Baureihe E 71 KPEV/DRB/DB elektrolok.de
Güterzuglok 1914-1959 Kurzprofil




Das Bild zeigt eine E 71 - vermutlich 517 ff - vor Schuppen in
Bitterfeld. (Foto Sammlung: Olaf Kronenthal)

Kurzprofil Baureihe E 71 (EG 511-537 KPEV)


Im Jahr 1912 bestellte die preußische Staatsbahn bei AEG zunächst 18 zweimotorige B'B'-Güterzuglokomotiven für die Strecke Magdeburg - Dessau - Leipzig - Halle. 1913 folgte ein weiterer Auftrag über neun Lokomotiven. Im März 1914 wurde die EG 511 als erste Lok ihrer Baureihe an die KPEV abgeliefert. Im selben Jahr folgten noch die EG 512 und 513, die wie die EG 511 beim Bw Bitterfeld in Betrieb genommen wurden. Doch mehr als ein paar Versuchsfahrten fanden dort wohl nicht statt, da der elektrische Einsatz aufgrund des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 eingestellt werden musste. Gemeinsam mit anderen Elloks aus dem mitteldeutschen Netz wurden die drei Maschinen im Mai 1915 nach Schlesien abgegeben. Erst im Jahr 1920 folgten dann mit EG 514 -EG 516 die nächsten Lokomotiven, die auch zum Bw Nieder Salzbrunn in Schlesien kamen. Der Einsatz erstreckte sich zu dieser Zeit auf die von Nieder Salzbrunn ausgehenden Strecken nach Gottesberg, Halbstadt und Königszelt. Ab EG 514 wurden die Loks übrigens mit einem geräumigeren Führerstand sowie einem längeren Mittelkasten geliefert.
Nach dem Wiederaufbau des elektrischen Betriebes in Mitteldeutschland wurden 1921/22 die restlichen Lokomotiven an die ED Halle (Saale) geliefert. Dorthin gelangten im Frühjahr 1923 auch die sechs schlesischen Loks. Die beim Bw Bitterfeld, Rosslau und Leipzig-Wahren stationierten Maschinen prägten fortan das Erscheinungsbild der Güterzüge auf den elektrischen Strecken in Mitteldeutschland. Im August 1926 wurde die EG 512 nach einem Unfall ausgemustert. Die anderen Loks bekamen im Nummernplan der DRG die Bezeichnung E 71 11 sowie E 71 13-37.
Ab Mitte der zwanziger Jahre begann der Steren der Baureihe zu sinken, da mit den neuen Lokomotiven der Baureihe E 75 stärkere Güterzugloks zur Verfügung standen. Die E 71 mussten sich so immer mehr mit untergeordneten Leistungen zufrieden geben. Auf der Suche nach einem neuen Einsatzgebiet kam die E 71 28 im Frühjahr 1928 nach Basel, wo sich die Lok auf der dortigen Wiesen- und Wehratalbahn als durchaus brauchbar erschien. In der Folge wechselten ab 1929 mehrere Loks aus Mitteldeutschland in den äußersten Südwesten zum Bw Basel. Die in Mitteldeutschland verbliebenen Loks wurden dagegen in dieser Zeit bereits abgestellt und als Ersatzteilspender verwendet. Ab Oktober 1934 wurden aber einige Loks aufgrund eines E-Lokmangels wegen der Eröffnung des elektrischen Zugbetriebs zwischen Halle (S) und Magdeburg reaktiviert. Nach dem Anschluss Österreichs schickte man fünf Loks der E 71 zum Bw Schwarzach St. Veit.
Nach dem Krieg hatte sich der Bestand bereits merklich gelichtet. Ausgemustert waren bereits die E 71 11 (1943), EG 512 (1926), E 71 15 (1932), E 71 16 (1938), E 71 17 (1936), E 71 20 (1937), E 71 21 (1936), E 71 23 (1930), E 71 24 (1934), E 71 25 (1940), E 71 27 (1936), E 71 31 (1941), E 71 33 (1945), E 71 34 (1942), E 71 35 (1940), E 71 36 (1936) sowie E 71 37 (1932). Die verbliebenen betriebsfähigen Lokomotiven verteilten sich auf Österreich (E 71 18, 28), die spätere DB (E 71 13, 14, 22, 26, 29, 32) sowie die DR (E 71 30). Nicht ganz gelöst ist das Schicksal der E 71 19, die entweder in Österreich oder wahrscheinlicher beim Bw Bamberg den Krieg überlebte.
Die beiden österreichischen Loks wechselten im Tausch gegen zwei Loks der Baureihe E 33 im Jahr 1947 nach Basel. Die E 71 30 wurde 1946 an die UdSSR abgegeben und kehrte von dort 1952 zurück. Anfang der Sechziger Jahre wurde die Lok äußerlich aufgearbeitet und dem Museum in Dresden übergeben. Bei der DB wurden die vorhandenen Loks zunächst weiter auf der Wiesen- und Wehratalbahn eingesetzt. Ende der Fünfziger verdrängte dann die E 32 die letzten Loks aus dem Betriebsdienst und mit der Ausmusterung der E 71 28 am 4. August 1958 endete der Planeinsatz dieser Baureihe. Drei DB-Lokomotiven blieben zunächst erhalten. Die E 71 22 kam zu Demonstrationszwecken zur Lokomotivführerschule in Troisdorf, die E 71 19 war der Ellokschule in München überlassen worden und die E 71 28 wurde im AW München-Freimann für eine museale Aufarbeitung vorgehalten. Zudem wurde ein Triebgestell der E 71 13 in Freimann für das Verkehrsmuseum in Nürnberg aufgearbeitet.
Heute befindet sich die E 71 19 im Verkehrsmuseum in Nürnberg, die E 71 28 im Deutschen Technik-Museum Berlin sowie die E 71 30 in Dresden. der Verbleib der E 71 22 ist mir bislang unbekannt.

Baujahre:1914, 1920, 1921
Stückzahl:27
Betriebsnummern: KPEV: EG 511 - EG 537
DRB: E 71 (E 71 11, 13-37)
DB: E 71 (13, 14, 18, 19, 22, 26, 28, 29, 32)
Ausmusterung:1926, 1930, 1932, 1934, 1936-1938, 1940-1943, 1945, 1958, 1959


Quellen:
Bäzold/Rampp/Titze; Elektrische Lokomotiven deutscher Eisenbahnen, alba
Eisenbahn Journal, Preußen-Report, Bd 10, Elektrolokomotiven und Elektrotriebwagen
Swadony, Koppisch, Die Lokomotive Bd.3, Die elektrischen Lokomotiven der KPEV

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