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Lok-Vogel Sondeausgabe Nr. 8

Die Baureihe 181.2
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AKTE E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn
Nr. FallUrheberBegonnen amStatus
T01ScharfenbergkupplungTristan Engelmann20.01.2003
Hallo, hier mal meine Frage:
Durch den erneuten Boom der Triebwagen, sowohl als VT als auch als ET, erlebt auch das Scharfenbergkupplungssystem eine neue Blüte. Alle Neubauten (LINT, TALENT, DESIRO, 42X, ICE 1-3, ICE-T, ICE-TD Regiosprinter usw.) sind damit ausgerüstet, die ÖBB rüstet sogar ältere Wagen um.
Frage: Ist die Anbauhöhe genormt, oder bringt die jeder Herstellt nach eigenem Ermessen an, und sind die Druckluft- und E-Anschlüsse ebenfalls genormt, oder gibt es da eigene Systeme? Inwieweit sind die verschiedenen Baureihen untereinander kompatibel? Ich weiß, dass der ICE-T und der ICE-TD kompatibel sind und sich sogar über eine Mehrfachsteuerung trotz der unterschiedlichen Antriebskonzepte in Doppeltraktion fahren lassen. Weiterhin ist beim LINT das Kuuplungssystem auf 1060 mm montiert, siehe Bild.



Danke für die Antworten, MFG, Tristan

Antworten auf diesen Fall:
von Oliver Kotzbach24.03.2003
Hallo, zum Thema Scharfenbergkupplung kann ich folgendes sagen: Nicht alle Scharfenbergkupplung sind gleich. Die NOB hat eine preiswertere Variante beim Lint gewählt und hat dafür auch vermehrt Kupplungsprobleme zu verzeichnen. Die Regionalbahn Schleswig-Holstein hat mehr Geld für die Scharfenbergkupplung beim Lint ausgegeben. Die Lint's der RB S-H und der NOB sind untereinander nicht kuppelbar. Wer mal in Kiel ist, kann ja mal ein Blick darauf werfen. Dabei sieht man, das zumindest die elektrischen Anschlüsse nicht gleich sind. Die Anbauhöhe ist dagegen mit Sicherheit genormt Es muß ja ein ein Abschleppen per Notkupplung durch Regelfahrzeuge sichergestellt werden.
Gruß Olli

von Sachsa26.05.2003
Hallo,
als Lokführer denke ich, dass ich das Problem lösen kann, zumindest was die Fahrzeuge der Deutschen Bahn betrifft.
Zunächst zu der Anbauhöhe. Die Anbauhöhe ist genormt, so das man auch unterschiedliche Baureihen miteinander kuppeln kann. Also beispielweise einen 425 mit einem 644. Sogar ein 624 (hier sind die Wagen untereinander mit Schakus verbunden) kann man mit den Neubaufahrzeugen kuppeln, was natürlich kein Sinn macht, den der 624 hat ja keine offenliegenden Schakus. Das einzige was abweicht ist die Schakubauart bei den Nahverkehrsneigezügen (610, 611 und 612) diese hat eine eckige Öffnung und passt nicht zu den runden Öffnungen aller anderen Baureihen.
Was die Frage der Kompatibilität betrifft, ist man da nicht ganz so weit. Grundsätzlich dürfen verschiedene Baureihen nicht miteinander gekuppelt werden. Das liegt an unterschiedlicher Computersoftware. Jeder Hersteller hat da sein eignes Programm entwickelt und das passt dann unter Umständen mit dem einer anderen Baureihe nicht zusammen. Es gibt jedoch einige Baureihen die sich untereinander verstehen und auch zusammen fahren dürfen, z.B. 411/415 und 605 oder etwa 425 und 426.
Aber einen 643 darf man dafür nicht mit einem 644 kuppeln (die Zulassung fehlt). Eigentlich war es vorgesehen, alle Neubautriebwagen der Baureihe 64x (also 640, 641, 642, 643, 644, 646, 648) untereinander kompatibel zu machen. Leider ist das bis heute nicht der Fall. Die Fahrzeuge dürfen nur Artrein fahren.
Um eine liegengebliebenes Fahrzeug abzuschleppen. Kann man das Fahrzeug entweder mit der gleichen Baureihe abschleppen oder man nimmt eine andere und kuppelt die Fahrzeuge nur mechanisch (ohne die elektrischen Kontakte) oder man nimmt ein Fahrzeug mit "normaler Kupplung" und benutz eine sogenannte Übergangs- oder auch Notkupplung.
Ich hoffe die Frage ist damit beantwortet.
MFG
Sascha

