Die Geschichte der E-Lok-Beheimatung beim Bw Basel
Bild links: E 71 28 kam 1947 aus Österreich ins Bw Basel. Nach ihrer Ausmusterung im Jahr 1959 blieb sie der Nachwelt erhalten. Am 25. Juni 1982 ist sie im AW München Freimann ausgestellt. Aufnahme: Hans Sölch
Anfänge
Am 29. März 1838 wurde das badische Eisenbahngesetz verabschiedet. Damit war der Weg frei zum Bau der ersten Eisenbahn im Großherzogtum Baden von Mannheim nach Basel. Bereits nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 12. September 1840 der erste Abschnitt zwischen Mannheim und Heidelberg eröffnet. Doch es dauerte noch lange bis auch Basel mit der Bahn aus Mannheim erreichbar war. Elf Jahr später (22. Januar 1851) konnte Haltingen, rund sechs Kilometer von Basel entfernt, per Zug angefahren werden. Die Fertigstellung des letzten Streckenstücks zog sich dann allerdings noch über vier Jahre hinaus. Erst am 20. Mai 1855 erreichte die Bahn Basel.
Der Grund für die Verzögerung lag vor allem in der Spurweite. Die ersten Bahnen waren noch mit einer Spurweite von 1.600 mm errichtet worden. Schon bald zeigte sich dieser Schritt aber als Fehler, da die angrenzenden Bahnen der Schweiz und Preußens die sonst übliche 1435 mm-Spur verwendeten. Um einen durchgehenden Verkehr zu ermöglichen beschloss das Großherzogtum die bisher vorhandenen Breitspur-Strecken auf die üblichen 1435-mm umzuspuren. Diese Arbeiten wurden zwischen Mai 1854 und 15. April 1855 durchgeführt. Das Teilstück Haltingen - Basel wurde bereits in dem heute in Mitteleuropa vorherrschenden Maß ausgeführt.
Ein Jahr vor der Vollendung der Strecke von Mannheim nach Basel, im März 1854, war die Weiterführung von Basel über Säckingen nach Waldshut beschlossen worden. Bereits am 04. Februar 1856 wurde die Strecke Basel - Säckingen für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Am 30. Oktober 1856 folgte dann der zweite Teilabschnitt bis Waldshut. 1863 wurde diese Bahnlinie noch bis zum Bodensee nach Konstanz verlängert.
Durch den Anschluß der Rheintalbahn von Mannheim an das Streckennetz der Schweiz gewann der Bahnhof und damit auch das Bw weiter an Bedeutung. Durch das Engagement der Städte im Wiesental wurde der Bau einer weitern Bahn von Basel nach Schopfheim nach Zell beschlossen und bis zum 07. Juni 1862 vollendet. Die Weiterführung ins obere Wiesental bis Todtnau erfolgte bis 1876. Strategische Erwägungen führten schließlich im Jahr 1890 noch zur Eröffnung der Wehratalbahn von Schopfheim nach Säckingen.
Elektrifizierung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nur wenige Abnehmer für elektrischen Strom, so dass ein Betrieb eines Kraftwerks nur durch sichere Großkunden finanziert werden konnte. Im südlichen Baden zeichnete sich zu dieser Zeit der Bau eines Kraftwerks in Wyhlen ab. Auf der Suche nach geeigneten Stromabnehmern wurden die Betreiber des Kraftwerks bei der Badischen Staatsbahn fündig. Erste positive Erfahrungen mit der neuen Traktionsart und günstige Konditionen des Stromanbieters führten 1908/1909 zum Beschluss die Strecken Basel - Schopfheim - Zell (Wiesentalbahn) und Schopfheim - Säckingen (Wehratalbahn) zu elektrifizieren. Anfang 1909 wurde eine elektrische Versuchslokomotive bei Maffei in München (mechanischer Teil) und SSW (elektrische Ausrüstung) in Auftrag gegeben, die bereits im Januar 1910 fertiggestellt worden war. Zu dieser Zeit begannen gerade die Elektrifizierungsarbeiten an den betroffenen Strecken, so dass Baden keine Verwendung für diese Lok hatte. Da man die Lok aber nicht bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung abstellen wollte, wurde sie bei anderen elektrifizierten Bahnen zur Erprobung eingesetzt. So war sie im Frühjahr und Sommer 1910 bei der Oberbauversuchsbahn der KPEV in Oranienburg im Einsatz. Anschließend kam die 1'C 1'-Maschine zur LAG nach Murnau. Am 18.Januar 1911 zog die Lokomotive dann den Eröffnungszug der Versuchsbahn von Bitterfeld nach Dessau, da zu dieser Zeit noch keine preußische E-Lok vorhanden war. Bis zum 28. März 1911 war die Lok in Preußen im Einsatz. Nachdem die Lok gegen Jahresende 1911 auf einer Ausstellung in Turin präsentiert wurde, kam sie endlich ins Bw Basel. Dort bekam sie die Bezeichnung A1-1. Ende 1912 erfolgten dann erste Probeeinsätze auf einem fertiggestellten Teilstück der Wiesen- und Wehratalbahn.
