- Warum werden keine Lokomotiven mit Luftfederung gebaut? - Ist es wahr, dass DC-Lokomotiven keinen Trafo brauchen? Wenn nein, wie regeln sie denn den Strom ? - Wie funktioniert "Euro-Balise"?
Antworten auf diesen Fall:
von Detlef Winkler
01.10.2003
Hallo, Warum werden keine Loks mit Luftfederung gebaut - Luftfederung wird in erster Linie zur Verbesserung des Fahrkomforts genutzt, der ist bei Reisezugwagen, aber sicher nicht bei Lokomotiven entscheidend. Auch hat ein Lokkasten eine ganz andere Masse als ein Wagenkasten, was größere Federbälge bedüfte und deshalb einen großen Aufwand bringt, der eben nicht lohnt, weil eine Stahlfederung den Zweck auch erfüllt. Ich nehme an, dass Sascha Jansen im Fach Physik aufgepasst hat - Gleichstrom lässt sich nun mal nicht mit einem Trafo umspannen, das geht nur mit Wechselstrom. Bei Gleichstromloks regelte man die Fahrmotorspannung früher mit Vorschaltwiderständen und Gruppierung der Fahrmotoren (Reihe-/Parallelschaltung). Weiter kann man das Fahrmotorfeld schwächen (Shuntierung), um eine höhere Drehzahl der Fahrmotoren zu erreichen. Später benutzte man statt der Vorschaltwiderstände Thyristor-Pulssteller, die weitgehend verlustfrei arbeiten, aber es bleibt immer noch bei den relativ schweren Gleichstromfahrmotoren. Heute macht man das ganz elegant mit Halbleiter-Umrichtern, die aus Gleichstrom Drehstrom machen und treibt damit leichte Drehstrommotoren an. Die Euro-Balise ist ein Datenpunkt, der Informationen der Strecke an den darüberfahrenden Zug sendet. Die Balise befindet sich in Gleismitte, ist aber richtungsselektiv. Sie wird durch das darüberfahrende führende Fahrzeug eines Zuges (Lok, Trieb.- oder Steuerwagen) abgefragt, d.h. elektrisch erregt (Induktion) und sendet dann Datentelegramme, die im Fahrzeug ausgewertet werden. Zur Zeit wird das nur zur Geschwindigkeitsüberwachung der Neitec-Züge (612, ICE-T und -TD, die BR 610 und 611 haben die Balisenantennen noch nicht) verwendet, dabei werden aber nur die Geschwindigkeitsdaten der Strecke (sowohl für nicht bogenschnellen als auch für den bogenschnellen Betrieb) übertragen, Signale und vorübergehende La-Stellen werden weiter mit Indusi überwacht. Künftig sollen aber auch Signalstellungen übertragen werden, so dass man dann eine quasi-lineare Zugbeeinflussung hat. Die Datenübertragung erfolgt punktförmig, es werden aber die Daten für den kommenden Abschnitt übertragen, während die LZB ständig Kontakt zum Zug hat. viele Grüße Detlef Winkler