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BD München 1927 bis 1983

E-Lok-Beheimatung beim Bw Rosenheim Statistik Fotogalerie


Sonntagsruhe im ehemaligen Bw Rosenheim. Neben 150 127 warten 139 555, 110 230,
139 250, 139 163, 111 203 und 212 093 auf neue Einsätze. (18.06.2000, HS)



E-Lok-Beheimatung beim Bw Rosenheim

Am 01.November 1857 erreichte die Eisenbahn von München via Holzkirchen die Stadt Rosenheim. In Rosenheim teilte sich die Strecke und führte nach Kufstein (Eröffnung am 05. August 1858) sowie nach Salzburg (Eröffnung am 12. August 1860) weiter. Somit lag Rosenheim an der wichtigen europäischen Verbindung von München über die Westbahn nach Wien und über den Brenner nach Italien. Als Entlastung der eingleisigen Strecke über Holzkirchen wurde im Jahr 1871 die Verbindung von München über Grafing, die heutige Hauptbahn, eingeweiht. Weiterhin führen und führten Strecken von Rosenheim nach Frasdorf sowie nach Wasserburg/Mühldorf.

Aufgrund der internationalen Bedeutung der Strecke entschloss sich die Reichsbahn zur Elektrifizierung der Hauptbahn von München nach Salzburg/Kufstein. Am 12. April 1927 erreichte der Fahrdraht aus München kommend Rosenheim. Bereits drei Monate später konnte man elektrisch bis Kufstein fahren. Bis zur Fertigstellung des Umspannwerks Rosenheim am 01. Februar 1928 wurden der Strom für die Strecke Rosenheim - Kufstein vom Unterwerk Wörgl in Österreich eingespeist. Die Strecke nach Salzburg wurde am 27. März 1928 zunächst bis Traunstein elektrisch eröffnet. Am 27. April 1928 fuhr der erste Schnellzug mit einer elektrischen Lokomotive von München nach Salzburg elektrisch durch. Erst viel später - am 23. Mai 1971 - erfolgte die Elektrifizierung der Strecke Rosenheim - Holzkirchen.

Vor der Elektrifizierung beheimatetet das Bw Rosenheim nahezu alle bayerischen Dampfloktypen. Mit dem elektrischen Fahrdraht kamen dann die ersten E-Loks ins Bw Rosenheim. Am 23. Januar 1927 kam die nagelneue ES 1 21 003,die spätere E 16 03, wahrscheinlich zur Personalschulung ins Bw Rosenheim. Im April 1927 folgten mit der EP 5 21503 und EP 21504 die ersten Heuwender der späteren Baureihe E 52 in die Innstadt am Tor der Alpen. Die schweren EP 5 wurden im schweren Personenzugdienst mit Durchläufen von München nach Freilassing eingesetzt. Im November 1927 nahmen zwei fabrikneue Lokomotiven der Baureihe E 91 ihren Dienst in Rosenheim auf, zu denen sich im Jahr 1929 eine weitere Lokomotive gesellte. Im Sommer 1928 bekam Rosenheim zwei fabrikneue Lokomotiven der Baureihe E 60 zugewiesen, die nun für Jahrzehnte das Bild in Rosneheim mitbestimmen sollte.

Am 31. Juli 1931 kam mit der E 32 07 aus München nach Rosenheim. Zehn Jahre später endete mit der Umbeheimatung der E 32 10 vorläufig die Beheimatung dieser Baureihe beim Bw Rosenheim. Ab Mai/April 1939 kamen vier Lokomotiven der Baureihe E 93 leihweise aus den Bws Halle und Leipzig Wahren aus Mitteldeutschland leihweise zum Bw Rosenheim. Von Ihnen wurde lediglich die E 93 17 richtig in Rosenheim beheimatet, bevor sie 1941/42 durch die Neuanlieferung der E 94 entbehrlich wurden und zum Bw Kornwestheim abgegeben wurden. Am 03. Juli 1940 kam mit der E 75 12 eine weitere Güterzug-Baureihe für ein zunächst gut einjähriges Gastspiel von München nach Rosenheim.

Im Dezember 1941 tauchten die bereits erwähnte Baureihe E 94 mit der E 94 012 und 013 in Rosenheim auf, die für die nächsten zwanzig Jahre durchgehen in Rosenheim anzutreffen war.