Wie schon bei der Spurweite machte Baden auch bei der Elektrifizierung mit 10 kV und 15Hz zunächst eine Extrawurst. Erst als sich im Januar 1913 Preußen und Bayern auf den Betrieb mit 15 KV und 16 2/3 Hz einigten, wurde auch die badische Strecke auf dieses System umgerüstet. Am 13. September 1913 konnte die A1-1 schließlich den offiziellen Eröffnungszug auf der Wiesen- und Wehratalbahn bespannen. Die A1-1 konnte sich im Betrieb nie richtig bewähren. Die aus dem Testeinsatz gewonnen Erfahrungen flossen aber in die Entwicklung der Baureihe A2 ein, von denen die badische Staatsbahn im Jahr 1911 neun Stück bei Maffei und SSW bestellte. Um auch in Baden Erfahrung mit dem E-Lokbau zu sammeln, bestellte man im Jahr 1912 noch zwei Lokomotiven bei der Maschinenfabrik Karlsruhe und BBC.
Die ersten E-Loks:
Schon seit Ende 1912 war die A1-1 dem Bw Basel als erste badische E-Lok zugeteilt worden. Mit ihr wurde der Betrieb auf der Wiesen- und Wehratalbahn eröffnet. Im Jahr 1912 wurden außerdem neun Loks der Baureihe A2 angeliefert. Mit Anlieferung der beiden Lokomotiven der Reihe A3 im Jahr 1913 waren 12 E-Loks im Bw Basel beheimatet, die das gesamte Verkehrsaufkommen auf den elektrifizierten Strecken bewältigten.
Da Leistung und Fahrverhalten der A1 nicht befriedigen konnten, wurde sie schon bald abgestellt. Im Jahr 1916 verkaufte man sie schließlich an die Hamburger Hafenbahn. Die nächsten Jahre änderte sich nichts am Bestand des Bw Basel. Am 01. April 1920 erfolgte der Zusammenschluß der Länderbahnen zu den Reichseisenbahnen, der späteren Deutschen Reichsbahn Gesellschaft. Dies eröffnete eine bessere deutschlandweite Koordination des Lokomotiveinsatzes. Neue Lokomotiven wie z.B. die B'B'-Loks der späteren Baureihe E 71, übernahmen in Preußen und Schlesien immer mehr Leistungen von den relativ leistungsschwachen Lokomotiven aus der Frühzeit des E-Lok-Betriebes. Schon bald suchte die Reichsbahn daher eine neue Einsatzmöglichkeit für diese relativ jungen Maschinen, da in den bisherigen Einsatzgebieten keine sinnvolle Verwendung mehr möglich war.
Nach Akten der ED/RBD Halle, Eintragungen im preußischen Ellokverzeichnis und einer Notiz aus den BBC-Mitteilungen aus dem Jahr 1920 kamen folgende mitteldeutsche Elloks nach Basel:
ES 2 am 03.08.1923 nach zwischenzeitlicher Abgabe an BW Freilassing und Rückgabe an Halle von der RBD Halle
EG 502 am 13.06.1921 von Mitteldeutschland (?), Lok war nicht in Schlesien
EG 503 am 13.06.1921 von Mitteldeutschland (?), Lok war nicht in Schlesien
EG 504 bereits 1914 direkt aus Mitteldeutschland
EG 505 im April 1923 nach Rückgabe aus Schlesien und mehrmonatiger Reparatur in der Hw Halle
EG 506 im Oktober 1923 nach Rückgabe aus Schlesien und über zweijähriger Abstellung in der ED/RBD Halle.