von Thomas Fehres28.07.2003
Hallo!
Mein Name ist Thomas Fehres und ich habe 2 Fragen:
1)Zum Thema Kupplungen:Wie sieht denn eine Not-bzw. Übergangskupplung mit der man Fahrzeuge mit normaler Schraubenkupplung und Fahrzeuge mit Scharfenberg-Kupplung verbinden kann aus?
2)Bei vielen Loks ist etwas unterhalb der Frontfenster eine , manchmal auch zwei Steckdosen zu sehen an denen im Reisezugdienst ein vom 1.Wagen kommendes Kabel angeschlossen ist.Ich würde gerne wissen welchem Zweck diese Verbindung dient.
Mfg T.Fehres

von Jan Kajzar29.09.2003
Hallo, zur zweiten Frage von Thomas Fehres versuche ich mal eine Antwort.
Das Kabel zwischen dem ersten Wagen und der Lok, welches unter den Stirnfenstern von selbiger angesteckt wird, hat mehrere Aufgaben. Es wird allg. als UIC-Leitung bezeichnet. Diese ist 13polig. Inzwischen sind aber 18polige Steckverbindungen üblich, welche dann zumindest bei der DB als IS-Leitung bezeichnet wird. "IS" steht für integrierte Steuerung. Beide sind von den zu übertragenden Funktionen gleich außer, daß die IS-Leitung einiges mehr "kann".
Grundsätzlich dient die einzelnen Adern bzw. Aderpaare dieses Kabels zur Übertragung verschiedenster Signale von einzelnen Wagen des Zuges bzw. ganz besonders dem Steuerwagen zur Lok und umgekehrt sowie mehreren Loks und/oder Steuerwagen.
Vereinfacht gesagt gehen also über die IS-Leitung u.a. folgende Funktionen:
  • ZDS/ZWS/ZDS zeitmultiplexe Doppeltraktions- (nur für BR 120), Wendezug-(Steuerung der Lok vom Steuerwagen aus) und Mehrfachtraktionssteuerung (Steuerung von bis zu vier Loks von der ersten Lok aus oder dem Steuerwagen)
  • FMZ: frequenzmultiplexe Zugsteuerung (Zuglicht an/aus von der Lok aus, Fahrgastnotbremse, seitenselektive Türfreigabe usw.) z.B. bei den X-Wagen
  • AiZ: Automation im Zug, eine Weiterentwicklung von FMZ
  • NBÜ: Notbremsüberbrückung, wichtig für Fahrt auf SFS
  • ep-Bremse: zusätzliche elktrische Steuerung der pneumatischen Bremse, damit besseres Bremsverhalten des Zuges, z.B. spontaneres Ansprechen beim Einbremsen
  • TB0: Steuerung der Türblockierung 0km/h.
  • FIS: Steuerung des Fahrgastinformationssystems (Zugzielanzeigen usw.) im ganzen Zug
  • WTB (Wireed Train Bus): Zugbussystem über das später mal die Befehle und Meldungen sämtlicher bisher genannter Funktionen übertragen werden sollen. Nicht zu vergessen ist natürlich die Sprechverbindung Lok-Zug/Lok-Lok und die Ela für den Zub, damit der seine Durchsagen machen kann. Alternativ können diese natürlich auch vom Sprachspeicher kommen.
    Hoffe das war ausführlich genug.
    Jan

  • von Detlef Winkler01.12.2003
    Die 13- oder 18-poligen Leitungen sind beide als UIC-Leitung bekannt, das ist aber eher ein "volkstümlicher" Name. In der Tat heißen die Leitungen bei der DB IS-(Informations- und Steuer-)leitung. Es gibt Loks mit 13-poligen und 18-poligen Dosen, so dass wahlweise die Kabel gekuppelt werden können, natürlich haben die 13-poligen eine eingeschränkte Funktionalität. Übrigens geht ZDS auch mit anderen Loks (nicht nur 120), so auch mit 101, 112, 114, 143, 234...
    Viele Grüße
    Detlef Winkler

