31. März 1994 - Vorübergehende Abstellung der Baureihe 151
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31. März 1994 - Vorübergehende Abstellung der Baureihe 151
Aktuell müssen alle Loks der Baureihe 151 wegen Drehgestellrissen in den Werkstätten untersucht werden. Vor genau zehn Jahren war dies schon einmal der Fall gewesen: Nachdem bei einer routinemäßigen endoskopischen Untersuchung bei einer 151 erhebliche Risse im Drehgestellbereich entdeckt wurden, traf dieses Schicksal am 31. März 1994 den überwiegenden Teil der Baureihe 151. Schon zuvor waren bei der Baureihe Problemen mit der Drehgestellfestigkeit bekannt, die sich auf ein vom Lieferwerk zu schwach dimensionierte Bleche des Drehzapfenträgers im Brückenrahmen begründeten. Nach den im März 1994 aufgetretenen Rissen mussten die Betriebswerke Hagen und Nürnberg zum 31. März zunächst 100 Maschinen abstellen und in die Werkstätten zur Untersuchung überführen. Da zur Schadenserkennung ein Anheben der Lok von den Drehgestellen notwendig war, mussten längere Werkstattaufenhalte in Kauf genommen werden. Bei etwa einem Viertel der zuerst abgestellten loks zeigten sich ebenfalls entsprechende Risse. Neben den üblichen Aws in Opladen und Dessau beteiligte sich auch das AW Cottbus an der Aufarbeitung der Loks.
Betrieblich wurde der große Lokmangel bei Cargo insbesondere durch 143er aus dem Osten kompensiert. Noch am 1. April setzten sich erste Lokzüge aus den Bhs der ehemaligen Reichsbahn in Richtung Westen in Bewegung. Dort übernahmen jeweils zwei 143er in Doppeltraktion die Leistungen einer 151. Probleme gab es insbesondere bei 151er-Doppelbespannungen (u.a. die Erzzüge), da dort nicht einmal die Bespannung mit drei 143er ausreichte, um die entsprechende Leistung auf die Schiene zu bringen.Die eingesetzten 143er mussten zudem laufend getauscht werden, um eine zu große Abnützung der für diese Einsätze nicht konstruierten Maschinen zu vermeiden. Erst im Sommer normalisierte sich die Lage wieder, nachdem genügend reparierte 151er wieder zur Verfügung standen.
Foto: Am 3. März 1994, als die 151 125 einen Güterzug aus München nach Salzburg brachte, war die Welt der 151 noch in Ordnung. (Foto: Hans Sölch, 03. März 1994 bei Rosenheim)