Ab August 1926 galt ein neues Nummernsystem bei der Deutschen Reichsbahn. Für die Baseler Maschinen sah die DRB folgende Nummern vor:
ES 2 wurde zu E 00 02
A2-1 bis A 2-9 wurden zu E 61 01-03, 14, 05-09
A3-1 und A3-2 wurden zu E 61 21 und 22
EG 502 - 506 wurden zu E 70 02 bis 06
(A2-4 infolge eines abweichenden Antriebs als E 61 14 bezeichnet)
Während die E 61 vor allem im Personenzugdienst eingesetzt worden sein dürften, kamen die E 70 wahrscheinlich im Güterzugverkehr auf der Wiesen- und Wehratalbahn im Einsatz. Auch in Basel hatte man Ende der Zwanziger für die Schnellzuglokomotive ES 2 keine geeignete Verwendung mehr. Im Jahr 1927 wurde die Lok abgestellt. Ob die Lok die Loknummer E 00 noch bekam ist heute nicht mehr eindeutig nachvollziehbar.
Bereits Ende der Zwanziger verdrängten die neuen Loks der Baureihe E 75 die E 71.1 in Mitteldeutschland. Auch hier dachte die Deutsche Reichsbahn über eine weitere Verwendung in Süddeutschland nach. Zu Testzwecken kam aus diesem Grund die E 71 28 aus Magdeburg-Rothensee im Frühjahr 1928 nach Basel. Obwohl sich die Lok im Einsatz gut bewährte, kehrte sich schon nach wenigen Wochen wieder nach Magdeburg zurück.
En Wicklungsschadens des Drehtransformators beendete im Sommer 1928 den Einsatz der E 70 06. Auch die E 70 03 musste wegen eines größeren Schadens abgestellt werden. Kurz darauf, im Juli 1928, wurden beide Loks ausgemustert. Als Ersatz kam die E 71 35 am 21. Juli 1928 aus Bitterfeld nach Basel. Bis zum April 1929 folgten noch die E 71 14, 17, 25, 32 aus Magdeburg-Rothensee, die E 71 23 aus Leipzig-Wahren sowie die E 71 31 und 33 aus Bws in Mitteldeutschland ihrer Schwester nach Baden. Die neuen Loks verdrängten die E 70 und E 61.2 in untergeordnete Dienste. Im Jahr 1929 wurden die beiden E 61.2 ausgemustert. Im Jahr 1930 wurden dann die drei noch vorhandenen E70er abgestellt. Aber auch bei den E 71 gab es die ersten Abgänge. Am 10. August 1930 wurde die E 71 23 aus dem Baseler Bestand gestrichen.
In den Jahren 1931/32 wurden vier weitere E 71 (11, 13, 22, 29) aus Mitteldeutschland nach Basel umstationiert und machten die letzten badischen Länderbahnloks der Baureihe E 61 entbehrlich. Mit der E 61 09 wurde die erste Lok am 13. November 1933 abgestellt. Im Jahr 1934 wurden sechs weitere Loks - die E 61 05 (Februar), 08 (März), 02 (Juni), 14 (Juli), 07 (November) und 06 (Dezember) - abgestellt. Am 11. Oktober 1935 folgte die E 61 03. Als letzte Lok ihrer Baureihe wurde E 61 01 am 14. Dezember 1936 ausgemustert.
Auch beim Bestand der E 71 gab es weitere Veränderungen. Am 16. September 1936 wurde die E 71 17 abgestellt. Dafür kam in der ersten Hälfte der Dreißiger Jahre die E 71 26 nach Basel. Nach Ausscheiden der E 61 erledigten die E 71 alle Zugförderungsaufgaben auf der Wiesen- und Wehratalbahn zusammen mit den ebenfalls in Basel beheimaten Triebwagen der Baureihen ET 25 und ET 55.