    von Robert Peter02.02.2004
    Mit Verwunderung lese ich, dass angeblich ÖBB Wagen nachträglich mit SCHAKU ausgestattet werden. Welche Wagen sollten das sein? Die einzigen (Güter)wagen, die eine mech. SCHAKU haben, laufen innerhalb der VOEST in Linz.
    Auch sollte man in Österreich mit dem Begriff Scharfenbergkupplung vorsichtig sein, denn nicht alle kommen aus dem Hause Scharfenberg. So trägt zum Beispiel die Reihe 4023 und 4024 Kupplungen der Firma Dellner.
    In Österreich sind ausschließlich die Reihen 4020, 4030.2, 4023 und 4024 sowie 5022 mit automatischen Kupplungen ausgestattet, die untereinander nur mechanisch, nicht aber elektrisch kompatibel sind. Bei der Reihe 4010 gibt es im Wagenverband eine mechanische SCHAKU. Ebenso auch bei der Reihe 4020. Derzeit werden die Kupplungen zwischen den Wagen entfernt und durch Steifkupplungen ersetzt.
    Selbst die Neubaufahrzeuge 5022 und 4023 sind nur mechanisch, nicht aber elektrisch kompatibel, da der 5022 24V Steuerleitungen, der 4023/24 100V Steuerleitungen besitzt.
    mfg Robert

    von Detlef Winkler05.04.2004
    Schaku ist der Firmenname (gehört seit einiger Zeit zu Voith), aber die Kupplung "Bauart Scharfenberg" wird in der Tat auch z. B. von Dellner geliefert, die bauen aber auch nach Scharfenberg-Zeichnungen, so dass die Köpfe kompatibel sind (gleiche Bauart vorausgesetzt). Es hat sich aber auch für die Kupplungsbauart an sich der Begriff "Schaku" eingebürgert, auch wnn sie von einem anderen Hersteller ist.
    mfG
    Detlef Winkler

    von Ludwig Reyer28.03.2008
    Hallo
    Möchte noch etwas für Fall 5 Scharfenberg Kupplungen beitragen!

    Das Bild zeigt die bei der SBB verwendete Schwabkupplung. Die SBB beschafft seit längerem Neubaufahrzeuge und hat als Kupplungslieferrant die Firma Schwab Verkehrstechnik AG in Neuhausen am Rheinfall b.Schaffhausen.
    Nun wie funktioniert dass Kuppeln dieser Neuartigen Kupplung Kuppeln von zwei Zügen
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    Dass zu Kuppelnde Fahrzeug steht im Gleis bereit, dabei rollt dass andere Fahrzeuge mit ca 5 Km/h drauf.Sobald die Mechanische+Pneumatische Verbindung hergestellt ist, schieben sich die beiden Vielfachsteuerungskästen zusammen und stellen damit die Elektrische Verbindung her.Es braucht also keine Menschliche Hilfe.
    ----------------------------------------
    Entkuppeln von zwei Zügen
    Zum Entkuppeln drückt der Lokführer die Entkupplungstaste,dabei trennt sich zuerst die elektrische Verbindung dann gibt es ein zweimaliges Zischen wo sich die Luftleitungen trennen.Sobald diese Verbindungen getrennt sind trennt sich die Mechanische ebenfalls damit sind die Züge fertig getrennt.
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    Handentrieglung und Abschleppkupplung
    Kann die Kupplung nicht mittels Entkupplungstaste gelöst werden, so kann man sie auch mittels Vierkantschlüssel trennen. Jedoch muss man die Vielfachsteuerung mittels Umstellhebel umgeschaltet werden damit sie getrennt werden kann, wenn die Vierkantschlösser betätigt werden.
    Wenn man ein Zug mit einer solchen Kupplung abschleppen will so braucht es eine Uebergangskupplung, diese wiegt ca 40 Kilo und wird in den Zughaken des Abschleppfahrzeug montiert. Beim Abschleppfahrzeug muss die Luftleitung mit einem normalen Hochdruckschlauch verbunden werden, damit die Luft durch diese Abschleppkupplung ins abzuschleppende Fahrzeuge durchgeleitet werden. Auch hier muss mit ca 5 Km/h angefahren werden damit die Mechanische Verbindung hergestellt werden. Beim Abschleppen ist die Vielfachsteuerung nicht wirksam, zudem reicht ein Lokführer aus. Beim Rangieren aber braucht es ein Mitarbeiter zur Funkbegleitung.
    Ihr seht wir haben in der Schweiz was besonderes.
    Gruss Ludwig

