Das Thema Einheitsloks bietet eine Vielzahl an ungelöster Probleme. So schickte Sascha Jansen folgende Fragen:
* Ab welchem Jahr, bzw. welcher Loknummer wurde die 140´er mit Thyristorschaltwerk geliefert? * Wieviel kostete 1957 eine 140´er, bzw. 1973? * Warum werden 140´er und 151´er seit 1999 mit Einholmstromabnehmer ausgerüstet und nicht die 110´er, die ja auch noch einige Jahre "leben"?
Antworten auf diesen Fall:
von Uwe Arnold
03.04.2003
Hallo, ich kann leider nur zu einem der Punkte etwas beitragen. Auch nur das, was ich damals als Antwort auf meine verdutzte Frage wegen "falschrum" montiereter Einholmstromabnehmer auf BR 140 von einem DB-Cargo-Mitarbeiter erfuhr. Argument von Cargo damals war, daß Einholstromabnehmer wegen ihrer geringeren Masse grundsätzlich besser am Draht liegen und leichter den Schwingungen folgen können als Scherenstromabnehmer. Die BR139 und BR140 war das universelle Arbeitspferd zu der Zeit und sollte wohl noch was genutzt werden, daher die Idee, die Loks nachzurüsten, weil sie inzwischen vielleicht etwas Anfällig für gelegentliche Stromaussetzer bei schlechter Gleislage und schwingfreudigem Fahrdraht waren. Der gute Kontakt zum Draht ist besonders wichtig bei den schweren Anfahrten, wie sie im Güterverkehr eben häufig der Fall sind. Als Argument für den Falschrumeinbau galt zusätzlich, daß sich dadurch bei den im Gegensatz zum Reisezugverkehr doch relativ geringen gefahrenen Geschwindigkeiten mit in der Regel hinterem Bügel am Draht dessen Wippe mit den Schleifern besser dem Drahtverlauf folgen könnte. Vom Fahrwind, wie bei schnell fahrenden Zügen, konnte man wohl nicht so sehr profitieren. Nicht ganz unwichtig schien auch, daß die gerade neu bestellten 145 und 152 sowieso mit Einholmstromabnehmern geliefert würden, durch die Umrüstung also grundsätzlich in den Werkstätten zukünftig nur noch ein Typ bzw. dessen Verschleißteile bevorrated werden müssen. Vermutlich weil damals schon die 110er zum Nahverkehr gingen und dort schnell durch neue Loks bzw. die BR143 abgelöst werden sollten, hat niemand mehr Wert darauf gelegt, es bei den Reisezugloks auch durchzuführen. Oder, war man von der Wirkung doch nicht ganz so überzeugt? Aber vielleicht weiß ja jemand mehr dazu. Gruß Uwe Arnold
von Detlef Winkler
23.08.2003
Meines Wissens sind das Loks die im Projekt CIR-ELKE integriert sind (vereinfacht gesagt wird die LZB als "gleitender" Streckenblock benutz). Dort ist eine Schleifleistenüberwachung gefordert, die bei Schleifleistenbrüchen den Stromabnehmer senkt. Und die haben nur die modernen Stromabnehmerbauarten (pneumatische Überwachung) Gruß Detlef Winkler