| Baureihe BDeh 4/4 | Zentralbahn | elektrolok.de |
| Schweiz | 1964- | Kurzprofil |
| Triebwagenporträt BDeh 4/4 1-8 Zentralbahn | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
von Ludwig Reyer
Triebwagenporträt BDeh 4/4 1-8 ZentralbahnIm Jahr 1964 beschaffte die damalige Luzern-Stans-Engelberg Bahn LSE, bei der Schweizerischen Lokomotiven und Maschinenfabrik SLM in Winterthur 8 Zahnradtriebwagen um sie im Pendelzugbetrieb Luzern-Engelberg einzusetzen. Technische Ausrüstung Jeder dieser 8 Zahnradtriebwagen wird mit 32 Fahrstufen/Bremsstufen gefahren, die mit einem Handrad in beiden Endführerständen bedient werden können. Zudem können diese Fahrzeuge elektrisch bremsen, was bei Talfahrt für eine Stromrückführung sorgt. Der Loktrafo ist in die Fahrzeugmitte in Unterflurbauart eingebaut worden und ist das schwerste Bauteil. Bei einem Führerstand (Seite Luzern) wurde ein kleines Gepäckabteil sowie eine Toilette eingebaut. Für den Pendelzugbetrieb wurde eine 61-polige Vielfachsteuerung verwendet, die es ermöglicht bis zu drei solche Pendelzüge oder zwei Pendelzüge und eine Wagengruppe von einem Führerpult aus zu bedienen. Technische Anpassungen Im 2003 wurde beschlossen die Luzern-Stans-Engelberg Bahn/Brünigbahn/Berner Oberland Bahn BOB mit der neuen Zugsicherung ZSi 127 (ETCS Level 1)von Siemens auszurüsten. Umgehend wurden auch diese Triebwagen entsprechend nachgerüstet. Anschließende Versuchsfahrten führten allerdings immer wieder zu ungewollten Notstops, weil die ZSI 127 Zugsicherung noch fehlerhaft lief. Im weiteren erhielten die BDeh 4/4 eine neue Inneneinrichtung sowie zwei kleine Gepäckablagen. Zugformation Jeder BDeh 4/4 Pendelzug besteht aus einem Triebwagen der immer in Richtung Luzern steht sowie einem Mittelwagen Bauart RhB EW III und einem passenden Steuerwagen. Zudem kann ein zusätzlicher Verstärkungswagen hinter dem Triebwagen mitgegeben werden. In der Ebene können bis zu drei solchen Zügen in Vielfachsteuerung gefahren werden. Zwischen Obermad und Ghärst, der eigentlichen Zahnstangenstrecke, muss aufgrund einer größten Steigung von 248 Promille jeder Zug für sich alleine fahren. Unfälle Im Jahr 2002 stieß der Triebwagen BDeh 4/4 6 unweit von Wolfenschiessen Richtung Engelberg mit einem beladenen Holz-LKW zusammen. Dabei wurde einer der beiden Führerstände total zerstört. Der Triebzug wurde nach der Bergung nach Stansstad abgeschleppt und dort zwischengelagert bis er zu einer Privatfirma zum Wiederaufbau übergeben wurde. Allerdings ging diese Firma unmittelbar danach in Konkurs, so dass der Wiederaufbau verschoben werden musste. Erst im jahr 2006 konnte sich ein anderes Unternehmen an die Arbeit machen. Seit Oktober 2007 ist dieser Triebwagen wieder zurück und erstrahlt im neuen Zentralbahnoutfit. BDeh 4/4 6 wird neu BDeh 140 006 Im Rahmen des Wiederaufbau des BDeh 4/4 6 erhielt der Zug die neue Nummer BDeh 140 006 sowie eine komplette neue Innenausstattung, die vom ABe 130 Spatz übernommen wurde. Der zerstörte Führerstand wurde nach alten Plänen rekonstruiert und erhielt seite Luzern drei viereckige Scheinwerfer und seite Engelberg die runden Laternen. Zudem sind beide Führerstände modernisiert und mit neuen übersetzten Fenster versehen worden. Die Toilette wurde gegen ein neues Abstellabteil getauscht, um mehr Platz zu schaffen. Nun sollen auch die Triebwagen BDeh 4/4 5,7,8 in dieser Form erneuertwerden, um sie für weitere Einsatzjahre im Liniendienst behalten zu können. Die Zukunft hat schon begonnen Ab 2010/2011 wird es Änderungen geben, da geplant ist zwei BDeh 140 nach Meiringen abzugeben, die dort die De 110 im InterRegio Dienst Meiringen-Interlaken ablösen sollen. Zudem ist geplant, die verbleibenden Triebwagen aus dem Bergdienst abzuziehen. Dieser soll durch die Berglok HGe 4/4 sowie neuem udn vorhandenem Rollmaterial ersetzt werden.
TECHNISCHE DATEN
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