    von Nicole Funke18.05.2008
    Hallo,
    folgendes zur Aufklärung:
    Das Prinzip der Scharfenbergkupplung (www.schaku.de) besteht schon seit 101 Jahren. Es wurde von Karl Scharfenberg erfunden, und als erstes bei der Berliner Bahn eingesetzt. Es gibt mittlerweile diverse Kupplungstypen. Sie sind in zwei Hauptgruppen eingeordnet. Der sogenannte Zweistellungsverschluß hat eine deffinierte "gekuppelte" und "ungekuppelte" Stellung. Dadurch ist ein sicheres Steueren des Ventils der Bremsleitung möglich. Zu diesem Typ zählt u.A. der Typ 10 ( ICE , 42x , LINT, K500...) und der Typ 35 (610, 611, 612). Der "Einstellungsverschluß" ist kostengünstiger, und kommt hauptsächlich bei Straßenbahnen und leichten Nahverkehrszügen (z.B.: Kassel CITADIS, LNVG ,....) zum Einsatz.
    Insgesamt gibt es 8 Kupplungstypen, die untereinander nicht kuppelbar sind. Die verschiedenen Kupplung die zu einem Kupplungstyp gehören sind mechanisch und pneumatisch (HL und HBL) kompatibel. Für den elektrischen Teil ist das in den allermeisten Fällen nicht möglich. Das liegt allerdings nicht an der Kupplung, sondern an den verschiedenen elektrischen Ausrüstungen der Fahrzeuge.
    Die Fa. VOITH Turbo Scharfenberg GmbH & Co.KG bietet für alle Kupplungstypen sogenannte Übergangskupplungen (ÜK) an, so das es möglich ist, ein Fahrzeug das einen anderen Kupplungstyp verwendet, abzuschleppen. Das selbe gilt auch für Schraubenkupplungen und andere Kupplungsarten (AAR, Tomlinson, BSI, ...) zu.
    Die Schwedische Fa. DELLNER bietet auch Kupplungen der Bauart SCHAKU (sie darf es aber nicht so nennen ! - Eine Rolex aus Thailand ist ja auch keine ROLEX). DELLNER war bis vor ca. 20 Jahren Lizenznehmer der SCHAKU, und tritt seitdem als Konkurenz auf.

    von Arne Dietz08.07.2008
    Zum Thema Schaku habe ich folgende Info. Der ICE-TD besitzt keine Schaku, sondern das Konkurrenzprodukt der Firma Dellner und ist kompatibel zu dieser, weil baugleich. So erklärt sich dass sich der 605 mit dem 411/415 und mit dem 403/406 kuppeln lässt. Das ist sogar leittechnisch möglich, mit dem 403/406 allerdings nicht vorgesehen.
    Gruß Arne Dietz

    von Helmut Lehmann28.08.2008
    Zu dem Thema habe ich auch eine Frage: ist die Scharfenbergkupplung der BR 481 der Berliner S-Bahn auch eine Kupplung vom Typ 10, wie die der BR 474 aus Hamburg, obwohl der Greifer in die andere Richtung zeigt? Obwohl beide Baureihen mit Gleichstrom fahren. Der Hamburger Greifer zeigt in die gleiche Richtung wie beim ICE.
    Gruss Helmut Lehmann

    von Ludwig Reyer18.10.2008
    Die Scharfenbergkupplung Typ 10 kommt bei den Flirts für Deutschland zum Einsatz, wie auch bei der BR 420,474, sowie DT 4 der Hamburger Hochbahn. Bei der Flirt-Baureihe 427 für DB Regio wird auch der Typ 10 eingesetzt, jedoch wurde die elektrische Verbindung oben eingebaut aber in Kurzbauform:
    Ansicht der Scharfenbergkupplung

    BR 427 Flirt der DB mit Scharfenbergkupplung Typ 10 Elektroanschluss oben in Kurzbauform


    Ludwig Reyer

    von Bengt Dahlberg07.11.2010


    X 31 Nr. 4532 vs X 11 Nr. 3205 am 31. Mai 2010 in Göteborg

    Leider gibt es auch Kupplungen auf verschiedenen Höhen, wie das angehängte Bild zweier schwedischen Triebzüge beweist. Der Grund liegt darin, dass die Dänen ihre "Elefantenarsch" (IC3) haben wollten.
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