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AKTE E - Ungelöste Fälle aus der Welt der Eisenbahn
Nr. FallUrheberBegonnen amStatus
L13Verschollener Steuerwagen ES 88 11Thomas Scherrans27.09.2004ungelöst
Hallo,
dank meiner WebSite (www.elektrische-bahnen.de) habe ich immer wieder mal Kontakt zu Leuten, die echte Schmäckerchen in Sachen elektrischer Betrieb aus ihrem Fundus kramen. Deshalb hier ein echter Akte-E-Fall, zu dem Hintergrundinformationen gesucht werden:

Hier ein Foto von Jan Borchers, vor ca. 10 Jahren auf der Jagd nach Dampfloks in oder in der Nähe von Rybnik (Polen) aufgenommen. Leider ist dieses Foto erst jetzt auffällig geworden. Es zeigt möglicherweise den als verschollen geglaubten 3achsigen (2ach. Drehgestell + Einzellenkachse) Steuerwagen ES88 11. Die zugehörigen ET88 01, 03, 04 mit EB88 01 hat es ja nach Kriegsende von Schlesien nach Bayern verschlagen, wo sie Ende der 50er Jahre nach ihrem Einsatz bei der DB verschrottet wurden. Über die restlichen Wagen ist wenig bekannt. Sie gelten als Kriegsverlust.
Hat jemand ggf. weitere Informationen, Fotos (auch historische), Details usw. zum ES88 11 oder kann was zum aktuellen Verbleib des Fahrzeuges in Polen etwas sagen? Es gibt nämlich Leute, die an diesem seltenen Fahrzeug ein museales Interesse hätten.
Gruß
Thomas

Antworten auf diesen Fall:
von Lode Dortland17.11.2004
Ich bin sicherlich kein Experte, aber bei der Suche nach dem Herkunft dieses Steuerwagens kommt doch auch der ES 87 01 (a/b) in Betracht? - Reste dieses Triebzugs waren nach dem Krieg in Lauban vorhanden. (Irgendwann in Eisenbahn Kurier gelesen)
Mit freundlichen Gruesse,
Lode Dortland

von Detlef Winkler03.01.2009
Hallo,
ein Steuerwagen eines ET 87 ist es definitiv nicht, der sah den preußischen Oberlicht-Schnellzugwagen ähnlich, also nicht unten eingezogener Wagenkasten und abgerundes Oberlicht am Kopfende. Bei dem Wagen auf dem Bild kommen außer dem ES 88 11 m. E. auch Einzelwagen der Hamburger Wechselstrom-S-Bahn (der ersten Generation) in Betracht, die zu Bauzugwagen umgebaut wurden (ein Zug wurde z. B. zum Hilfszug umgebaut und tat bis in die 70er Jahre Dienst in Aue - er ist erhalten). Der ES 88 11 entstand offenbar auch aus einem solchen Wagen.
Detlef Winkler

von Ronny Quaß23.02.2009
Zum Thema habe ich unter www.zackenbahn.de eine Skizze der Zugzusammenstellungen um den ET88 gefunden.
Hier der Bildlink: http://www.zackenbahn.de/images/fahrzeuge/et88/et88_zugkompositionen.jpgViele Grüße
Ronny Quaß