Im Mai 1943 wurde die E 91 15 nach Augsburg umstationiert, im Juli des gleichen Jahres machte sich die E 91 16 auf den Weg ins Bw Regensburg. Die dritte E 91 des Bw Rosenheim, die E 91 17 erhielt im Laufe des Jahres 1943 einen Bombentreffer und wurde z-gestellt und im Oktober 1944 ausgemustert.

Auch Rosenheim wurde im Krieg mehrmals schwer getroffen. Am 20. Oktober 1944 erfolgte der erste Bombenangriff der Alliierten auf das Rosenheimer Bahnhofsviertel. Weiter Angriffe folgten am 23. Oktober, am 11. November sowie am 15., 19. und 21. Dezember 1944. Auch am 20. Januar, am 5. Februar und am 16,. Februar 1945 war Rosenheim Ziel der Angriffe. Trotzdem konnte der Zugbetrieb einigermaßen aufrecht erhalten werden. Nach zwei weiteren Angriffen am 09.April und am 13. April folgte am 18. April 1945 der schwerste Angriff. Der Bahnhof wurde fast völlig zerstört. Über 20 km Gleise und 110 Weicheneinheiten wurden zerstört. Nahezu alle Güter- und Personenwagen sowie einige Lokomotiven, darunter auch zwei Loks der Baureihe E 94 wurden zum Teil erheblich beschädigt. Das Betriebswerk mit dem Lok- und E-Lokschuppen wurde ebenfalls fast völlig zerstört. Einige Loks wurden dadurch gerettet, dass sie auf die freie Strecken gefahren wurden. Nach zwei weiteren Angriffen am 19. und 21. April war von den Rosenheimer Bahnanlagen nicht mehr viel übrig und der Zugverkehr kam gänzlich zum erliegen.

Anfang Juli 1946 kamen gleich vier Lokomotiven der Baureihe E 75 nach Rosenheim (08, 12, 51, 68).. Am 08. Juli 1947 wechselte die E 52 05 als letzte Rosenheimer Vertreterin ihrer Baureihe nach einem AW Aufenthalt zum Bw München Hbf.

Anfang der fünfziger Jahre gaben die ersten Loks der Universalbaureihe E 44 ein kurzes Gastspiel beim Bw Rosenheim. Am 06. März 1950 trafen die E 44 004 und 150 als erste aus Treuchtlingen ein, allerdings nur für fünf Tage bis zum 10.März. Im gleichen Jahr folgten ihr noch die E 44 064 (Oktober) und 119 (März). Bereits im März 1951 endete die Beheimatung der E 44 in Rosenheim zunächst wieder.

Im Jahr 1955 gaben auch die bekannten Lokalbahnloks der Baureihe E 69 ein kurzes Gastspiel im Bw Rosenheim. Am 24. Mai 1955 traf die E 69 03 in Rosenheim ein - im Juni folgte die E 60 04. Doch schon Anfang Juli wurden beide Lokomotiven wieder nach Heidelberg (E 69 03) und Garmisch (E 69 04) abgegeben.

Mit der E 32 28 kam zum Sommerfahrplan 1956 nach fünfzehn Jahren wieder eine E 32 nach Rosenheim. Doch auch dieses Gastspiel dauerte nicht allzu lange. Bereits im Oktober 1960 verabschiedete sich diese Baureihe für immer aus den Hallen des Bws.

Ende Mai 1958 gab Rosenheim die E 60 03 nach Freilassing ab und beheimatete seitdem nur noch eine Lok dieser Baureihe (E 60 02).

Mit dem Konzentrieren der E 16-Beheimatung zum Bw Freilassing gab Rosenheim seien E 16 zum Winterfahrplan 1958/59 nach Freilassing ab. Als letzte Lokomotiven wurden E 16 01, 02, 05 -08 am 27. September 1958 und E 16 04 am 28. September 1958 umbeheimatet.

