südbahnhof gesehen und nicht fotografieren können, so dass mir die Leerfahrt nun gerade recht kam. Bevor ich den Zug zurück nach München nahm. Eigentlich hätte ich auch über die Donautalbahn bis Donauwörth fahren können, doch drei Minuten zum Umsteigen nach Augsburg waren mir in Donauwörth zu wenig.


Also wieder mal der Hauptbahnhof. Allerdings nicht ganz ohne einen zweiten Grund - die Rückleistung des Prager Sonderlings RE 5607 (l.). Dieser bot sich bei der Zwischenunterbrechung auf dem Weg nach Augsburg geradezu zum fotografieren ein. Allerdings zeigte sich, dass die vier Wagen deutlich zu wenig waren für den Ansturm der Massen, die den Zug benutzen wollten. Bereits zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges standen die Leute bereits in den Gängen des Zuges. Und eine Reisegruppe von ca. 20 Leuten stürmte gerade den ersten Klasse-Waggon. Im letzten Wagen am Prellbock gab es sogar nicht einmal mehr die Möglichkeit in den Wagen zu kommen. Zum Glück hatte ich meine Regensburg-Tour schon hinter mir.

Nochmal etwas für die Dispoloks-Fans: Ein weiteres Schmankerl war der zweite BoxXpress-Taurus, der sich in Form der ES 64 U2 031 (r.) auf dem Starnberger Flügelbahnhof ausruhte. Kurz darauf kam auch die ER 20-006 mit dem Alex in die Landeshauptstadt.


Letztes Ziel der 110er-Safari war die Stadt Augsburg, wo laut Plan am Abend zwei 110er-Leistungen nach Donauwörth und Nürnberg zu fahren waren, wobei eine davon planmäßig als Vorspannleistung aufgeführt war. Man dürfte also gespannt sein.
Bei der Ankunft in Augsburg wurde ich dann auch positiv überrascht gleich drei 110er waren auf den ersten Blick abgestellt - davon immerhin zwei Kastenloks (110 211 und 231) sowie eine Bügelfalte am anderen Ende des Bahnhofs. Zunächst rückte aber eine andere Rariät in mein Blickfeld. Der RB 21096 nach Füssen hatte neben dem 628 239 auch den Vorserienzug 628 102 am Haken (l.) - immer eine willkommene Abwechslung! Eine weitere Überraschung war die am Westende des Bahnhofs abgestellte Bügelfalten-110, die sich als 113 267 entpuppte. Nachdem die 110 231 gerade in diesem Augenblick an den Zug nach Donauwörth rangierte, war ein Bild mit den beiden Kastenformen nebeneinander möglich (r.).
Die beiden Leistungen der 110er im Bild. Links steht der RE 4150 von Augsburg nach Nürnberg abfahrbereit in Augsburg Hbf. Zuglok war am diesem Samstag die einzige Bügelfalkten-110 des Tages, die 110 343 (l.), die sich pünktlich um 18:27 auf den Weg in die Frankenmetropole machte. Die andere Leistung bespannte wie bereits gelesen die 110 231. Als Vorspann vor 111 051 (r.) wird sie um 18:57 die RB 11876 nach Donauwörth bringen.


Die letzte fehlende 110 soll natürlich nicht fehlen. Die noch mit alten Lampen ausgestattete 110 211 wartete in Augsburg auf ihren nächsten Einsatz. Daneben fährt gerade der EC 67 aus Paris aus, der an jedem Zugende mit einer Lok der Baureihe 101 bespannt war. Während die 101 039 die Zuglok mimte, fungierte die 101 004 als Nachschub. Schon etwas müde, machte ich mich danach wieder auf den Weg zurück nach München. Dennoch sollte es noch ein paar Höhepunkte kommen.

Die erste Rarität zeigte sich in Form der Vampir-111, die wohl nur noch wenige Wochen in diesem Look unterwegs ein dürfte, da im Juni der Fristablauf und damit eine Hauptuntersuchung mit Neulackierung in verkehrsrot droht. Mit dem RE 26042 ergab sich die Möglichkeit zu einer stimmungsvollen Abend-Aufnahme (l.)
Eine weitere Werbelok traf mit dem IC 2393 ein. Die THW-101 014 ist aktuell die dienstälteste Ganzreklamelok bei der Baureihe 101 (r.). Sie wurde im September 2000 beklebt.



Zu den weniger im Fernverkehr verbliebenen Loks der Baureihe 112.1 gehört die 112 122, die in Berlin beheimatet ist. Da der Fernverkehr mittlerweile nicht mehr Loks der Baureihen 139/140 für die Leistungen rund um den Münchner Kirchturm anmietet, müssen die Fernverkehr-Baureihen der Reihen 120.1 und 101 und auch die 112.1 in diesen untergeordneten Diensten eingesetzt werden.

Zum Abschluss boten sich noch zwei Motive am Holzkirchner Bahnhof - der 605 010 (l.) steht immer noch unverändert im Flügelbahnhof und wartet auf sein weiteres Schicksal. Nachdem die Österreicher den Kauf der Züge mittlerweile abgelehnt haben, ist die Zukunft dieser Züge wieder völlig offen. Die Heimfahrt erfolgte dann mit dem RE 31037, der von 111 028 (r.) nach Salzburg gebracht wurde.


Text und Fotos: Hans Sölch
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