Baureihe 1073 BBÖ/DRG/ÖBB elektrolok.de
Personenzuglok 1923 bis 1975 Kurzprofil



Kurzprofil Baureihe 1073 ÖBB (1029 BBÖ, E 33 DRB)


Bereits 1912 dachte man bei der BBÖ über eine 1'C'1 Lokomotive zur Beförderung von leichten Schnell- und Reisezügen auf den Talabschnitten der zur Elektrifizierung vorgesehenen Arlbergstrecke nach. Die Lok sollte dabei als Ergänzung zu den schweren Krokodilen der Reihen 1100 und 1100.1 dienen. Nach dem ersten Weltkrieg erweiterte sich das geplante Einsatzgebit vom Arlberg auf die anderen elektrifizierten Hauptbahnen. Während 1920 eine erste Tranche von 12 Stück bestellt wurde, folgte 1921 ein weiteres Los von 8 Loks. Aus jeder Bauserien sollte eine Lok mit geänderter Getriebeübersetzung und 80 km/h (statt 65 km/h bei den anderen Loks) ausgestattet werden.
Knapp vor Baubeginn zeigte es sich, dass die Loks immer noch zu schwer konstruiert waren. So entschloss sich die ÖBB durch die Ausführung mit nur einem Führerstand weiteres gewicht einzusparen. Die erste fertiggestellte Lok war die 1029.02, die im Juni 1923 erste Gehversuche auf der Preßburgerbahn unternahm. Im gleichen Jahr wurden auch noch die 1029.01-06 ausgeliefert. 1924 folgten die 1029.07-12 sowie die 1029.500, 1925 die 1029.13-18 und die 1029.501.
Zunächst hatte die BBÖ den Einsatz von zehn Loks im Salzkammergut, 15 auf den Strecke westlich von Innsbruck sowie fünf für die Relation Innsbruck - Salzburg vorgesehen, da jedoch nur zwanzig Loks geliefert wurden, ist davon auszugehen, das diese vorgesehene Verteilung nicht eingehalten wurde. Ende der zwanziger Jahre waren die Loks zu etwa gleichen Teilen auf die Zfl. Attnang, Bludenz und Salzburg aufgeteilt.
Bei der BBÖ erfolgte 1927-1930 der Umbau aller Loks auf 75 km/h (analog der 1029.5, die um 5 km/h heruntergestuft wurde). Die 1029.500 und 501 bekamen dadurch die Nummer 1029.19 und 20 zugewiesen. Nach der Übernahme 1938 durch die DRB bekamen die Loks die deutsche Bezeichnung E 33 01-20. Auch zu diesem Zeitpunkt waren die Loks auf die drei vorher genannten Dienststellen verteilt.
Die DRB musterte die schadanfälligen Loks schon bald wegen kleinerer Schäden ab. Im Jahr 1942 wurden so die E 33 06, 11 und 15, 1943 die E 33 02 und 1944 die E 33 05, 07 und 10 aus dem Bestand gestrichen. Die E 33 05 und 10 wurden dabei 1944 (10) zur Umspannlok bzw. 1955 (05) zur Bügelprobelok umgebaut. Sieben Loks gelangten in der Reichsbahnzeit zum Bw Basel Badischer Bahnhof und bedienten dort die Wiesen- und Wehratalbahn.
Nach dem Krieg befanden sich sechs E 33er in Österreich und sieben in Deutschland. Wegen schwerer Kriegsschäden musste die E 33 04 1948 ausgemustert werden. Dafür kehrte die in Deutschland verbliebenen Loks zwischen 1947 und 1952 nach Österreich zurück. Aufgrund des großen Lokmangels entschloss sich die ÖBB die Maschinen wieder instand zu setzten. Ab 1954 bekamen sie gemäß neuem ÖBB-Nummernschema die Bezeichnung 1073. In den Fünfziger Jahren verlagerte sich das Einsatzgebiet in den Osten Österreichs. Neben Attnang waren die Loks nun auch in Wien West bzw. Wien-Nord beheimatet. Erst ab Mitte der 60er Jahre waren die 1073er dann ausnahmslos in Attnang beheimatet. Zu dieser zeit kamen die Loks u.a. noch ins Ennstal und bis Passau.
Schwierige Ersatzteilbeschaffung und unzufriedenes Lokpersonal beendete dann ab 1970 den Einsatz der 1073. Als letzte Vertreter wurden 1975 die 1073.03 und 14 kassiert. Einige Loks fanden danach noch als Heizlok Verwendung. Noch Anfang der Achtziger konnte man u.a. in Kufstein und Linz so einen Oldtimer in diesen Diensten antreffen.

Baujahre:1923-1925
Stückzahl:20
Betriebsnummern: BBÖ: 1029.01-18, 500 (später 1029.19), 501 (später 1029.20)
DRB: E 33 01-20
ÖBB: 1073.01, 03, 08, 09, 12-14, 16-20
Ausmusterung:1942-1944, 1948, 1955, 1970-1975


Am 15. Juli 1974 steht die 1073.03 in ihrer Heimat-Zfl. Attnang.Puchheim.
Foto: Bildautor unbekannt, Sammlung Wolfgang Pischek www.e-lok-woife.de


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