Baureihe RABe 514 SBB elektrolok.de
Schweiz 2005- Kurzprofil

Der Doppelstocktriebzug DTZ RABe 514 der S-Bahn Zürich

von Ludwig Reyer

Bau und Inbetriebsetzung
Am 23. Februar 2003 entschied der SBB Verwaltungsrat 35 Züge für die S-Bahn Zürich bei Siemens Transportation Systems zu bestellen. Der Auftrag hatte einen Wert von 447 Franken. Diese Entscheidung kam relativ überraschend, da Siemens zuvor noch keinen Doppelstockzüge hergestellt hatte. Ausnahme bildete der ET 445 im Konsortium mit der DWA Görlitz (jetzt Bombardier), der aber nie in Serie ging. Siemens hatte anschließend mit Stadlerrail vereinbart, einen Montageteil und die Inbetriebsetzung der kompletten Züge im Schweizer Werk Altenrhein durchzuführen. Bereits vor Ablieferung des ersten neuen Fahrzeugs zeichneten sich erste Schwierigkeiten ab, als bekannt wurde, dass das Siemens-Werk Prag die vertraglich vereinbarte Wertschöpfung in der Schweiz selbst mit der genannten Vergabe von Arbeiten an Stadlerrail nicht wird erfüllen können. Weiterhin machte die Klimatisierung noch einige Probleme. Am 2. Dezember 2005 wurde der Zürcher Öffentlichkeit dann am Hauptbahnhof zum ersten Mal Einblick in die neue und erste Komposition gewährt. Die RABe 514 waren anschließend bis Mai 2006 im Testbetrieb, bevor die ersten Kompositionen offiziell in Dienst gestellt wurden.

Fahrzeuge
Die DTZ bilden die zweite Fahrzeuggeneration der Zürcher S-Bahn und ergänzen seit 2006 die erste Generation in Form der Doppelstockpendelzug (DPZ). Gegenüber diesen verfügen die DTZ über Niederflureinstieg, Fahrzeugklimatiesierug und Vakumtoiletten. Der vierteilige Triebzug bestehend aus zwei Triebköpfen und zwei Mittelwagen und wird in den beiden Triebköpfen von Asynchrommotoren, die jeweils ein Triebdrehgestell versorgen, angetrieben. Damit sind insgesamt 8 Achsen mit jeweils 400kW angetrieben. Von beiden Triebköpfen muss jeweils ein Stromabnehmer an die Fahrleitung angelegt werden,da aus Platzgründen keine 15kV Dachleitung vorhanden ist. Die zweiflügeligen Außentüren wurden behindertengerecht mit Schiebetritten ausgerüstet.

Einsatzgebiet
Die DTZ kommen auf S-Bahnlinien zum Einsatz, die bereits von DPZ bedient werden. Die dadurch frei werdenden DPZ verstärken weitere Züge und sollen die heute noch mit RABDe 510 ( Mirage ) und RBe 540-Pendelzuggarnituren betriebenen Linien übernehmen, sofern die ebenfalls bereits geplanten Angebotsausweitungen dies zulassen. Die RABe 514 wurden zunächst ab Ende Mai / Anfang Juni 2006 ausschliesslich im Versuchsbetrieb auf der S14 ( Hinwil-Zürich HB ) eingesetzt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dez 2006 werden die ersten neun Kompositionen, die von den SBB abgenommen wurden auf der S 7 ( Rapperswil-Zürich-Winterthur ) fahrplanmässig eingesetzt. Weitere Kompositionen gelangen nach ihrem Eintreffen bis zur defintiven Abnahme durch die SBB weiterhin jeweils auf der S14 zum Einsatz und werden nach der Abnahme in den Regel- bestand eingereiht. In Tagesrandzeite, wenn nicht alle Kompositionen auf der S7 benötigt werden, kommen vorläufig einzelne Kompositionen durch Tausch in Rapperswil auch auf der S15 zum Einsatz. Sobald auf der S7 der geplante Bestand von 15 DTZ zur Verfügung steht sollen die weiteren 20 DTZ schrittweise auf der S5 zum Einsatz kommen.

Dollmetschersteuerung
Ursprünglich sollten die DTZ zusammen mit DPZ gekoppelt zum Einsatz kommen, was aufgrund der kostengünstigen proprietären Vielfachsteuerung der DPZ, die zudem nicht mehr produziert wird, bereits in der Entwicklungsphase zu einem großem technischen Problem wurde. Um den Einsatz nicht zu gefährden, wurde bald von diesem Vorhaben Abstand genommen und ein typenreiner Einsatz auf den Linien S5 und S7 in den Vordergrund gestellt. Entgegen dieser Planung mussten aber dann der Einsatz auf der S5 zunächst zurückgestellt werden: Im Falle von Ausfällen können an den Endpunkten der S 7 in Winterthur und Rapperswil einzelnen Kompositionen oder der gesamte Zug ausgetauscht werden,was an den Endpunkten der S5 in Päffikon (CH) nur erschwert und in Rafz respektive Niederwenningen gar nicht möglich ist. Durch den vorgezogenen Einsatz auf der S7 erhofft man sich, die Fahrzeugzuverlässigkeit so weit zu steigern, dass keine ausserplanmässigen Austäusche notwendig sind.

Platzangebot
Jeder DTZ bietet 74 Plätze in der 1.Klasse und 304 Plätze in der 2.Klasse sowie etwa 600 Stehplätze.

Technische Daten
Fahrzeugnummern:RABe 514 001-035 1.Serie
RABe 514 036-060 2.Serie
Anzahl:60 Vierteilige Zugverbände
Hersteller:Endwagen: Siemens TS Prag /Uerdingen-Krefeld
Mittelwagen: Stadlerrail Altenrhein (CH)
Baujahr:2005-2008 1.+2.Serie
Achsformel:Bo-Bo+2`2`+2`2`Bo-Bo
Zugformation:Bt-B-B-At
Spurweite: 1435mm Normalspur
Länge über Kupplung:100m
Höhe:4600mm
Breite:2780mm
Leergewicht:225t
Drehgestellachstand:Trieb+Laufdrehgestell 2500mm
Raddurchmesser:Trieb+Laufdrehgestell 920mm
Höchstgeschwindigkeit:140 Km/h
Stundenleistung:3200kW
Anfahrzugkraft:240kN
Beschleunigung:1,1m/s2
Stromsystem:15kV 16,7 Hz Einphasen-Wechselstrom
Stromübertragung:Oberleitung
Antrieb:Elektrisch in Umrichtertechnik
Sitzplätze:1.Klasse 74
2.Klasse 304
Stehplätze ca 600
Besonderheiten:Stehöhe oben und unten 1900mm
Einstieghöhe: 600mm über SOK
Einsatzgebiet:S-Bahn Zürich
Vorgänger:DPZ Re 450 und RABDe 510


RABe 514 009-0 DTZ

RABe 514 019-9 DTZ

RABe 514 009-0 und 514 019-9 treffen in Zürich HB

Re 450 057-5 und Bt 957 DPZ ( Vorgänger zum DTZ )

Re 450 057-5 DPZ ( Vorgänger zum DTZ )

(Aufnahmedatum 22.3.08 in Zürich HB, Ludwig Reyer )
Text und Bilder: Ludwig Reyer



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