Noch mehr Exoten
Im Jahr 1940 schieden die E 71 25 und 35 (26. März) aus dem Betriebsbestand aus. Im Februar 1943 wurde dann die E 71 11 ausgemustert. Im Jahr 1944 kamen die elektrischen Triebwagen der Baureihen ET 25 und 55 in andere Betriebswerke. Schon kurz darauf machte sich ein Engpaß in Basel bei den vorhandenen Lokomotiven bemerkbar, die mit gesteigerten Zugförderungsaufgaben sowie Ausfall von Lokomotiven durch Krieg zu kämpfen hatten. Auf der Suche nach geeigneten Lokomotiven wurde man im 1938 annektierten Österreich fündig. Von dort wurden zwischen Juli und September 1944 die österreichischen Schnellzuglokomotiven der Baureihe E 33 aus Attnang-Puchheim (E 33 08) und Salzburg (E 33 09, 13, 14, 18-20) nach Basel umstationiert.
Durch Kriegseinwirkungen wurden die E 71 13, 22, 31 und 33 beschädigt. Noch vor Kriegsende musste die E 71 31 ausgemustert werden. Auch E 71 33 soll bereits 1945 ausgemustert worden sein, taucht aber in den Nachkriegsbeständen wieder auf und wurde mit Wirkung zum 07. Januar 1946 erneut aus dem Bestand gestrichen. Zum Kriegsende waren damit folgende Lokomotiven im Bw Basel beheimatet.
E 33
7
08, 09, 13, 14, 18-20
E 71
7
13, 14, 22, 26, 29, 32, 33
Um die beschädigten Lokomotiven möglichst schnell wieder in Betrieb nehmen zu können, entschloß man sich in Basel die beiden untauglichen E 71 13 und 22 in einer SBB-Hauptwerkstätte aufarbeiten zu lassen. Als Gegenleistung leisteten die E 71 für mehrere Monate kostenlos Rangierdienst bei der SBB in Often und Basel SBB. Nach dem dortigen Einsatz vom 31. August 1945 - 19. Oktober 1945 (E 71 22) bzw. 30. August 1946 bis 15. November 1946 (E 71 13) kamen die Lokomotiven wieder nach Basel zurück.
Bei der E 33 führte der Mangel an Ersatzteilen im Juli 1946 zur Abstellung der E 33 13 und 19. Nach Verhandlungen zwischen der SWDE (Südwestdeutschen Eisenbahn) und der ÖBB wurden dies beiden Loks am 15. Oktober 1947 über Lindau gegen die nach dem Krieg in Österreich verbliebenen E 71 18 und 28 des Bw Schwarzach- St-Veit ausgetauscht.
Unsicher ist das Schicksal der E 71 19. Diese Lok kam im Mitte 1938 aus Leipzig Wahren nach Österreich. Dort wurde die beimBw Schwarzach-St.-Veit beheimatete im Schiebedienst auf der Tauernbahn und für Rangierleistungen im Heimatbahnhof verwendet. Nach einer Quelle soll sich die Lok nach dem Krieg in Pressig-Rothenkirchen abgestellt befunden haben. Da bis Kriegsende alle E 71 beim RAW Dessau ausgebessert wurden, ist dies durchaus möglich. Sie wurde dem Bw Bamberg zugeteilt und kam ab September 1948 im Tausch gegen die E 33 09 nach Basel. Andere Quellen gehen davon aus, dass sich die Lokomotive bei Kriegsende noch in Österreich befand. Auch dies ist durchaus plausibel, da mit E 71 18 und 28 zu diesem Zeitpunkt noch zwei weitere Loks dort beheimatet waren. Von dort kam sie im Tausch gegen die E 33 09 am 01. Oktober 1948 nach Basel. Allerdings erscheint die E 33 09 Ende der fünfziger Jahre erneut in den Bestandslisten des Bw Basel, was eher für die Bamberger Theorie sprechen würde. Fest steht jedenfalls, dass sich die E 71 19 spätestens ab 01. Oktober 1948 in Basel befand.
Gegen Ende 1948 standen dem Bw Basel damit vier Loks der Baureihe E 33 (08, 14, 18, 20) und neun Loks der Baureihe E 71 (13, 14, 18, 19, 22, 26, 28, 29, 32) zur Verfügung. Davon waren allerdings mehrere - zumindest zeitweise - abgestellt wie z.B. die vier E 33er sowie E 71 13 und 14.
