Kurzprofil Baureihe ES 4
Für den Testbetrieb auf der elektrifizierenden Strecke Dessau - Bitterfeld, bestellte die preußische Staatsbahn neben den 2'B1'-Maschinen ES 1-3 auch eine 1'D1'-Schnellzuglok, die zunächst als 10504 in Dienst gestellt werden sollte. Als Herstellerfirmen waren Krauss (mechanischer Teil) und AEG (elektrischer Teil) geplant. Im neuen Nummernsystem wurde die Lokomotive dann als ES 4 bezeichnet. Da Antriebskonzept mit zwei hochgestellten Motoren, schrägen Treibstangen und Parallelkurbelantrieb entsprach dem der 1912 gelieferten Güterzuglok EG 501.
Beim Testbetrieb der EG 501 zeigten sich aber gravierende Mängel an der gewählten Konstruktion, da die auftretenden Schüttelschwingungen ständig zu Triebwerksschäden und Heißläufern führten. Obwohl die ES 4 im mechanischen Teil bereits fertiggestellt war, verzichtete die KPEV daraufhin auf die Fertigstellung der für die schlesischen Bergstrecken beim Bw Breslau vorgesehenen Lok. Der Lokkasten, der in München gefertigt worden war, wurde dennoch der RBD Breslau zugeteilt. Ob er wirklich nach Schlesien kam und dort z.B. als Schneepflug oder Lager verwendet wurde oder in München verblieb ist dabei nicht bekannt. Fest steht, dass der Lokkasten per 22. Januar 1923 aus dem Bestand der RDB Breslau gestrichen wurde.
Baujahre:
1912 (nur mechanischer Teil)
Stückzahl:
1
Betriebsnummern:
KPEV: 10504 ab 1912 ES 4
Ausmusterung:
1923
Erhalten:
Verbleib unbekannt, wahrscheinlich verschrottet
Literatur:
Eisenbahn-Journal, Preußen-Report Nr.10, Elektrolokomotiven udn Elektrotriebwagen
Die Lokomotive Band 3 - Die elektrischen Lokomotiven der KPEV
Bäzold, Rampp, Titze, Elektrische Lokomotiven deutscher Eisenbahnen, alba