Ende der fünfziger Jahre ereichte der Bestand an E 75 mit acht Lokomotiven den höchsten Stand. Zum Sommerfahrplan 1962 gab Rosenheim dann fast alle verbliebenen E 75er (08, 12, 51, 67, 68) an das Bw Ingolstadt ab, lediglich die E 75 11 verblieb noch bis zum 01. April 1963, ehe sie ihren Schwesterloks folgte. Für die E 75 zog die Baureihe E 44 nach Rosenheim, die die nächsten zwanzig Jahre "die" Rosenheimer E-Lok wurde.

Anfänglich wurden fast nur E 44G in Rosenheim stationiert, die im Wendezugdienst auf der Strecke Traunstein - Ruhpolding, Rosenheim - Holzkirchen, Hohenbrunn - Kreuzstraße, München - Tutzing und München -Unterpfaffenhofen-Germering eingesetzt wurden. Als erstes kamen die E 44 089G, 090G und 093 zum Sommerfahrplan 1962 sowie E 44 086G, 184G-187G im Jahr 1963 an den Inn.

Zum Winterfahrplan 1965/66 gab Rosenheim seine E 94 zum Bw Ingolstadt ab. Aus personalpolitischen Gründen wurden im gleichen Zug die gesamte Baureihe E 44.5 sowie zahlreiche E 44 der Bws München Hbf und München Ost zur Unterhaltung nach Rosenheim umstationiert. Die e 44.5 kamen allerdings nur zu Fristarbeiten ins Bw und taten sonst auf ihrer Stammstrecke von Freilassing nach Berchtesgaden ihren Dienst. Zum Sommerfahrplan 1968 wurden die E 44.5 dann wieder in ihr Stamm-Bw abgegeben.

Am 11. April 1969 kam auch der E 44-Sonderling 144 188 nach Rosenheim, wo er bis zur z-Stellung im Jahr 1982 blieb.

Anfang der 70er Jahre beheimatete das Bw Rosenheim für kurze Zeit auch einige Neubau-Einheitsloks der DB um einen Lokmangel überbrücken zu können. Die Beheimatung erstreckte sich auf nur wenige Tagen bzw. Monate im Jahr 1970/71 und betraf die Lokomotiven 140 086, 117, 398 und 608. Mit Umbeheimatung der 140 608 am 23. Mai 1971 war die Beheimatung von Neubaulokomotiven in Rosenheim auch schon wieder vorbei.

Mit der Abgabe der 160 002 zum Winterfahrplan 1974 nach Garmisch endete nach über 46 Jahren die längste Beheimatung einer Baureihe in Rosenheim.

Am 28. September 1977 wurde auch der zweite E 44-Sonderling - 144 189 - nach Rosenheim umbeheimatet. Seinen quantitativen Höhepunkt erlebte die Baureihe E 44 in Rosenheim erst gegen Ende ihres Daseins. Rosenheim wurde zum Auslauf-Bw dieser Baureihe in der BD München bestimmt. Im Jahr 1979 wurden zwar zahlreiche E 44 des Bw Rosenheim z-gestellt, dafür füllten 144er aus Garmisch und Augsburg die Lücken auf. Zudem herrschte im Frühjahr 1979 in der BD München ein akuter Lokmangel, weshalb einige der bereits abgestellten Maschinen wieder reaktiviert wurden. Ab September kamen noch die letzten Freiburger 145er nach Rosenheim, wodurch sich der Bestand auf 37 Lokomotiven erhöhte, von 26 planmäßig benötigt wurden. Doch schon bald machte sich die baldige Abstellung der Lokomotiven bemerkbar. Nach der Reduzierung auf 21 Planloks im Sommerfahrplan 1980 kam zum Winterfahrplan 1982 der große Einschnitt. Lediglich zehn Lokomotiven wurden noch planmäßig benötigt. Immer stärker dran in der Folgezeit die 141 in die Leistungen der 144/145 ein. Ihr letztes Brot verdienten die Lokomotiven vor allem im Abstellzugdienst von Mü-Pasing zum Hauptbahnhof.