von Peter Glanert15.04.2009
Hallo,
bin zufällig auf Euer Problem mit dem ES 88 11 gestoßen. Da ich mich längere Zeit mit dem Bau eines HO-Modelles beschäftigt habe, besitze ich auch die Typenblätter aller ET/EB/ES 88, die aus den unterschiedlichsten Fahrzeugen zusammengewürfelt wurden, so u. a. auch aus Wagen des Triebgestellversuchszuges und der Lichterfelder Vorortbahn. Die ersten beiden Steuerwagen für die Triebwagen der späteren Baureihe ET 88 waren zwei bereits 1914 ohne elektrische Ausrüstung gelieferte (1A)’ 1-Triebwagen, die in der Bw Nieder Salzbrunn um 1915/16 zu Steuerwagen für einen Triebgestell-Versuchszug umgebaut wurden. Ab 1921 waren nach Abbruch der Versuche mit den Triebgestellen EB 1 bis 3 Berlin die Berliner Stadtbahnwagen für andere Zwecke verfügbar. Von diesen wurden je vier dreiachsige Wagen der zweiten und dritten Klasse als Beiwagen für die E.T. 507 und 508 umgerüstet. Sie erhielten die Betriebsnummern 5001 bis 5008 Breslau (ab 1932: el 2904 bis 2911 Breslau). Drei Wagen davon erlebten 1940 noch die Umnummerung in EB 88 01 (2. Klasse) und EB 88 11 und 12 (3. Klasse). Weitere drei Beiwagen kamen nach entsprechender Umrüstung zu den E.T. 831 bis 842 Breslau (später: ET 87).

Die über Stromabnehmer und Transformatoren für die elektrische Zugheizung verfügenden mittleren Führerstandswagen des Versuchszuges dienten bis 1923 als Heizwagen hinter Güterzugelloks bei deren Einsatz im Reisezugdienst. Dann erfolgte auch deren Umbau in den Steuerwagen E.S. 5026 Breslau und den Beiwagen 5027 Breslau. Beim Umbau erhielt der Beiwagen hinter dem ausgebauten Führerstand (also am Drehgestellende) ein 3520 mm langes Postabteil, das für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Halbstadt erforderlich war. Die Stirnwandfenster des ehemaligen Führerstandes wurden beim Umbau nicht verschlossen. Sowohl der Steuer,- als auch der Beiwagen entstammen der Wagengattung C3 Pr 14. Hauptabmessungen: LüP: 15300 mm, Achsstand, gesamt: 10520 mm, Drehgestellachsstand: 2500 mm (Drehzapfen asymmetrisch 1025 mm vom äußeren Radsatz), Wagenkastenlänge: 14000 mm, Wagenkastenbreite im Fensterbereich: 2720 mm. Beim Vergleich der senkrechten Deckleisten auf der Wagenwand im Foto mit der Zeichnung Te 23/4558 d, die den Steuer und den Beiwagen darstellt, sind wesentliche Übereinstimmungen vorhanden. Es könnte sich demzufolge um einen der beiden Führerstandswagen des Triebgestell-Versuchszuges handeln, die dann zu einem Steuer- und einem Beiwagen für den ET 88 umgebaut wurden.

Zählt man auf dem von Thomas Scherrans vorgestellten Foto einmal die senkrechten Beschlagleisten auf der Seitenwand und vergleicht auch noch deren Abstand mit dem Musterblatt Te 23/4558d für den C3 elS Pr 14 und dem Musterblatt Te 23/4558d (geändert) für den C3 el Pr 14/23, ließen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten:
1. Anzahl, Anordnung und Abstand der Beschlagleisten auf Foto und Musterblatt stimmen überein.
2. Die LüP von 15300 mm müsste am Originalfahrzeug nachgemessen werden.
3. Baujahr des Wagens war 1914, Hersteller war Van der Zypen & Charlier (vielleicht Reste eines Firmenschildes noch vorhanden oder erkennbar).
4. Der 1923 aus dem einen Führerstandswagen umgebaute Steuerwagen E.S. 5026 Breslau erhielt 1932 die neue Betriebsnummer elS 2010 Breslau, 1940 wurde er nochmals umgenummert in ES 88 11.
5. Der 1923 aus dem zweiten Führerstandswagen umgebaute Beiwagen 5027 Breslau erhielt 1932 die neue Betriebsnummer el 2912 Breslau. Über eine weitere Umnummerung 1940 in einen EB 88 xx ist nichts überliefert. Mit großer Wahrscheinlichkeit war er zu diesem Zeitpunkt entweder wieder in den normalen Reisezugwagenpark überstellt oder bereits ausgemustert gewesen.

Viele Grüße
Peter Glanert

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