Zwischen 1947 und 1950 war das Bw Basel am Bau der E 244 22 beteiligt. Das Bw fertigte unter Verwendung von Bauteilen der ausgemusterten E 44 005 und Konstruktionsplänen der AEG den mechanischen Teil der zukünftigen Höllentalbahnlok. Nach Fertigstellung wurde die Lok am 10. Januar 1951 beim Bw Freiburg in Dienst gestellt.
Ende der Vierziger Jahre waren die meisten Loks der Baureihe E 33 stark heruntergekommen und mussten abgestellt werden. Fehlende Ersatzteile machten einen weiteren Einsatz unmöglich. Als erstes wurde die E 33 18 am 04. Dezember 1949 betriebsfähig abgestellt. Am 13. Dezember wurden dann die E 33 08 und 14 von der Ausbesserung zurückgestellt. Lediglich die E 33 20 blieb auch weiter im Einsatz. Am 1. Dezember 1950 wurde dann auch E 33 18 offiziell in den z-Bestand überführt, ohne seit der Abstellung noch einmal gefahren zu sein. E 33 20 erlebte (mit Hilfe von Ersatzteilen ihrer abgestellten Schwestern) sogar noch das Jahr 1951, ehe auch sie am 9. August des gleichen Jahres endgültig aus dem Einsatzbestand ausschied. Zum Winterfahrplan 1951 kam wahrscheinlich die E 33 09 aus Bamberg zurück nach Basel, wo sie kurz danach ebenfalls abgestellt wurde. Alle Loks wurden zunächst im Bw Basel abgestellt, bis über die weitere Verwendung entschieden worden war. Am 05. März 1952 wurden E 33 14 und 20 ins AW München Freimann überstellt. Da die ÖBB Interesse an den Lokomotiven zeigte, wurden die in Freimann abgestellten Loks am 11. Dezember 1952 nach Österreich überführt. Kurze Zeit später (22. Dezember 1952) kamen auch die in Basel abgestellten E 33 08, 09 und 18 über Lindau zurück in ihre ursprüngliche Heimat. Welche Gegenleistung die ÖBB dafür erbrachte ist mir nicht bekannt.
Das Ende
Anfang der Fünfziger Jahre wurde das elektrische Netz und damit das Einsatzgebiet der in Basel beheimateten E 71 erweitert. Am 18. Mai 1952 wurde der elektrische Zugbetrieb auf der Strecke Basel Bad Bf - Weil - Lörrach eingeweiht. Am 05. Oktober 1952 folgte der Abschnitt Lörrach - Efringern-Kirchen. Ab dem 04. Juni 1955 konnte man bis Freiburg elektrisch durchfahren. Die international wichtige Vebindung von Basel Bad Bf nach Basel SBB wurde am 29. Oktober 1956 eingeweiht. Seit dem 19. November 1957 ist die komplette Strecke von Frankfurt bis Basel elektrisch befahrbar. Neben Basel waren nun auch im Bw Haltingen, das nur knapp 6 Kilometer entfernt war, E-Loks beheimatet. Ein Umstand, der der E-Lokbeheimatung im Bw Basel wenige Jahre später zum Verhängnis wurde.
Doch vorerst erfreuten sich die Oldtimer der E 71 mit dem größeren Einsatzgebiet. Neben der Wiesen- und Wehratalbahn kamen sie nun auch mit Personen- und leichten Güterzügen bis Weil am Rhein. Trotzdem zeigten sich an den mittlerweile weit über 30 Jahre alten Lokomotiven deutliche Verschleißerscheinungen. Zur Verstärkung und Ablösung wurden deswegen ab Ende April 1955 Lokomotiven der Baureihe E 32 nach Basel umbeheimatet. Als erste kam E 32 20 am 30. April 1955 aus Regensburg in ihre neue Heimat. Aus Garmisch folgten im Mai die E 32 25 und 33. Im August kamen noch E 32 06 und 08 aus der Domstadt Regensburg nach Basel, so dass zum Jahresende bereits 5 Lokomotiven in Basel beheimatet waren. Zum Winterfahrplan 1956/1957 wurde dann noch E 32 11 aus München nach Basel umbeheimatet.