Die ausgemusterten Loks der Baureihe 144/145 wurden zunächst im Bw Bereich abgestellt. Am 19. Juli 1983 wurde ein Schrottlokzug mit 144 025, 029, 078, 086, 165 der Freilassinger 144 505 sowie den 145 158 und 177 nach Kassel abgeschickt. Wenige Monate später folgte ein Schrottzug aus 144 088, 091, 145, 187 sowie 145 176. In den Neunziger Jahren wurde das Bw zum Sammelpunkt augemustetert 221 sowie einiger 194, die als Schrott nach Italien verkauft worden waren und in Rosnheim der Dachaufbauten aufgrund des geringeren italienischen Lichtraumprofile beraubt wurden.

Zum Sommerfahrplan 1983 endete die Unterhaltung der Baureihe 144 beim Bw Rosenheim und damit auch bei der BD München. Die Rosenheimer Lokomotiven wurden entweder nach Würzburg und Stuttgart umbeheimatet oder z-gestellt und wenig später ausgemustert. Als letzte wurde die 145 172 am 30. Mai 1983 aus den Rosenheimer Bestandslisten gestrichen. Damit endete auch die über 55 jährige Geschichte der E-Lok-Beheimatung beim Bw Rosenheim, das danach nur noch einige Dieselloks und Schienenbusse beheimatetet. Am 01. Dezember 1989 wurde die letzte Kleinlokomotive nach Mühldorf abgegeben und die Triebfahrzeugsunterhaltung in Rosenheim aufgegeben.

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Statistik:
Baureihe Beheimatungszeitraum Betriebsnummern
E 16 23.01.1927 bis 28.09.1958 01-10, 12, 17, 19-21
E 32 31.07.1931 bis 02.10.1960 07, 10, 14, 24, 25, 28, 106, 108
140 01.06.1970 bis 23.05.1971 086, 117, 398, 608
E 44/144 06.03.1950 bis 28.05.1983 004, 024, 025, 028, 029, 035, 039, 040, 050, 059, 064,
075-079, 081, 082, 086-091, 093, 094, 096-098, 110,
111, 119, 140, 145, 150, 160, 163, 165, 175, 179,
182-189
145 30.09.1979 bis 30.05.1983 155, 158, 162, 168, 170, 172, 176, 177, 180
E 44.5/144.5 25.09.1966 bis 25.05.1968 502-509
E 52 .04.1927 bis 08.07.1947 03, 04, 05, 07, 08, 09, 19, 22
E 60/160 10.06.1928 bis 29.09.1974 01, 02, 03, 04, 05, 10, 11
E 69 24.05.1955 bis 04.07.1955 03, 04
E 75 03.07.1940 bis 01.04.1963 08, 11, 12, 51, 52, 67, 68, 69
E 91 17.11.1927 bis 08.07.1943 15, 16, 17
E 93 05.04.1939 bis 07.05.1942 14-16 (alle leihweise), 17
E 94 06.12.1941 bis 26.09.1965 012-015, 022-025, 035, 036, 048, 053, 054, 060-064,
067, 071, 072, 084, 092, 094, 095, 109, 114, 115,
119-121, 138, 141, 141, 152, 155, 156, 158, 263, 270,
271, 284, 285


Stichtag Baureihe Betriebsnummern
01.01.30 E 16 01, (02), 03, 04, 05,
E 52 03, (04)
E 60 04, 05
E 91 15, 16, 17
-------------
01.01.40 E 16 01, 02, (03), 04, 05, (06), 07, 12
E 32 10
E 52 03, (04), 05, 07, 08, 19
E 60 04, 05, 10, 11
E 91 15, 16, 17
E 93 14-17 (alle leihweise)
-------------
01.01.50 E 16 01, 02, 03, 05, 07, 10, 15, 16, 17, 20
E 60 02, 03
E 75 08, 12, 51
E 94 013, 014, 023, 024, 048, 053, 060, 062, 063, 067, 084, 119, 138, 151, 152, 155
-------------
01.01.60 E 60 02
E 75 08, 11, 12, 51, 52, 67, 68, 69
E 94 053, 054, 071, 084, 120, 151, 156, 158,
-------------
01.01.70 144 086, 089, 090, 093, 096, 098, 184, 185, 186, 187, 188
160 002
-------------
01.01.80 144 025, 029, 040, 050, 059, 078, 082, 086, 089, 091, 093, 094, 096, 098, 111, 140, 145, 150, 163, 165, 179, 182, 183, 185-189
145 155, 158, 162, 168, 170, 172, 176, 177, 180


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