Die neuen E 32 bewährten sich gut und verdrängten die E 71 in untergeordnete Dienste. Im Mai 1956 wurden deswegen die E 71 18, 19 und 26 z-gestellt. 1957 folgten weitere drei Lokomotiven (E 71 14, 22 und 32). Mitte März 1957 gab Basel die E 32 11 nach Haltingen ab und bekam dafür die E 32 28 aus Rosenheim. Im September 1957 kam die E 32 15 aus Freilassing an den Rhein, wurde aber bereits im Folgemonat nach Haltingen abgegeben.
Ende der Fünfziger zeigte sich bereits, dass sich eine sinnvolle Einsatzplanung aller südbadischen E-Loks nur durch Zusammenziehen aller Loks in einem Bw bewerkstelligen liese. Aus diesem Grund wurden alle E 71 buchmäßig zum 02. Juni 1957 nach Haltingen umbeheimatet. Die Realität sah aber anders aus. Lediglich die noch betriebsfähigen E 71 13 und 28 wurden nach Haltingen geschickt, die bereits z-gestellten und teilweise bereits mehrerer Ersatzteile beraubten E 71 14, 18, 19, 22, 26, 32 blieben weiter vor dem Lokschuppen des Bw Basel abgestellt. Bis auf E 71 28 wurden alle Loks am 29. November 1958 ausgemustert. Lediglich E 71 28 zeigte sich noch bis zur z-Stellung am 05. Dezember 1958 im Einsatz. Als letzte Lok ihrer Baureihe bei der DB wurde sie am 04. August 1959 ausgemustert.
Die E 32 des Bw Basel hatten ab Mitte der Fünfziger Jahre sukzessive alle Leistungen der E 71 im
Einsatzgebiet Wiesen- und Wehratalbahn und südlicher Teil Rheinstrecke rund um Basel übernommen. Obwohl das Ende der Beheimatung im Bw Basel bereits abzusehen war, kam im Januar 1958 noch die E 32 24 aus München nach Basel. Im Frühjahr wurden E 32 25 (Februar) und E 32 28 (März) nach Haltingen abgegeben, ohne dass sich an ihrem Einsatzgebiet etwas geändert hätte. Am 01. Mai 1958 endete offiziell die Beheimatung von Triebfahrzeugen beim Bw Basel. Alle vorhandenen E 32 (06, 08, 20, 24, 33) kamen damit ins benachbarte Haltingen. Dafür übernahm das Bw Basel alle südbadischen Aufgaben der Wagenbeheimatung und bestand als Bahnbetriebswagenwerk weiter.
Offenbar wurde dieser Schnitt aber nicht allzu ernst genommen. Laut Betriebsbucheinträgen kamen Ende Mai 1958 die E 32 10 nach Basel, wo sie bis zu ihrer Umstationierung nach Haltingen Mitte August 1958 blieb. E 32 22 soll sogar von Anfang September bis Ende Oktober 1958 aus Haltingen kurzzeitig nach Basel umstationiert worden sein. Auch bei den bereits nach Haltingen abgegeben E 32 06, 08, 20 und 33 blieb im Betriebsbuch weiter das Bw Basel als Heimat-Bw eingetragen. Im Jahr 1959 wurden aber auch die Betriebsbücher angepasst, so dass E 32 06 ab 01. April, E 32 08 ab 04. Juni, E 32 20 ab 06. Juli und E 32 33 ab 12. Dezember 1959 auch auf dem Papier zum Bw Haltingen gehörten. Mit dem Betriebsbucheintrag bei der E 32 33 endete die Beheimatung von Lokomotiven beim Bw Basel dann auch endgültig.
Am 22. Mai 1971 wurde die Wehratalbahn stillgelegt. Bis Ende der Siebziger Jahre wurde die Fahrleitung im Bf Säckingen abgebaut. Dagegen ist der elektrische Betrieb auf der Wiesentalbahn von Basel nach Zell auch nach über 85 Jahren noch im Gange. Damit gehört die Wiesentalbahn zu den ältesten elektrischen Strecken der Deutschen Bahn AG, die noch in Betrieb sind. Das Bw Basel spielte zwar nie eine große Rolle im Bahnalltag, trotzdem hatte es durch den Einsatz seltener Baureihen aus den Anfängen des E-Lok-Betriebes eine Ausnahmestellung inne.